Montag, 19. Juni 2023

Christian Marien Quartett

Das Christian Marien Quartett stand beim letzten Konzert von Jazz in der Kammer vor der Sommerpause auf der Jazz-Bühne im von der Sonne aufgeheizten Forum Gestaltung:

Christian Marien (Schlagzeug)
Tobias Delius (Tenorsaxophon, Klarinette)
Jasper Stadhouders (Gitarre)
Antonio Borghini (Kontrabass)

Christian Marien beginnt furios, mit Klängen, die von Anfang an voll auf die Ohren gehen: kräftiges Schlagzeug wird von kurzen aber kräftigen Tonfolgen des Saxophons beantwortet. Schon bald finden die vier Musiker sich zu einem gemeinsamen Sound zusammen, bei dem sie immer noch einzeln heraushörbar bleiben. Später wird die Musik leiser, reduziert sich auf Rhythmen, Tobias Delius spielt seine Klarinette mit singendem Ton, mit schon fast orientalisch klingenden Melodien. 

Dienstag, 23. Mai 2023

Vorschau Juni: Christian Marien Quartett

Vor der Sommerpause gibt es noch einmal Jazz in der Kammer: Am 19. Juni um 20 Uhr steht das Christian Marien Quartett auf der Bühne im Forum Gestaltung, diesmal: featuring Antonio Borghini. 

Tobias Delius (Tenorsaxophon, Klarinette, Komposition)
Antonio Borghini (Kontrabass)
Jasper Stadhouders (Gitarre)
Christian Marien (Schlagzeug)
Christian Marien Quartett (Foto: Chris Heenan)

Aus der Ankündigung: 

Musik hat die Kraft, im Kleinen zu finden, wonach wir auch im Großen suchen: frei zu sein, den Moment so zu nehmen wie er ist und zu wissen, nur gemeinsam kommen wir an diesen ersehnten anderen Ort.
    Frei nach Ornette Coleman: Beauty is a rare thing.
Im neu gegründeten Christian Marien Quartett stehen mit Tobias Delius, Jasper Stadhouders und Antonio Borghini beseelte Meister ihres Faches auf der Bühne, die genau in diesem Geiste spielen. Es ist das erste Ensemble, das der Berliner Schlagzeuger unter eigenem Namen an den Start bringt. Es wird natürlich improvisiert, und auch Christian Mariens Kompositionen sind vor allem dazu da, immer wieder neu erfunden zu werden.

Montag, 15. Mai 2023

The Instincts

Heute gab es unerwartet rockige Jazz-Klänge von "The Instincts".

Georgi Sareski – Gitarre
Antti Virtaranta – Bass
Boris Bell – Schlagzeug, Klavier

In der Ankündigung des Konzert hieß es: "Was passiert, wenn ein Mazedonier, ein Finne und ein Deutscher einfach ihren Instinkten folgen? Es entsteht eine außergewöhnliche Musiker-Formation, ein musikalisches Abenteuer mit Groove-Improvisationen, Jazz-Traditionen und außergewöhnlichen Stileinflüssen in einer kollektiven Interaktion." Das sollte sich im heutigen Konzert live noch viel mehr bestätigen. 

Vor dem eigentlichen Programm gab es für Warnfried Altmann, der Jazz in der Kammer nun schon 33 Jahre lang veranstaltet, ein improvisiertes Happy Birthday. Mit verzerrter Gitarre eher angedeutet als ausgespielt, genau passend für den Improvisateur Altmann. "Das war unser kleines Präsent für Warnfried Altmann", sagte Boris Bell, "jetzt spielen wir wieder ernsthaft". Was am Stil nichts änderte. Verzerrte E-Gitarre, kräftiger akustischer Bass vor den Rhythmen von Bells Schlagzeug. Die drei spielten eine sehr rockige und bluesige Version von Jazz. "Eine Spur von Pop war aber auch dabei", sagte Boris Bell, der sehr vielfältig musikalisch unterwegs ist (unter anderem war er 2018 mit der Berliner Weltmusik-/Balkan-/Klezmer-Brassband Schnaftl Ufftschik in Magdeburg), nach dem Konzert. Dabei hatte das Konzert neben den vielen rockigen auch ganz leise Momente. Wenn etwa Bell seine große Tomtom mit den Händen spielt, Sareski die E-Gitarre nur sparsam einsetzt und Virtaranta den Bass leise streicht, dann hat das etwas meditativ-beschwörendes. Auch wenn sich Bell an den Konzertflügel setzt und dort leise spielt, von den anderen nur ebenso leise kommentiert.

Mitunter meint man, Zitate bekannter Melodien zu erkennen (zu kurz um sie zu erkennen, und überhaupt, "nein, alles von uns" sagte Bell dazu), dann wieder ein wildes Creszendo, von dem die Ohren klingen, gefolgt von einem einem beinahe unhörbar leisen Duett aus Gitarre und Schlagzeug. 

Sareskis Gitarre fällt auf der Bühne durch ihre geringe Größe auf, kaum größer als eine Ukulele. "Die habe ich speziell für mich bei Brennus Guitars in Serbien anfertigen lasse", sagt Sareski und erklärt "die Gitarre ist zwar insgesamt kleiner als andere, aber Saiten sind ganz genauso lang wie normale Gitarren".

Das Trio The Instincts setzt sich international zusammen. Der Gitarrist Georgi Sareski kommt aus Mazedonien, der Bassist  Antti Virtaranta aus Finnland und der Schlagzeuger Boris Bell aus Deutschland. "Seit 2018 spielen wir als Band zusammen", sagt Bell, "aber es ist immer ein recht großer Aufwand, zusammenzukommen". Bei diesem Hinweis merkt man mal wieder, wie groß Europa ist – und wie wichtig und zugleich inspirierend es ist, Musiker aus völlig unterschiedlichen Gegenden und mit musikalischen Hintergründen zusammenzuholen. Das ist musikalische Völkerverständigung as its best. de.

Ihr erstes Album heißt nicht ohne Grund „Music Unseen“. THE INSTINCTS ist ein Trio wie kein anderes, und so spielen sie möglicherweise eine der aufregendsten Musiken der Zeit. Bizarr in dieser Weltlage – oder gerade deshalb.


Samstag, 29. April 2023

Verzögerungen...

Ein Hinweis in eigener Sache: andere Aufgaben haben mich daran gehindert, die versprochenen Rückblicke auf die Jazztage schneller fertig zu bekommen. Die Texte kommen. Zwar nach und nach, aber ich bin dran. Versprochen.

Sonntag, 23. April 2023

Fuchsthone Orchestra: Structures & Beauty

Mit dem Fuchsthone Orchestra gab es einen großartigen Abschluss der Magdeburger Jazztage. Ein letztes Mal für dieses Wochenende gab es großen Sound von der Bühne. Es war toll, wie hier moderner Jazz auf Bigband-Sound traf, der von wunderbaren Solisten geprägt wurde.

Leitung und Komposition: Caroline Thon & Christina Fuchs
Saxophone: Julian Drach, Jakob Manz, Veit Lange, Jens Böckamp, Susanne Weidinger
Trompeten: Jan Schneider, Matthias Knoop, Ruven Weithöhner, Matthias bergmann
Posaunen: Philipp Schittek, Matthias Schuller, Jonathan Böbel, Wolf Schenk
Gesang: Filippa Gojo
Violine: Zuzana Leharovà
Piano: Laia Genc
Gitarre: Andreas Wahl
Bass: Alexander Morsey
Schlagzeug: Jens Düppe

"Es ist selten geworden, dass man eine Bigband einfach so einladen kann", sagte Norbert Pohlmann bei der Ankündigung der Band und berichtete über die bereits vor einem Jahr notwendigen Terminabstimmungen – zu einer Zeit, als die Finanzierung der Jazztage noch nicht mal ansatzweise geklärt war. Um so schöner, dass das Fuchsthone Orchestra in dieser großen Besetzung nach Magdeburg kommen konnte.

Auch wenn sich das Fuchsthone Orchestra nicht als klassische Bigband versteht, sondern viele Spielarten des Jazz in seine Musik einbezieht, beginnt die Band mit einem volltönenden Sound, wie man ihn bei der großen Orchesterbesetzung erwartet. Dabei ist die Musik der Band voller Abwechslung. mal sind düstere Bläserklänge bestimmend, dann wieder leise Interaktionen zwischen einzelnen Musikern oder ganz leise Percussions unter Einsatz aller Instrumente. Mit einigen interessanten Details, so ist eine Geige (Zuzana Leharovà) in der Bigband eher unüblich und auch wenn die Pianistin (Laia Genc) auch mal in die Saiten des Flügels greift und mit den Händen Töne hervorholt, dann geht das über den gewohnten Einsatz des Pianos hinaus. Die Sängerin (Filippa Gojo) wird zum Teil des Orchesters. Statt vorn in der ersten Reihe steht sie hinten, mitten unter den anderen Musikern, was der musikalischen Einbindung des Gesangsparts in den Gesamtklang entspricht.

Jolli sieht grün

Jolli, das ist die Sängerin Jorinde Jelen. Sie blickt in dem neuen Kinderprogramm ihrer Jolli-Band mit Kinderaugen auf die Umwelt, auf das was auch die Kinder unweigerlich wahrnehmen, wenn sie Gespräche der Eltern hören oder Nachrichten schauen. Sie nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch die Umwelt, erklärt Zusammenhänge, zeigt was getan werden kann, macht Mut. Und sieht dabei grün. 

Jorinde Jelen – Gesang, Moderation
Volker Dahms – Saxophon
Steffen Greisiger – Keyboards, Akkordeon
Bastian Ruppert – Gitarre, Gesang
Christian Sievert – Bass, Gesang
Eva Klesse – Schlagzeug


"Jolli sieht grün", heißt es im Titelsong, sie sieht blau, rot, gelb. Ihre Welt ist bunt und fröhlich, ihre Musik ist rockig und geht ins Ohr. "Wir malen uns die Zukunft bunt" ist ihre positive Sicht, mit der sie den Kindern einen positiven Blick auf eine Welt gibt, in der so vieles schlecht läuft und besser gemacht werden kann. "Was ist eigentlich Zukunft?" fragt sie, "ist das morgen? Ist das nächste Woche?" und lädt die Kinder ein, mit ihr "Zukunftsforscher" zu sein.