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Montag, 15. Januar 2024

Wood & Steel Trio

Zum Auftakt des Jazzjahres im Forum Gestaltung war das Wood & Steel-Trio zu hören, mit

Marc Muellbauer – Kontrabass
Roland Neffe – Marimba- und Vibraphon
Christian Kögel – Dobro Steel Guitar

"Das heutige Konzert ist noch eines aus dem letzten Jahr, als der Kontrabass im Mittelpunkt stand", begrüßte Warnfried Altmann die Gäste im beinahe ausverkauften Saal des Forum Gestaltung. Und so strich dann Marc Muellbauer seinen Bass zunächst solo. Und wie er zu Beginn spielte, erinnerte mich das an Barockmusik. Mit nur wenigen Tönen, erst langsam gespielt, dann schneller werdend, schaffte er eine Grundstimmung, zu der dann Roland Neffe am Vibraphon und Christian Kögel mit seiner metallglänzenden Dobro Steel Guitar hinzukamen.

Samstag, 23. April 2022

Julia Hülsmann Quartett

Im zweiten Teil des "Saxophon"-Abends innerhalb der Magdeburger Jazztage war Julia Hülsmann Quartett zu erleben. 

Uli Kempendorff – Saxophon
Julia Hülsmann – Piano
Marc Muellbauer – Bass
Heinrich Köbberling – Schlagzeug

Das Konzert begann mit einem von Uli Kempendorff gedämpft gespielten Saxophon, mit orientalisch klingenden Rhythmen und von Julia Hülsmann in harmonischer Übereinstimmung, wenn auch zurückhaltend begleitet. Marc Muellbauers kräftig gespielter Bass kam da kräftig zur Geltung. Not from here war das erste Stück, mit dem im Titel steckenden Gefühl, "noch nicht ganz angekommen zu sein". 

Mich faszinierte das Zusammenspiel der vier Musiker, das einfühlsame aufeinander hören, bei dem ein schöner Gesamtklang entstand. Alle vier trugen mit eigenen Stücken dazu bei. Mitunter auch mit kleinen Stories dazu, die den Titeln eine eigene Bedeutungsebene gaben. Etwa "The wesp on the window" (von Marc Muellbauer), mit langem und akkuratem Bassolo . Oder Uli Kempendorffs Post Post Post, sein Saxophon wurde mit leise perlenden Klaviertönen begleitet. Von Heinrich Köbberling kam Lightcap, (nach dem amerikanischen Musiker Chris Nightcap. Seine Rhythmen wurden von den hoch- und runterlaufenden Akkorden auf Klavier und Bass begleitet. 

Montag, 15. Mai 2017

Benedikt-Jahnel-Trio

Heute war das Benedikt-Jahnel-Trio bei Jazz in der Kammer zu erleben:
Benedikt Jahnel – Piano
Marc Muellbauer – Bass
Tobias Backhaus – Schlagzeug

Zu Beginn des Konzertes  ("further consequences") füllten einzig Benedikt Jahnels Klavierklänge den Raum, perlende Tonfolgen, die er mit gedrücktem Pedal zu ineinander übergehenden Blöcken verbindet. Dann setzt mit tiefen Tönen, leise und zurückhaltend Marc Muellbauers Baß ein. Erst später kommt Tobias Backhaus am Schlagzeug hinzu. Ab da wird die Musik schneller und löst sich, bevor sie allzu gefällig wird, von den Harmonien. Melodiestückchen werden nur angedeutet, vom Spiel der linken Hand überlagert, Ohr und Geist des Zuhörers sind gefordert genau hinzuhören. Das Interessante an Jahnels Musik zeigt sich gleich am Anfang des Konzertes und setzt sich auch weiter fort: eine leicht klingende Musik, in die man sich leicht einhört und die doch von komplizierten Beziehungen lebt. Musik, die zu hören Freude macht.

Montag, 20. März 2017

Julia-Hülsmann-Trio

Heute stand das Julia-Hülsmann-Trio auf der Jazzbühne des Forum Gestaltung.
Julia Hülsmann – Piano
Marc Muellbauer – Bass
Heinrich Köbberling – Schlagzeug

Das Julia-Hüslmann-Trio spielte vor vollem Haus und Warnfried Altmann war die Freude darüber anzumerken. "Es gibt nichts schöneres für einen Veranstalter, als dass er noch Stühle schleppen muß", sagte er bei der Begrüßung der Musiker. Für Julia Hülsmann war das Magdeburger Konzert der Auftakt einer Tournee, in dem sie gemeinsam mit ihrem Trio dessen neue CD "Sooner and Later" vorstellte.

Zarte Klavier-Akkorde standen am Beginn des Konzertes, mit denen Julia Hülsmann einen langsamen Beat vorgab. Als Baß und Klavier hinzukamen, blieb die Musik zunächst ruhig, nahm erst allmählich Fahrt auf. Überhaupt bestimmten über lange Zeit hinweg die ruhigen Töne des Trios das Konzert, mit langen Solos am Piano, das Julia Hülsmann lange nachklingen läßt. Sehr interessant war "Biz Joluktuk", ein Stück, daß das Trio von einem Workshop in Kirgisien mitbrachte. "In der Hauptstadt Bischkek kam eine 12jährige Geigerin auf uns zu und spielte diese Melodie", sagte Julia Hülsmann, "wir haben uns dann die Noten geben lassen und das Stück für unsere CD eingespielt". Mit sanften, langsam und leise nachklingenden Klaviertönen. Als das Schlagzeug einsetzt, sacht wie ein Sommerregen, wirkt selbst das wie die Störung einer himmlischen Ruhe. Das Ohr verfolgt die Melodie um so aufmerksamer und konzentrierter, bis sie zwischen Baß und Drums verschwindet.

Montag, 18. Januar 2016

Wood & Steel Trio

Heute war bei Jazz im Schauspielhaus das Wood & Steel Trio zu Gast, mit
Christian Kögel – Dobro SteelGuitar
Roland Neffe – Marimba/Vibraphon
Marc Muellbauer – Baß

Gleich im Titel des Bandprojekts wird benannnt, was auf der Bühne zu sehen und zu hören ist: da trifft – bei jeweils einander ähnlichen Instrumenten bzw. Instrumentenfamilien – im wahrsten Sinne des Wortes Holz auf Stahl. Marc Muellbauers akustischer Baß steht in Kontrast zu Christian Kögels Dobro Steel Guitar mit ihrem Stahl-Gehäuse und Roland Neffe spielt abwechselnd auf der Marimba mit ihren warm klingenden Holzplatten und auf dem Vibraphon mit den härteren Metallplatten. Dabei entstehen reizvolle Kontraste, wenn etwa zu Beginn des Konzertes Roland Neffe am Vibraphon zu spielen beginnt und dann Marc Muellbauers akustischer Baß einsetzt, während Christian Köglers Dobro den Rhytmus beiträgt. In die Borduntöne des Baß mischen sich helle metallisch perlende Läufe von Tönen.

Bei ihrem Konzert in Magdeburg stellte die Band hauptsächlich Titel ihrer aktuellen CD Secret Ingredient vor. An der Entstehung sind die drei Musiker gleichermaßen beteiligt. Von wem welche musikalischen Ideen stammten, verdeutlichen die Bandmitglieder auf einfache Weise: durch die persönliche Anmoderation der einzelnen Stücke. Über sein Stück "Mein Kiez" sagt Christian Kögler: "eigentlich bin ich Bayer, aber meine Wahlheimat ist Kreuzberg". Und so kommt die Musik so bunt daher, wie es dieser Berliner Stadtteil ist: mit Marimba und Vibrahon, mit orientalischen Klängen auf Gitarre und Baß, mit Tonexperimenten auf den Baßsaiten, kurz: als ein großer, bunter Basar. Von Kögler stammt auch The Waltz, bei dem er sich ein langes Gitarrensolo eingebaut hat, mit Anklängen an Hawaii, wenn er seine Gitarre mit dem Glasröhrchen als Slide guitar spielt. Marc Muellbauer nimmt die lässige Stimmung auf und Roland Neffe zaubert eine Begleitung dazu.
Neffes "Metamorphosen" spielen mit den unterschiedlichen Stimmungen von Vibraphon und Marimba. Eine anfänglich leichte Melodie auf dem Vibraphon geht über in eine dunkle Baßmelodie mit kräftigen Holztönen. Die Melodieführung wird von Instrument zu Instrument weitergegeben, verändert und im Mittelteil auch in hohem Dynamikumfang gespielt, bis sich am Ende beim Vibraphon, das die Musik leise ausklingen läßt, der Kreis schließt.
Während der Baß sonst oft als Begleitinstrument dient, sind beim Wood & Steel Trio die Rollen nicht so fest verteilt, übernimmt der Baß im nächsten Stück die Rolle des Melodieinstruments. Und als Marc Muellbauer zum Bogen greift und seinem Baß  Töne entlockt, die im Raum zu schweben scheinen, während die Marimba die Melodie leise und harmonisch unterstützt, möchte man die Augen schließen und träumen. 

Als Zugabe dann eine eigenwillige Interpretation von Griegs Nocturno Nr. 54. Roland Neffe gibt Griegs Melodie vor, die beiden anderen adaptieren diese auf ihre Instrumente, improvisieren, verändern die Melodie, dann kommt auch wieder die Slide Guitar zum Einsatz und so trifft dann Norwegen auf Hawaii.

Zur Entstehung der Band berichtet Marc Muellbauer: "Christian Kögler und Roland Neffe wirken auch in meinem größeren, neunköpfigen Projekt Kaleidoscope mit. Wir wollten parallel dazu auch noch eine kleine Besetzung auf die Beine stellen. Christian Kögler sollte eigentlich akustische Gitarren spielen, aber bereits seine Dobro bietet so viele Möglichkeiten, deshalb blieb es bei einer einzigen Gitarre". Und Roland Neffe ergänzt, mit Blick auf seine beiden Instrumente: "... und ich bin dann der, der den Transporter braucht". 

Was von den Instrumenten dann die "geheime Zutat" aus dem Titel der CD ist, die perlenden Töne von Marimba und Vibraphon, die Klangeffekte der Dobro mit ihrem Stahlkorpus oder der warm klingende Baß, darauf wollten sich die Musiker dann aber nicht festlegen – oder es vielleicht auch einfach nur nicht verraten. Letztlich mag das aber jeder beim Hören selbst entscheiden, und vielleicht ist es – der improvisierten Live-Musik sei dank – auch in jedem Konzert etwas anderes.


Montag, 20. Mai 2013

Benedikt-Jahnel-Trio

Benedikt Jahnel — Piano
Matthias Gmelin — Schlagzeug
Marc Muellbauer — Bass



Das letzte Konzert vor der Sommerpause von Jazz in der Kammer war eines der besten der zurückliegenden Saison; eines, das man nicht verpaßt haben sollte. Während ich diese Zeilen ein paar Tage nach dem Konzert schreibe, läuft die aktuelle, bei ECM erschienene CD des Trios und läßt die Musik noch einmal lebendig werden. Eine Musik, auf deren  klaren und überwiegend ruhigen Klavierklang der Begriff des ECM-Sounds genau zu passen scheint.

Das Konzert indes begann zunächst mit kräftigeren Tönen, mit dem lauten Blech des von  Matthias Gmelin gespielten Schlagzeugs, in das das Klavier anfänglich nur ganz sacht einfällt, sich den Rhythmen unterordnet, dann aber immer kräftiger wird. Schon bald merkt man, daß Benedikt Jahnel durchaus auch allein den Abend hätte gestalten können. Er läßt aus seinen Fingern die Melodien und Akkorde nur so herausperlen, was gerade in den Pausen von Bass und Schlagzeug so richtig zur Geltung kommt. Was nun nicht heißen soll, daß er seine Begleiter nur eine Nebenrolle spielen läßt. Ganz im Gegenteil waren das Schlagzeug und ganz besonders der Baß wichtige Elemente der Musik, ohne die sie nicht funktionieren würde. So ließ Jahnel in langen Passagen dem Baß den Vorrang und begleitete ihn mit an Minimal Music erinnernden Loops leiser Töne, und ließ an anderen Stellen das Schlagzeug die Musik deutlich struktruieren.

Auch in den lauteren Stücken des Abends behielt Jahnel seinen klaren Sound bei – beeindruckend, daß sich Lautstärke und Melodik nicht ausschließen müssen.Mit seinen Bandmitgliedern agierte er dabei nur durch Blickkontakt, dies aber mit einer solch deutlichen Mimik, als wolle er sie zum musikalischen Duell herausfordern (worauf diese eingingen und woran alle drei ihren Spaß zu haben schienen).

Nach der Pause eröffnet Jahnel das zweite Set mit Equilibrium, dem Titelstück seiner CD, das er mit einem langsamen Piano-Solo ausklingen läßt, mit geschlossenen Augen, als wolle er selbst den magischen Klängen hinterherlauschen, mit denen er das Publikum grad verzauberte. Dieses läßt die Töne bis zum letzten Nachhall ausklingen, ehe der Applaus einsetzt.

Jahnels Musik ist dabei bei weitem keine "Wohlfühlmusik", sondern höchst anspruchsvoll, abseits der ruhigen Stellen mit einer Vielfalt komplizierter Rhythmen. Und die neueren, noch unveröffentlichten Stücke, wie beispielsweise pure face, bei dem das Schlagzeug fast bis zur Schmerzgrenze laut wird, scheinen auf eine Entwicklung zu kräftigeren Stücken hinzudeuten. Man darf gespannt auf neues sein  – und möchte dabei dennoch die ruhigen, elegischen Melodien nicht missen.