Anja Lechner – Violoncello
Francois Couturier – Piano
Anja Lechner kam auf den Vorschlag (und auf den unbedingten Wunsch) Warnfried Altmanns ins Programm. "Ich habe mich gefreut, dass das sich dann wirklich so ergeben hat", sagte er, "und auf den Einwand 'aber da ist ja gar kein Schlagzeug dabei' würde ich entgegnen, 'auch in jede Linsensuppe gehört eine Prise Zucker'". Was er damit meinte wurde bei den ersten Klängen des Cellos klar, die sich leise, wie hingehaucht, über die Töne des Klaviers legten. Man meint in einem klassischen Konzert zu sitzen (was dann auch zur häufigen Bestimmung des Gartensaals des Gesellschaftshauses passen würde). Leise und betörend sanft zupft sie Tonfolgen auf den Saiten, die auch gut von Johann Sebastian Bach stammen könnten.
Nach einem weiteren sehr leisen Part (ich hatte da Bilder wie zu Filmmusik vor meinen Augen, irgendwas wie ein Flug über schneebedeckte Berge) steigerten beide die Dynamik ihres Spiels, werden die Klänge kräftiger und tänzerisch schwungvoll. Dann wieder legt Anja Lechner dissonant gestrichene Glissandi über einen im Vordergrund stehenden Klavierpart.
Ab der zweiten Hälfte wird die Musik der beiden jazziger, wenn auch auf eine sehr ruhige Art dieses Begriffes. Aus winzigen Veränderungen der gespielten Klavierakkorde heraus entwickeln sich Veränderungen in den von Anja Lechners Cello durchgeführten Wiederholungen. Musik wie eine freie Improvisation über eine Bach-Melodie entsteht.