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Montag, 15. Januar 2018

Absolute Sweet Marie

Bei Jazz in der Kammer stand im ersten Konzert des Jahres 2018 Alexander Beierbachs Projekt "Absolute sweet Marie" auf der Jazzbühne im Forum Gestaltung.
Steffen Faul – Trompete
Matthias Müller – Posaune
Alexander Beierbach – Tenorsaxophon
Max Andrzejewski – Schlagzeug

Als die vier Musiker auf der Bühne stehen, klingt ihr erstes Stück, Bob Dylans „Most likely your way“, anfangs wie Marschmusik – so kräftig begleiten die drei Bläser ihren Schlagzeuger Max Andrzejewski , der den Rhythmus vorgibt. In Verbindung mit den unisono gespielten Bläsern könnte die Musik ebenso auch von Hanns Eisler stammen. So eng zusammen liegen also Bob Dylan – dessen Musik die Grundlage des gesamten Konzertes wie auch der aktuellen CD bildete –, Jazz und Neue Musik.

Gleich nach den ersten beiden Titeln weist Alexander Beierbach nochmals darauf hin, dass sie „keine Bob-Dylan-Cover-Band sind“. Das Magdeburger Jazz-Publikum weiß das natürlich und spätestens nach den ersten Takten ist es ohnehin klar. „Wir hatten es aber tatsächlich mal, daß wir falsch angekündigt wurden und dann war das Publikum doch etwas verwirrt“, sagte Beierbach später. Dylans stellt für die vier Musiker nur den Ideengeber dar, sagen sie. In der Musik selbst findet sich dann in den meisten Titeln nur kleine Anklänge, kurze Zitate. So auch beim „Rainy Day Woman“: von Dylans Blues ist nur wenig zu erahnen ist, dafür aber ist ist das Stück äußerst kraftvoll und lebendig, wenn die drei Bläser furios durcheinander spielen, blasen und tröten und der Schlagzeuger sie zu übertönen versucht. Am Ende aber verständigen sich alle auf die selben Töne und dann erklingt – für ein paar Takte – Dylans so typischer Blues.

Montag, 20. Oktober 2014

The Tigers of Love

"The Tigers of Love":
Alexander Beierbach – Tenorsaxophon
Steffen Faul – Trompete
Andreas Lang – Bass
Uli Jenneßen – Schlagzeug


Gleich zu Beginn spielten die Tigers of Love wild drauf los, anfangs mochte man noch Anklänge an Old-time Jazz heraushören. Die Musik jedoch wurde zunehmende furioser, zu den Bläsern kam ein Klangrausch vom Schlagzeug. Dabei lebte die Musik von Abwechslungen – das zweiten Stück stand mit der gedämpften Trompete im Kontrast zum ersten. Statt laut und aggressiv klang sie leise und melancholisch und begleitete ein Duo von Baß und Schlagzeug. Gleich darauf spielten Trompete und Saxophon beinahe im Gleichklang, die nach oben offene Lautstärkeskala immer weiter erklimmend. Die Mischung von Solo und Ensemble war dabei aber gut abgestimmt, und so war es bei aller Lautstärke etwas, bei dem mir gelegentlich mit etwas Augenzwinkern die Bezeichnung "gepflegter Krach" auf der Zunge liegt. An solchen Stellen finde ich immer wieder interessant, wie sich aus zunächst nur laut erscheinenden Musikstrecken allmählich Muster abzeichnen.

Überhaupt teilten auch die Musiker ihren Spaß an der Musik mit ihren Zuhörern. Etwa wenn Alexander Beierbach den "Prokrastinations-Blues" mit den Worten ankündigt "der ist noch nicht fertig geworden, da müssen Steffen und ich uns noch etwas ausdenken – machen wir aber noch". Oder wenn ein Stück "waber" heißt und in der Tat die Töne einer dissonanten Mischung aus Saxophon und Trompete über die Bühne zu wabern schienen.

Die Musiker standen vollständig unverstärkt auf der Bühne des Schauspielhauses – in dem recht kleinen Raum bei den Bläsern und dem Schlagzeug normal, daß dabei aber auch der Baß hörbar blieb, zeigte den gekonnten Umgang der Musiker miteinander. Es lag aber auch am kräftigen Spiel von Andreas Lang, der sein Instrument zeitweise mit weit ausholenden Bewegungen geradezu malträtierte. Etwas was man unbedingt live erleben muß. Aber auch wie er nach einem lauten Bläser-Duo den Baß in seinem Solo ganz zart und mit klarer Melodie klingen läßt und die Kontraste der Musik die Sinne schärfen.

Als Zugabe wurde "You look like dehydrating" gespielt, mit einer Anekdote aus einer USA-Tournee, einer Geschichte aus der Wüste, bei der die Musiker den Satz "You look like dehydrating" zu hören bekamen, und die Zuhörer im Konzert dann die Fortsetzung des Satzes als Pointe und zugleich als Schluß des Stückes hörten: "Quick, take a beer". Und das hatten sich die vier Musiker dann auch wirklich verdient.

Eine Anmerkung zum Schluß, und weil ich mir die Musik der Band zuvor online angesehen hatte – vergeßt Youtube-Filme, schaut und hört Euch die Musik der Tigers of Love im Konzert an! (Letzteres sollte man sowieso immer machen, davon leben Musik und Musiker gleichermaßen...)