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Donnerstag, 25. Januar 2024

Julie Sassoon und Lothar Ohlmeier: Inside Colours

Am 25. Januar 2024 kamen Julia Sassoon und Lothar Ohlmeier zum Record Release Konzert ihrer Duo-CD "Inside Colours" nach Magdeburg ins Forum Gestaltung.

Julie Sassoon – Klavier
Lothar Ohlmeier – Klarinette. 

Ruhige, ganz zarte Klänge stehen am Beginn des Konzertes, zarte Klänge, einzelne Akkorde mit verbindenden Tönen. Erst als Julie Sassoons Spiel kräftiger wird, setzt auch Lothar Ohlmeier ein, setzt ebenso kräftige Kontrapunkte, mit langanhaltenden Tönen seines Saxophons. Die Ausrichtung der Musik wandelt sich, Julie Sassons Finger hämmern auf die Tasten, werden zur Begleitung. "Sanftheit und Kraft" könnte ebenso als Titel über dem Konzert stehen.

Freitag, 21. Januar 2022

Julie Sassoon

Das Doppelkonzert von Julie Sassoon und Sophie Tassignon war bereits für den 20. März 2002 geplant. Mit diesem Datum fiel es in die erste Welle der pandemiebedingten Schließung von Veranstaltungsorten und Absagen von Konzerten. Nach fast zwei Jahren konnte es nun nachgeholt werden. "Wenn der Spruch, dass Vorfreude die schönste Freude ist", bemerkte Gastgeber Norbert Pohlmann dazu, "dann hatten wir jetzt zwei Jahre voller Freude". 

Im ersten Teil des Doppelkonzertes war Julie Sassoon solo am Klavier zu erleben.

Ihr Konzert begann Julie Sassoon zum Stecknadel fallen hören leise. Am Bechstein-Flügel stehend ließ sie nur wenige Töne klingen, leicht angeschlagen und lange gehalten. Scheinbar zufällig kamen die Töne, etwa so, wie die ersten Tropfen eines Regens hier und da auf die Erde auftreffen. Der Langsamkeit Raum geben, dem Nachhall der Töne lauschen, das bestimmt den Anfang des Konzertes. Faszinierend ist es (umso mehr, als man es jetzt live erleben kann), wie sich dieses leise Spiel dann allmählich steigert, an Dynamik und Tempo gewinnt. Als sie später zu einem sehr melodisch gespielten Klavier auch noch einzelne Töne singt, da verschmelzen Instrumentenklang und Stimme, man überlegt, was da Ursprung der neu hinzukommenden Töne ist.

Freitag, 20. April 2018

Julie Sassoon Quartett

Das Julie Sassoon Quartett eröffnete heute im Forum Gestaltung den Club-Abend der Magdeburger Jazztage: kräftige und experimentelle Klavierklänge, bei denen Harmonie auf Kraft trifft.
Julie Sassoon – Piano
Lothar Ohlmeier – Bassklarinette
Meinrad Kneer – Bass
Rudi Fischerlehner – Schlagzeug


Zu Beginn des Konzertes greift Julie Sassoon nicht in die Tasten, sondern direkt in die Saiten des Klaviers. Die experimentellen Klänge der die aus Manchester stammenden und jetzt in Berlin lebenden Pianistin werden von Schlagzeuger Rudi Fischerlehner aufgegriffen, der sein Blech zum Klingen und zum Klingeln bringt. Klänge für anspruchsvolle Ohren, die sich am Easy-Listening-Einerlei der Kultursender satt gehört haben und auf Neues warten. Das Quartett liefert Musik, die man nicht nicht einfach nur hören, sondern live erleben sollte. Wenn das Klavier vom immer kräftiger werdenden Schlagzeug übertönt wird, bis sich am Ende aus dem lauten, bunten Rauschen der Musik leise eine klare Melodie erhebt ("Clouds"), dann macht es Spaß vor der Bühne zu sitzen und zu lauschen. "Das waren dann aber auch die einzigen Wolken für heute", sagte Julie Sassoon angesichts des heißen Frühsommertages und der Hitze im Forum Gestaltung.

Samstag, 22. April 2017

Sassoon und Kellers

Im zweiten Teil des Klavierabends bei den Magdeburger Jazztagen gab es ein Duo von:
Julie Sassoon – Piano,
Willi Kellers – Schlagzeug, Percussion

Über Julie Sassoon sagt Warnfried Altmann in seiner Anmoderation: "Wie sie die Musik atmen läßt, verschlägt einem den Atem". Und so begann das zweite Klavierkonzert ganz anders als das zuvor gehörte. Nur ganz leise klingen die Metallbesen von Willi Kellers auf seiner Steel drum, zu denen Julie Sassoon ebenso leise Klaviertöne hinzufügt. Es ist, als wollten sich beide Musiker erst langsam an die Instrumente, den Raum, das Publikum herantasten. So ist Kellers anfangs eher ein  Schlagzeuger der leisen Töne, wenn er ein Kinder-Xylophon oder eine Kalimba nutzt. Es ergibt sich ein interessantes Zusammenspiel, wenn das Klavier den Rhythmen des Schlagzeugers folgt.

Erst allmählich steigern sich Sassoon und Kellers gegenseitig in ein kräftigeres, bis ins exzessive gehende Spiel hinein, das sie immer wieder mit leisen Stellen unterbrechen, zuweilen auch mit Pausen – die das konzentrierte Publikum bewußt aushält ohne sich zu sofortigem Applaus verleiten zu lassen. An den leisen Stellen scheint das Klavier leise zu singen (oder ist es Sassoons Stimme?), so wie der Klang von ersten Regentropfen auf der glatten Oberfläche eines Sees.