Zum Auftaktkonzert der 5. Magdeburger Jazztage "Jetzt" stand die österreichische Band „Shake Stew“. In der Musik der Band trifft Fusion auf Afro Beat und Big-Band-Bläsersätze. Ein großartiger Beginn des Festivals im ausverkauften Gartensaal des Gesellschaftshauses.
Lukas Kranzelbinder – Kontrabass, E-Bass, Guembri, Leader
Fabian Rucker – Altsaxophon
Johannes Schleiermacher – Tenorsaxophon, Flöte
Mario Rom – Trompete
Tobias Hoffmann – E-Gitarrre
Niki Dolp – Schlagzeug, Perkussion
Christian Eberle Marquez – Schlagzeug, Perkussion
Was für eine wilde Klangvielfalt gleich von Beginn an! Die Band begann mit den ersten beiden Titeln des aktuellen Albums "Heat". Die zwei (!) Schlagzeuger der Band legen schnelle und mitreißende Rhythmen vor, die vom Sound der Bläser überlagert werden. Afrikanisch geprägte Rythmen, Big-Band-inspirierte Bläsersätze – all das mischt sich zu einem modern urban global big band sound. Eine Musik, zu der man schon nach den ersten Takten am liebsten aufstehen (das Konzert fand im bestuhlten Saal statt) und sich bewegen möchte (und das muss schon was heißen, wenn sogar ich als Tanzmuffel so etwas schreibe...).
Als es später leiser wird, Lukas Kranzelbinder zur marokkanischen dreisaitigen Laute Gimbri greift, da klingt Afro-Pop durch, wie man ihn von Künstlern wie Fela Kuti kennt. Von Johannes Schleiermachers Querflöte kommen Vogelstimmen und vom vorher so kräftigen Schlageug hölzerne Klänge der Schlitztrommel und leise prasselnder Regen. Es ist wie ein Umschalten auf Weltmusik-Klänge. "Die nordafrikanische Musik hat meine Musik geprägt", sagte mir Kranzelbinder nach dem Konzert, "aber auch Musiker wie der Wiener Joe Zavinul". Kein Wunder, wenn einige der Bläsersätze nach Fusion Music klingen, wenn die Bläser beinahe unisono langegezogene Melodien spielen. Als die ersten beiden Stück nach langen Variationen und Improvisationen enden, sagt Kranzelbinder dem Publikum: "Auf der CD ist es kürzer. Aber man verliert sich als Musiker so leicht in diesen meditativen Klängen".