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Montag, 20. Januar 2025

Trio St. Tropez

Jazz in ungewöhnlicher Besetzung  – Cello und Geige hört man nicht oft im Jazz – und mit einem Bandnamen, der französische Leichtigkeit verspricht.

Almut Schlichting – Saxophon
Max Eisinger – Violine
Johannes Fink – Cello

Die drei Musiker beginnen ihr Magdeburger Konzert mit Kraft und voller Dissonanzen, die erst allmählich in Harmonie zueinander finden. Ich höre das sowohl Klassische Konzerttöne heraus als auch Hanns Eisler und Kurt Weil, wenig später dann beswingte Walzertöne eines Salonorchesters, gemischt mit musikalischem Witz. "Wir hatten uns als Trio ursprünglich mal zusammengefunden, weil ich angefragt wurde, die Musik für ein französisch geprägtes Programm eines Berliner Veranstalters zu schreiben, im Stil des Jazz der 50er/60er Jahre. Der Name für unser Trio lag dann nicht fern, schließlich war St. Tropez damals ein Sehnsuchtsort der Künstler."

Montag, 20. Januar 2020

Subsystem: Bauhauskapellentraum

Mit Anlehnungen an die verrückten Kunstvorstellungen des Bauhauses: die Berliner Band SUBSYSTEM mit ihrem Projekt Bauhauskapellentraum:
Almut Schlichting – Baritonsaxophon, Komposition
Sven Hinse – Kontrabass, Komposition
Jacobien Vlasman – Gesang
Christian Kögel – Gitarre

Die Band beginnt mit Sprechgesang, mit irgendwelchen verrückten Versen und Wortspielereien von den „Bauhaus-Bananas“, und einer Musik, in der „ausgerechnet Bananen“ steckt oder auch Zabadak, der erste Titel des Konzertes hatte zugleich etwas von komplizierter Rhythmik wie von lässig gesungener easy Strandmusik, wozu sicher auch die später hinzukommende Hawaii-Gitarre von Christian Kögel gehört. Neben der Stimme prägten vor allem der Bass und die Gitarre die Musik, Almut Schlichtings riesiges Baritonsaxophon summte ab und an wie ein brummendes Insekt darüber. Später entwickelten die Musiker ein Duett von Saxophon und Gitarre, erst langsam und dann, als der Bass dazu kommt, immer schneller werdend, eine Mischung aus dadaistischen Klängen und brasilianischen Rhythmen.

"Das entsprach auch dem Gefühl der damaligen Bauhauskapelle", sagte Almut Schlichting, "das war eine bunte und wilde Truppe, eine Tanzkapelle, die viel experimentiert hat, entstanden im Thüringer Jazz-Milieu". Aufnahmen gibt es nicht, erklärte sie weiter, "aber wir haben einiges zur Musik gefunden und zu eigenen Collagen verarbeitet". Eines davon, den Bauhausmarsch "Itten Mucha Mazdaznan", ist den ersten Bauhaus-Lehrern Johannes Itten und Georg Muche gewidmet. Und das damalige Erkennungszeichen der Bauhäusler, der Bauhaus-Pfiff ist darin verarbeitet. Auch wenn nicht viel überliefert ist, gibt es doch Berichte von Zeitzeugen, die von der Musik, die damals sehr wild gewirkt haben muss, überaus begeistert waren.

Montag, 17. Dezember 2018

Insomnia Brass Band

Heute war bei Jazz in der Kammer die „Insomnia Brass Band“ zu hören. Die Minimalbesetzung einer Brassband brachte eine Mischung aus Big-Band-Sound und Jazz auf die Bühne
Anke Lucks – Posaune
Almut Schlichting – Baritonsaxophon
Christian Marien – Schlagzeug

Kräftige Trommelwirbel von Christian Marien – dann setzen Posaune und Saxophon ein. Langsam und zurückhaltend erst, bald kräftiger werdend. Wie aus den Tiefen des Untergrunds heraus kommen die Bässe aus Almut Schlichtings Baritonssaxophon, das sie mit vollem Einsatz und rhythmusbetont bläst; etwas höher, aber immer noch tief genug kommen Anke Lucks' Posaunenklänge hinzu. Ungewöhnlich die Rolle des Schlagzeugs: Christian Marien lässt sich in seinen Rhythmen von dem leiten, was die beiden Bläserinnen machen, schaut von einer zur anderen, übernimmt von ihnen Rhythmus und Tempo und setzt das dann in seinem Schlagzeug um. "Ich bin anders als in größeren Bands nicht in eine Rhythmusgruppe eingebunden und habe damit so etwas wie die Carte Blanche", sagte er später dazu. "Ich kann mich zurücknehmen oder auch mein eigenes Ding machen". Zum eigenen Klang des Schlagzeugers gehörte aber auch, kräftig mit dem Bläsersound mitzugehen oder dem Schlagzeug einen beinahe schon melodiösen Klang zu geben.

Dabei entsteht ein jazziger Big-Band-Sound, soweit das "Big" bei drei Musikern nicht ein wenig übertrieben zu sein scheint. Von der Kraft der Musik her jedenfalls spielte es keine Rolle, wie viele Musiker da nun auf der Bühne stehen. Was vor allem zählte, war dieses selbstverständliche miteinander spielen, improvisieren, neues probieren. Es machte Freude, der Band dabei zuzuhören.