Mittwoch, 30. November 2022

Vorschau Dezember: An Ayler Christmas

Am Montag dem 19. Dezember wird es tatsächlich mal weihnachtlich (was nicht in jeder Dezember-Ausgabe von Jazz in der Kammer der Fall ist). Mars Williams presents:

An Ayler XMas – The Music of Albert Ayler & Songs of Christmas

Mars Williams ist einer der wahren großen Saxophonspieler – jemand, der Freude am bloßen Akt des Hornblasens hat. Diese ungeheure Begeisterung ist ein wesentlicher Teil seines Klangs, und sie kommt bei jedem Spiel durch jede Note. In welcher Situation auch immer, Mars spielt aufregende Musik. In vielerlei Hinsicht ist es ihm gelungen, neu zu definieren, was Vielseitigkeit für den modernen Saxophonisten bedeutet.
(John Zorn)

Bei den denkwürdigen Konzerten seines Projektes AN AYLER XMAS verbindet Williams eine Vielzahl von Weihnachtsliedern mit dem unauslöschlichen Repertoire des Free-Jazz-Titanen Albert Ayler, der seinen in Gospel und Spirituals verwurzelten Melodien eine glühende Intensität verlieh.

Montag, 21. November 2022

Cansu Tanrikulu und Gille – Ramond – Kugel

Virtuoser Sprechgesang trifft auf Jazztrio: 

Ayşe Cansu Tanrikulu – Gesang
Sebastian Gille – Saxophon
Christian Ramond – Bass
Klaus Kugel – Schlagzeug

Das Konzert beginnt mit Gesang solo. Mit wenigen Tönen, die klingen, als seien sie Volksliedern in  Cansu Tanrikulus türkischer Heimat entlehnt. Nach dem Konzert sagte sie, "ich kann mich tatsächlich in meiner Muttersprache am gefühlvollsten ausdrücken". Erst etwas später und zunächst sehr verhalten reagieren die drei Instrumentalisten. Etwas Bass hier, etwas metallisch klingendes Schlagzeug dort, dazu erst leise, dann kräftiger das Saxophon von Sebastian Gille, das er im Klang der Stimme anpasst, wenn auch in anderer Tonlage. Zwischen Saxophon und der Sängerin baut sich eine musikalische Symbiose auf, wenn Tonfolgen hin und her gehen, jeweils verwandelt zurückgespielt werden.

Sonntag, 23. Oktober 2022

Vorschau November: Leopolis Quintett

Achtung, Programmänderung!
Kurzfristig musste die Besetzung geändert werden. Am 21.11. werden

Ayşe Cansu Tanrikulu – Gesang
Sebastian Gille – Saxophon
Christian Ramond – Bass
Klaus Kugel – Schlagzeug
bei Jazz in der Kammer zu hören sein.

================================

Am 21. November wird bei Jazz in der Kammer das Leopolis Quintett zu hören sein:

Ulyana Horbachevska (Stimme)
Petras Vysniauskas (Sopransaxophon)
Antoni Donchev (Piano)
Christian Ramond (Kontrabass)
Klaus Kugel (Schlagzeug)

Das Projekt der ukrainischen Vokalistin Ulyana Horbachevska verknüpft nahtlos ukrainische Volkslieder mit freier Improvisation, durchläuft die Klaviatur menschlicher Ausdruckskraft, erreicht bisweilen ekstatische Höhepunkte und führt das Publikum durch faszinierende, außergewöhnlich modern und archaisch zugleich anmutende Klanglandschaften.

Hier gibt es schon mal ein Stück der Band zum Anschauen und -hören:



Montag, 17. Oktober 2022

Jacobien Vlasman Trio

Heute war in Magdeburg das Jacobien VlasmanTrio zu erleben, mit gesangsbetontem Jazz, begleitet von elektronischer Gitarre und kräftigem Acoustic-Bass.

Jacobien Vlasman (vocals, electronics, composition, arrangements)
Peter Meyer (guitar, live processing, electronics)
Miles Perkin (bass, percussion, vocals, electronics)

Jacobien Vlasman setzt mit "Strange Faces" gleich zu Beginn des Konzertes ein Zeichen, wo es musikalisch hingehen soll. Die Stimme steht dabei erkennbar im Mittelpunkt. "Strange faces hanging on the wall where I walking" singt sie und der Text ist dabei ebenso rätselhaft wie die Stimme, Sprechgesang, teils durch Soundprozessoren elektronisch verfremdet. Deutlich im Mittelpunkt bleit der Gesang aber auch, als sie im nächsten Stück sehr viel lässiger singt, den Rhytmus von Gitarre und Bass aufnehmend. "Ich stelle mir dabei irgendwas lässiges vor, vielleicht durch Texas reiten, jedenfalls etwas das völlig easy ist", sagt sie dem Publikum über diese musikalische Wendung. 

Montag, 19. September 2022

Phil Minton und Lu Hübsch

Heute ging es es nach der Sommerpause weiter mit Jazz in der Kammer, mit einem experimentierfreudigen und heftig improvisierenden Duo:

Phil Minton (Gesang)
Lu Hübsch (Tuba)

Dass da zwei tolle Improvisateure zusammenkommen, das merkt man schon zu Beginn. Lu Hübsch spielt seine Tuba, ein wahres Riesenteil, anfangs ohne Mundstück, erzeugt Töne jenseits aller Blasmusik, die mehr Geräusch und Percussion sind. Und er spielt das Instrument voller Kraft, man spürt Kraft und Intensität in jedem Ton. Dazu Phil Mintons Stimme, mit der er nicht etwa singt, sondern atmet, schnauft, zischt und pfeift, auch Ansätze von Jodeln oder leisen Sprechgesang kann man heraushören. Beides zusammen ist Phantasie pur.

Donnerstag, 23. Juni 2022

Vorschau September: Phil Minton und Lu Hübsch

 Am Montag dem 19. September geht es nach der Sommerpause weiter mit Jazz in der Kammer: 

Phil Minton (Gesang)
Lu Hübsch (Tuba)


Wieder eine interessante Kombination aus Stimme und (nur einem) Instrument. Ich bin gespannt!

Die Stimme: eine Röhre und darin schwingende Bänder.
Die Tuba: eine Röhre und daran schwingende Lippen.

Phil Minton und Carl Ludwig Hübsch sind als Improvisatoren unterwegs um Tag für Tag aufs neue den Schritt ins Unbekannte zu wagen, in eine neue Musik, die sich von selbst zusammensetzt. Derartigem Klingen liegt blindes Einverständnis der Musiker zu Grunde. Gespielt wird, was nötig ist. Die Musik ist der Chef. Und so entsteht von Augenblick zu Augenblick Feines, Wildes, Spannendes und Magisches vor den Ohren der lauschenden Hörerinnen und Hörer.

Hübsch über Hübsch:
"Meine Konzerte befassen sich mit dem Aspekt der Musik als Struktur in der Zeit.
 Der Fokus liegt auf dem Moment des Entstehens. Emphase oder Dramaturgie werden immer wieder spielend gebrochen und in neuen Impulsen fortgeführt, wobei die „Selbstbestimmtheit“ des musikalischen Laufs konstanter Bezugspunkt ist.
 Die Verwendung moderner und selbstentwickelter Spieltechniken geht weit über das verbreitete Blasmusikklischee hinaus, mit dem die Tuba immer wieder in Verbindung gebracht wird.
 Ein innovatives Klangfeld breitet sich aus, die Tuba wird aus einer neuen Perspektive dargestellt und das Publikum hört sich hören.“