Montag, 19. Oktober 2026

Sebastian Böhlen Trio

Heute war das Sebastian Böhlen Trio zu Gast bei Jazz in der Kammer im Magdeburger Gesellschaftshaus. Filigrane Gitarrenklänge trafen auf einen melodiös gespielten Bass und genau abgestimmte Schlagzeugrhythmen.

Sebastian Böhlen – Gitarre, Komposition
Max Leiß – Bass
Julian Fau – Schlagzeug

Schon in den ersten Titeln wird erkennbar, dass es eines der ruhigen und melodiösen Konzerte der Magdeburger Jazz-Reihe sein wird (die auch schon wilde Konzerte erlebt hat). Sebastian Böhlen beginnt mit gefühlvollen und klaren Tönen, die gut mit Max Leiß’ gezupftem Bass harmonieren. Das Schlagzeug klappert dezent im Hintergrund. Melodien, die sich Gitarre und Bass gegenseitig zuspielen, behutsam, lassen Raum für beide Instrumente. Dabei verzichtet Böhlen auf seiner E-Gitarre weitgehend auf elektronische Effekte, über weite Strecken überwiegen überwiegen die akustischen Anteile des Instruments. 

Montag, 21. September 2026

Public Radio

Heute kam das Trio Schultze – Ehwald – Rainey mit seinem Projekt Public Radio nach Magdeburg zu Jazz in der Kammer im Forum Gestaltung. Ihre Instrumente fügen sie in kräftigen Improvisationen harmonisch zusammen. 

Stefan Schultze – Piano
Peter Ehwald – Saxophon
Tom Rainey – Schlagzeug

Schon die Ankündigung von Warnfried Altmann, seit  über 30 Jahren  Organisator der Magdeburger Jazzreihe, machte neugierig: „Was die drei vorhin geprobt haben, da schlackern einem die Ohren“. Zu hören gab es eine große Bandbreite an Klängen und Musik, von leise und zart bis zu völlig wild.

Peter Ehwald gab auf seinem Saxophon ganz sachte Tonfolgen vor, Stefan Schultze übertrug diese leicht abgewandelt auf sein Piano, anfangs alles noch sehr sanft und ruhig, mit leisen Percussionklängen von Tom Rainey. Schon bald bekommt das Klavier eine eigenständige Rolle, mit langen, perlenden Passagen. Die Musik wird kräftiger, sehr dynamisch, aber – auf eine eigenartige, schwer zu beschreibende Weise – ohne dadurch zu laut zu werdem. 

Sonntag, 15. März 2026

Vorschau: Magdeburger Jazztage

Der Termin für die Magdeburger Jazztage – vom 30. April bis 3. Mai – stand schon lange fest. Endlich ist auch das Programm veröffentlicht:

Seit 10 Jahren schon gibt es die Magdeburger Jazztage. Die ersten fanden im April 2016 statt (und wegen einer lange geplanten Auslandsreise konnte ich in nicht im Blog über die Premiere berichten). Im Jahr 2020 mussten die Jazztage ausfallen und im Jahr 2021 gab es sie nicht zum Frühjahrstermin, aber im Herbst setzte das Gesellschaftshaus mit dem Offbeat-Jazzfest die Jazztage-Tradition fort, die dann ab 2022 wieder im Frühjahr stattfanden. So gezählt sind es daher in diesem auch die 10. Jazztage.

Sonntag, 22. Februar 2026

Vorschau März: André Nendza "On Canvas"

Am Montag, dem 16. März gibt es um 20 Uhr die nächste Ausgabe von Jazz in der Kammer. Dann wird André Nendza mit seinem Quintett nach Magdeburg ins Forum Gestaltung kommen: 

Angelika Niescier – Saxophon
Matthias Bergmann – Trompete
Hubert Nuss – Piano
Alex Parzhuber – Schlagzeug
André Nendza – Bass

Aus der Ankündigung: 

In diesem neuen Ensemble des Bassisten André Nendza treffen fünf renommierte Musiker(innen) aus unterschiedlichsten Spielformen des Jazz aufeinander. In Zeiten, in denen sich die Szene immer feiner aufgliedert, wird hier das Verbindende gepflegt. Und einfach gemeinsam Musik gemacht. Die neuen Kompositionen von André Nendza basieren zumeist auf Formen und Changes bekannter Standards und bilden dadurch einen perfekten „common ground“, auf dem alle Beteiligten ihre individuelle Stimme einbringen können. Gegensätze und Spannungen sind dabei erwünscht und werden durch den Spaß an rhythmischer Intensität (sprich: Swing) aufgelöst. Die CD des Quintetts ist 2021 auf „Jazzsick Records“ erschienen. 

Montag, 16. Februar 2026

Was wäre der Jazz ohne Konzertbesucher

Vor dem allmonatlichen "Jazz in der Kammer" kündigte Warnfried Altmann nicht nur wie gewohnt die Musiker des Abends an, sondern wendet sich auch ganz persönlich an die Konzertbesucher. Sichtlich erfreut und erleichtert ist er vor allem auch darüber, dass der Saal im Forum Gestaltung diesmal so gut gefüllt ist. 

In einer Rundmail hatte er zuvor geschrieben: "Wir gehen zur Zeit voll ins Risiko, es gibt nach wie vor keine finanzielle Zusage an Förderung, geschweige denn einen Geldfluss. Wir sind soo dringend auf die Einnahmen aus dem Kartenverkauf angewiesen. Deshalb hiermit noch einmal die herzliche Bitte, kommen sie, genießen sie diese wunderbare Musik, die starke emotionen freisetzt, die Fantasie und Kreativität aktiviert, resignieren sie nicht, lasst uns zusammen sein, hören und reden und Wein trinken – alles was gut tut."

Simon Popp Trio

Heute war das Simon Popp Trio bei Jazz in der Kammer im Forum Gestaltung zu hören. Drei Schlagzeuger auf der Bühne, Klang und Rhythmus bestimmt die Musik.

Simon Popp– Schlagzeug
Flurin Mück – Schlagzeug
Sebastian Wolfgruber – Schlagzeug
Flurin Mück, Simon Popp und Sebastian
Wolfgruber (von links nach rechts)

Schon beim Betreten des Raumes kommt ein Wow!-Gefühl auf: die gesamte Bühne steht voller Schlagzeug. Die komplette Bandbreite von der großen Base-Drum bis zu kleinen Percussion-Instrumenten, und das ganze gleich in unterschiedlicher Kombination drei mal, für drei Schlagzeuger, ist von links nach rechts über die gesamte Breite der Bühne hinweg aufgebaut. Nur Schlagzeug, sonst nichts - das sieht man nicht oft. Beeindruckend.

Dann setzt die Musik ein: mit einer über die gesamte Bühne hinweg stereoskopisch breit verteilten Klang. trotz des großen Instrumentariums zunächst überraschend sanft. Leise Trommeln mischen sich mit Percussion und nach indonesisch klingenden Blech. Später werden sich einige dieser metallischen Klänge als elektronisches Pad herausstellen. Das ist dann aber auch schon alles, was elektronisch an Klängen erzeugt wird, alles andere entsteht rein akustisch. Zwischen Handpan und hölzerner Schlitztrommel ist auf der Bühne wohl alles versammelt, was es abseits des üblichen Drumsets an etwas exotischeren Instrumenten gibt.