Montag, 25. November 2019

Vorschau Dezember: Baars/Kneer/Elgart

Am 16. Dezember kommen drei Musiker nach Magdeburg, die für kräftige und experimentelle Töne auf der Magdeburger Jazzbühne sorgen werden.
Bill Elgart – Schlagzeug
Ab Baars – Tenorsaxophon
Meinrad Kneer – Bass
Bill Elgart und Meinrad Kneer waren hier schon in anderen Projekten zu hören (wer dazu etwas nachlesen möchte, kann auf die Labels in der rechten Spalte klicken). Ich bin gespannt was sie diesmal auf die Bühne bringen.

Aus der Ankündigung:
Eine intime musikalische Auseinandersetzung auf ausgefuchster Improvisationsebene. Zusammen mäandern sie zwischen Form und Abstraktion, Konsens und Dissens, Dissonanz und Echo, aber die wahre Kraft liegt in den schier endlosen Klangfarbenvariationen, in denen ihre Dialoge stattfinden. Wunderschöne Poesie!
Viele Jahre lang kreuzten sich die musikalischen Wege von Ab Baars und Meinrad Kneer wieder und wieder – sei es im Joost Buis Tentet, mit dem sie u.a. beim North Sea Jazz Festival zusammen auftraten, oder im Ab Baars Quartett, wo Kneer immer wieder Wilbert de Joode ersetzte, oder aber in vielen ad hoc Konzerten in der sehr lebendigen niederländischen Improszene. Der Wunsch dieser zwei eigensinnigen Musiker, in einem gemeinsamen Projekt ihr Zusammenspiel zu vertiefen, veranlasste sie in unzähligen Wohnzimmersessions ihre sehr persönliche Improvisationssprache reifen zu lassen. Die ersten Früchte dieser Arbeit wurden auf der CD ‘Windfall’ (Evil Rabbit Records, ERR10) festgehalten. 2010, bei zwei Festivalauftritten zur Feier des dreijährigen Bestehens des Labels Evil Rabbit Records, spielen sie u.a. mit dem phänomenalen amerikanischen Schlagzeuger Bill Elgart (spielte u.a. mit Paul Bley, Sam Rivers, Roswell Rudd, Gary Peacock, John Tchicai…), was sie spontan ihr Duo zu diesem ausdrucksstarken Trio erweitern ließ.

Montag, 18. November 2019

Wolfgang Lackerschmid Trio feat. Stefanie Schlesinger

Heute gab es seit langem wieder Jazz-Gesang zu erleben, als Stefanie Schlesinger gemeinsam mit Wolfgang Lackerschmids Trio in Magdeburg zu Gast war.
Stefanie Schlesinger – Gesang
Wolfgang Lackerschmid – Vibraphon
František Uhlíř – Bass
Guido May – Schlagzeug

Wolfgang Lackerschmid zu hören ist ein Erlebnis – wenn er die Metallplatten seines Vibraphons glockenhell und kräftig klingen lässt, in atemberaubendem Tempo, dann wieder leise und sanft spielt, aus dem Instrument  gelegentlich auch mit dem Bogen angestrichen sphärische Töne wie die einer Glasharmonika entlockt.

Dazu dann der Gesang von Stefanie Schlesinger. Jazzstandards singt sie ebenso wie eigene Vertonungen literarischer Texte. Wenn Stefanie Schlesinger singt, überlassen Lackerschmid und sein Trio ihr die Bühne, begleiten sie zurückhaltend, füllen die Gesangspausen mit smoothigen Klängen. Und darin passen dann Schlesinger und Lackerschmid wunderbar zusammen. Kein Wunder, schließlich spielen sie schon seit Jahren gemeinsam, als Duo ebenso wie in anderen gemeinsamen Projekten.

Montag, 4. November 2019

Vorschau November: Wolfgang Lackerschmid und Stefanie Schlesinger

Am 18. November werden Wolfgang Lackerschmidt und Stefanie Schlesinger mit ihrem Quartett in Magdeburg im Forum Gestaltung zu erleben sein.

Stefanie Schlesinger – Gesang
Wolfgang Lackerschmid – Vibraphon
František Uhlíř – Bass
Guido May – Schlagzeug

Stefanie Schlesinger und Wolfgang Lackerschmidt arbeiten schon  lange zusammen. Diesmal kommen sie im Quartett nach Magdeburg. Wie die Hörbeispiele auf der Webseite von Stefanie Schlesinger zeigen: Diesmal wird es bei Jazz in der Kammer ruhige, smoothige, melodische Klänge geben, wenn die sanfte Stimme der Sängerin vom Vibraphon begleitet wird.

Hier ist ein Video (in etwas anderer Besetzung):



Aus der Ankündigung des Konzertes:
WOLFGANG LACKERSCHMID,
ist seit den siebziger Jahren gleichermassen als Vibraphon – Virtuose und Komponist erfolgreich. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren u.a. seine legendären Duoaufnahmen mit Chet Baker sowie seine Zusammenarbeit mit Attila Zoller. Von Lackerschmid stammen zahlreiche Songs und Jazz-titel, die sich im Repertoire vieler seiner Kollegen etabliert haben, weiter-hin konzertante Werke für Orchester, Chor und viele andere Formationen, sowie Musik für Theater, Hörspiele und Filme.

MIT STEFANIE SCHLESINGER
betritt eine Sängerin die Bühne, deren tiefe Sehnsucht nach der Schön-heit des Augenblicks und dessen emotionaler Aufrichtigkeit das Publikum unmittelbar zu berühren weiß. Jazz ist hier keine Frage des Repertoires: Stefanie Schlesingers Programm umfasst neben den traditionellen Jazz-standards auch Filmsongs, klassische Werke und eigenes Song-Material wie z. B. Gedichtvertonungen. Dies alles macht sie sich mit viel Liebe zum Detail und ihrem besonderen Bandsound zu eigen: Durch die Art, wie Wolfgang Lackerschmid das Vibraphon als Harmonie-Instrument einsetzt, kommt Ihre wandlungsfähige Stimme optimal zur Geltung.

FRANTIŠEK UHLI̒Ř
aus Usti nad Orlici, Tschechische Republik, ist einer der besten europä-ischen Bassspieler und Absolvent des staatlichen Musikkonservatoriums in Brünn. Seit 1971 lebt er in Prag, dort hat er sich zu einem der gefrag-testen Bassisten entwickelt. Unter anderem spielte er mit Karel Velebny, Emil Viklicky, Laco Deczi, Jiri Stivin, Rudolf Dasek, Karel Ruzicka, Jana Koubkova, Linha Singers, Impuls, Barok Jazz Q. Er arbeitete auch mit vielen Weltstars und europäischen Gruppen zusammen, u. a. mit East-West Connection, Czech Norwegian Band, Europlane Orchestra, M.Hugelshofer Q, M.Däniker Trio, Trio, Prague-Vienna-Connection.

GUIDO MAY,
ist einer der gefragtesten europäischen Schlagzeuger. Neben der jahre-langen Zusammenarbeit mit Funklegende Pee Wee Ellis spielte er u.a. mit Größen wie Fred Wesley, Maceo Parker, Lynne Arriale, Diana Krall, Chico Freeman, Don Grusin, Manu Dibango, Claudio Roditi, Kenny Wheeler und den New York Voices.

Montag, 21. Oktober 2019

Warnfried Altmann Trio

Heute war der Organisator von Jazz in der Kammer seit langem wieder selbst in seiner Magdeburger Jazzreihe zu hören. Nach Magdeburg brachte er sein Trio, das Warnfried Altmann Trio mit. Im musikalischen Gepäck hatten sie die "Wangelin Songs", mit Inspirationen aus Altmanns neuer Heimat in Wangelin bei Plau am See.
Warnfried Altmann – Saxofon
Andreas Willers – Gitarre, Bass
Willi Kellers – Schlagzeug, Percussion

Sonst begrüßt Warnfried Altmann Publikum und Gäste. Heute übernahm Norbert Pohlmann vom Forum Gestaltung diese Aufgabe. Sichtlich erfreut über den sehr gut gefüllten Saal (es wurden zum Schluss noch einige Stühle mehr reingeholt) sagte er "wenn ich mich hier so umschaue, sehe ich viele alte Bekannte". Auf das unausweichliche Gelächter angesichts des 'Alters' antwortete er, "gut, das 'alt' nehme ich zurück, aber es ist doch schön, sich über so lange Zeit zu kennen. Und die Freundschaften wachsen mit dem Alter mit". Schließlich gehört "Jazz in der Kammer" schon 30 Jahre lang zur Magdeburger Kultur. Die Jazzszene in Magdeburg ist überschaubar, man kennt sich dort gut. Seit drei Jahren ist das Forum Gestaltung neue Spielstätte der Jazz-Reihe, seit das Schauspielhaus die Reihe einstellen wollte.

Warnfried Altmann überlässt den Beginn des ersten Sets dem Schlagzeuger. Willi Kellers nimmt seine Steel Drum zur Hand (eine original aus der Karibik mitgebrachte, wie er später verrät), schlägt darauf melodisch-helltönende Klänge. Altmann bläst zunächst verhaltene Töne dazu, wenig später stehen aber sein Saxophon und Andreas Willers' Gitarre im Mittelpunkt.

Der erste und nach der Pause auch der zweite Set spielen die drei Musiker an einem Stück durch, nur die Instrumente wechseln gelegentlich. Auf seinem Sopran-Saxophon bläst Altmann orientalisch anmutende Töne in den Saal, Willers greift zum elektrischen Bass und liefert damit tiefe Borduntöne. Diese verzerrt er später so stark, dass man erst mal hinschauen muss, was er da grad spielt, denn die durch die Verstärkung entstehenden Klänge könnte man sonst beinahe selbst für die eines Saxophons halten. Kellers liefert dazu permanente Rhythmen auf seinen Trommeln, aber auch hin und wieder auf der Steeldrum oder Percussions.

Montag, 7. Oktober 2019

Vorschau Oktober: Warnfried Altmann Trio

Am Montag, dem 21. Oktober, darf der Organisator von Jazz in der Kammer der Magdeburger Jazzreihe seit langem wieder selbst einmal in seiner Magdeburger Jazzreihe auftreten. Nach Magdeburg bringt er sein Trio, das Warnfried Altmann Trio mit.Im musikalischen Gepäck haben sie die "Wangelin Songs", mit Inspirationen aus Altmanns neuer Heimat in Wangelin am Müritzsee.
Andreas Willers – Gitarre
Warnfried Altmann – Saxofon
Willi Kellers – Percussion


Zu hören und erleben sind drei ausgeprägte Individualisten, jeder mit einer eigenen musikalischen Sprache die in einen gemeinsamen Sound mündet, dessen Energie das Publikum noch lange in sich spüren wird.
Übrigens waren die drei Musiker vor genau vier Jahren schon einmal bei Jazz in der Kammer zu erleben. Ich bin gespannt auf das aktuelle Programm.

Samstag, 5. Oktober 2019

Die Hochstapler – The Flop, the Turn and the River

"Die Hochstapler" spielten im wahrsten Sinne des Wortes mit der Musik, als sie im Magdeburger Forum Gestaltung ihr Improvisations-Stück The Flop, the Turn and the River aufführten.
Félicie Bazelaire – Cello
Pierre Borel – Saxophon
Antonio Borghini – Kontrabass
Patricia Bosshard – Geige
Emilio Gordoa – Vibraphon
Louis Laurain – Trompete
Hannes Lingens – Schlagzeug
Michael Thieke – Klarinette

Als die acht Musiker am Beginn des Abends jeder für sich kurze Melodien anspielen, Rhythmen klopfen, Klangvariationen und Tonfolgen probieren, nehmen sie die Zuhörer zugleich mit in die Entstehungsgeschichte ihrer Musik. Scheinbar zufällig angeordnet, sortieren sich diese kurzen Ton-Schnipsel allmählich neu, aus anfangs einzelnen Melodien ergibt sich allmählich ein faszinierender Zusammenklang.

Diese Ouvertüre, bei der die Musiker im Halbrund auf der Bühne stehen oder sitzen, ist nur von kurzer Dauer. In einer Kurzweiligkeit, die darauf angelegt ist, immer neue Ideen zu sammeln, wechseln die Musiker die Melodie – oder ihre Position oder ihre Spielpartner. Man hat gerade begonnen, sich einzuhören, schon gibt es etwas Neues. Dabei wird nicht nur mit Klängen und Spielweisen experimentiert, sondern auch mit dem Raum, indem die Musiker nahezu jede Position auf der sechs mal sechs Meter großen Bühne einnehmen, ständig unterwegs sind. Und reicht ihnen das nicht, dann geht es mit den Instrumenten zwischen die Reihen der Zuhörer, auf diese Weise die Bühne erweiternd. So muss sich nicht nur das Ohr des Zuhörers neu orientieren – auch der Blick versucht den Tönen zu folgen, die mal von hier, mal von dort her klingen. Es immer wieder verblüffend, was woher tönt. Sphärische Klänge aus dem mit dem Geigenbogen angestrichenen Vibraphon etwa, oder rhythmisches Klopfen vom Cello her.