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Montag, 21. April 2025

Fink 70's Revisited

Der Ankündigung nach konnten wir eine ebenso geniale wie verrückte Reminiszenz an die Funkmusic der 70er Jahre erwarten. Was am Abend des Ostermontags im Forum Gestaltung zu hören war, war tatsächlich noch viel mehr: Großartige Improvisationen quer durch die Jazz-Musik und darüber hinaus. Fink 70's Revisited, mit:

Silke Eberhard – Saxophon
Johannes Fink – Cello
Rudi Fischerlehner – Schlagzeug

Johannes Fink empfahl vor Beginn des Konzertes, die Musik seines Trios "wie einen Kinofilm durchlaufen zu lassen" – und tatsächlich eine passende Empfehlung für das Konzert, dessen zwei Sets ohne Unterbrechung durchgespielt wurden und das zugleich voller Abwechslung war und quer durch unterschiedlichste Musikstile ging. 

Montag, 20. Februar 2023

Der Dritte Stand

Der Dritte Stand experimentierte mit Tönen und Stimmungen – dabei entstanden faszinierende Sounds, die nur eines nicht zuließen: in gängige Standards eingeordnet zu werden.

Matthias Müller – Posaune
Matthias Bauer – Kontrabass
Rudi Fischerlehner – Schlagzeug

Dass der Dritte Stand kein Jazz-Trio der konventionellen Art ist, mit einem Front-Instrument und Begleitung von Bass und Schlagzeug, das hört man von Anfang an. Dabei beginnen die drei Musiker das Konzert sehr ruhig, Matthias Bauer lässt seinen Bass leise singen, durch Ziehen an den Saiten die Töne verzerrend, Matthias Müller lässt anfangs nur Atem- und Ploppgeräusche hören, selbst das Einziehen von Luft durch die Posaune hindurch wird zu Klang. Das alles kommentiert Rudi Fischerlehner mit leisen blechernen Percussionklängen. Erst allmählich nimmt die Musik Fahrt auf, wird lauter, heftiger. Die Posaune trötet los, bis einzelne Töne die Schmerzgrenze erreichen. Auch da bleiben es drei Individualisten, die in einer geheimnisvollen Art miteinander interagieren, scheinbar jeder sein eigenes Ding machend und so doch zu einem gemeinsamen Sound zusammenfindend. 

Freitag, 20. April 2018

Julie Sassoon Quartett

Das Julie Sassoon Quartett eröffnete heute im Forum Gestaltung den Club-Abend der Magdeburger Jazztage: kräftige und experimentelle Klavierklänge, bei denen Harmonie auf Kraft trifft.
Julie Sassoon – Piano
Lothar Ohlmeier – Bassklarinette
Meinrad Kneer – Bass
Rudi Fischerlehner – Schlagzeug


Zu Beginn des Konzertes greift Julie Sassoon nicht in die Tasten, sondern direkt in die Saiten des Klaviers. Die experimentellen Klänge der die aus Manchester stammenden und jetzt in Berlin lebenden Pianistin werden von Schlagzeuger Rudi Fischerlehner aufgegriffen, der sein Blech zum Klingen und zum Klingeln bringt. Klänge für anspruchsvolle Ohren, die sich am Easy-Listening-Einerlei der Kultursender satt gehört haben und auf Neues warten. Das Quartett liefert Musik, die man nicht nicht einfach nur hören, sondern live erleben sollte. Wenn das Klavier vom immer kräftiger werdenden Schlagzeug übertönt wird, bis sich am Ende aus dem lauten, bunten Rauschen der Musik leise eine klare Melodie erhebt ("Clouds"), dann macht es Spaß vor der Bühne zu sitzen und zu lauschen. "Das waren dann aber auch die einzigen Wolken für heute", sagte Julie Sassoon angesichts des heißen Frühsommertages und der Hitze im Forum Gestaltung.

Montag, 19. April 2010

Andreas Willers: Montauk

Andreas Willers unorthodoxe Projekte (z.B. Hendrix-Bearbeitungen für vier E-Gitarren) lassen sich mit dem Titel Jazz längst nicht mehr ausreichend beschreiben. Willers schöpft ebenso aus Neuer Musik, Rock, freier Improvisation – seine fließende Kompositions- und Gitarrentechnik verschafft ihm die nötige Lockerheit, um blitzschnell zwischen den Stilgrenzen zu changieren und auch mit ironischen Brechungen virtuos zu jonglieren, ohne eine eigenständige musikalische Linie einzubüßen.
Dominique Pifarély (Violine), Andreas Willers (Gitarre), Alain Grange (Cello), Rudi Fischerlehner (Drums)