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Sonntag, 23. April 2023

Fuchsthone Orchestra: Structures & Beauty

Mit dem Fuchsthone Orchestra gab es einen großartigen Abschluss der Magdeburger Jazztage. Ein letztes Mal für dieses Wochenende gab es großen Sound von der Bühne. Es war toll, wie hier moderner Jazz auf Bigband-Sound traf, der von wunderbaren Solisten geprägt wurde.

Leitung und Komposition: Caroline Thon & Christina Fuchs
Saxophone: Julian Drach, Jakob Manz, Veit Lange, Jens Böckamp, Susanne Weidinger
Trompeten: Jan Schneider, Matthias Knoop, Ruven Weithöhner, Matthias bergmann
Posaunen: Philipp Schittek, Matthias Schuller, Jonathan Böbel, Wolf Schenk
Gesang: Filippa Gojo
Violine: Zuzana Leharovà
Piano: Laia Genc
Gitarre: Andreas Wahl
Bass: Alexander Morsey
Schlagzeug: Jens Düppe

"Es ist selten geworden, dass man eine Bigband einfach so einladen kann", sagte Norbert Pohlmann bei der Ankündigung der Band und berichtete über die bereits vor einem Jahr notwendigen Terminabstimmungen – zu einer Zeit, als die Finanzierung der Jazztage noch nicht mal ansatzweise geklärt war. Um so schöner, dass das Fuchsthone Orchestra in dieser großen Besetzung nach Magdeburg kommen konnte.

Auch wenn sich das Fuchsthone Orchestra nicht als klassische Bigband versteht, sondern viele Spielarten des Jazz in seine Musik einbezieht, beginnt die Band mit einem volltönenden Sound, wie man ihn bei der großen Orchesterbesetzung erwartet. Dabei ist die Musik der Band voller Abwechslung. mal sind düstere Bläserklänge bestimmend, dann wieder leise Interaktionen zwischen einzelnen Musikern oder ganz leise Percussions unter Einsatz aller Instrumente. Mit einigen interessanten Details, so ist eine Geige (Zuzana Leharovà) in der Bigband eher unüblich und auch wenn die Pianistin (Laia Genc) auch mal in die Saiten des Flügels greift und mit den Händen Töne hervorholt, dann geht das über den gewohnten Einsatz des Pianos hinaus. Die Sängerin (Filippa Gojo) wird zum Teil des Orchesters. Statt vorn in der ersten Reihe steht sie hinten, mitten unter den anderen Musikern, was der musikalischen Einbindung des Gesangsparts in den Gesamtklang entspricht.

Mittwoch, 12. Mai 2021

Jürgen Friedrich Large Ensemble – Semisong

Heute gab es bei Jazz in der Kammer ein mehrfach außergewöhnliches Konzert: seit Monaten der coronabedingten Schließung aller Kultur (von der Jazz in der Kammer ebenso betroffen war wie die Magdeburger Jazztage) gab es endlich wieder live-Musik. Aber in einer ungewöhnlichen Form: zwar Live, aber nur im Stream zu erleben. Ebenfalls ungewöhnlich: das Konzert, über das Ihr hier etwas lest, könnt Ihr parallel auf Youtube nachhören. Also beinahe live: virtuell live. Dass der Konzerttermin völlig außerhalb der gewohnten Reihe lag, am zweiten Mittwoch statt am dritten Montag des Monats hat da eher nur anekdotischen Charakter.

Pablo Held (p)
David Helm (b)
Fabian Arends (perc)

Johannes Ludwig (sax)
Leo Huhn (sax, Live-Elektronik)
Sebastian Gille (sax)
Uli Kempendorff (sax)
Steffen Schorn (sax)
 
Chris Mehler (trp)
Bastian Stein (trp)
John-Dennis Renken (trp, Live-Elektronik)
Matthias Bergmann (trp)
 
Nils Wogram (pos)
Shannon Barnett (pos)
Moritz Wesp (pos)
Jan Schreiner (pos)
 
Jürgen Friedrich (comp, leader)

Als Norbert Pohlmann und Warnfried Altmann für eine kurze Begrüßung des Online-Publikums und eine Anmoderation nach vorn kamen, war ihnen die Freude über das Konzert anzumerken. Schließlich war es die erste Veranstaltung der Jazz-Reihe seit mehr als einem halben Jahr Veranstaltungsverbot (das letzte Konzert fand im Oktober 2020 statt, vor 7 Monaten). Aber, wie Norbert Pohlmann sagte: "Corona. diese Naturgewalt, wird es nicht schaffen, so wichtiges wie die Kultur zu zerstören." Er bezeichnete das komplette Konzert als außergewöhnlich. Schon dass es überhaupt zustande kam, dass die Band nach Magdeburg kommen und spielen konnte war alles andere als selbstverständlich.  Und Warnfried Altmann fühlte sich "überglücklich" und wies darauf hin "in einer Gesellschaft voller Angst ist diese lebendige Musik etwas, was wir so sehr brauchen". 

Am Beginn des Konzertes ("Infra Blue") war nur eine langsame Bass-Melodie zu hören, die allmählich von Posaune und Saxophon aufgenommen wurde, dann kamen Klavier und Flöte hinzu. Ruhig wie am Beginn bleibt es nicht lange, schon bald ergibt sich ein dissonantes Gewirr der Bläserstimmen, aus dem sich nach und nach wieder die ursprüngliche Melodie herausbildet. 

Donnerstag, 19. April 2018

Nomade Orquestra

Zur Eröffnung der 3. Magdeburger Jazz-Tage spielte das Nomade Orquestra. Zu kräftiger Musik gewordenes Brasilianisches Lebensgefühl!
Guilherme Nakata – Drums
Ruy Rascassi – Bass
Fabio Prior – Percussion
Luiz Eduardo Galvao – Guitar
Marcos Mauricio – Keyb
Beto Malfatti – Sax, Flute
Bio Bonato – Bar.Sax
Marco Stoppa – Trumpet
Andre Calixto – Sax, Flute
Victor Fao – Trombone

Die zehn brasilianischen Musiker entführten das Magdeburger Jazz-Publikum in eine Welt, die ein ganzes Stück abseits des herkömmlichen Jazz liegt – irgendwo zwischen Jazz, Funk, Fusion, Rock, Blues und Groove. Zwischen den Welten, "Entre Mundos", wie dann auch die aktuelle CD des Nomade Orquestra  heißt. Und dies mit südamerikanischen Gefühl für die Musik und vor allem mit einer ungeheuren Kraft.

Der erste Set begann ohne den Pianisten der Band (der wegen der Tücken der Einreise aus nicht-Schengen-Staaten in Madrid seinen Flug nach Deutschland nicht schaffte und erst zum zweiten Set eintraf) und war entsprechend sehr Bass-betont. Bass und Schlagzeug kamen mit großer Kraft zum Einsatz und ließen die Lautsprecherboxen bis zum Äußersten vibrieren. Am beeindruckendsten aber waren die Bläser der Band. Gleich zu Beginn spielten Posaune, Trompete und Saxophon eine Eröffnungsmelodie an, die in Variationen immer wieder im Konzert auftauchte. Eine einfache, aber äußerst kräftige Folge weniger Akkorde, die zum Erkennungszeichen des Nomade Orquestras wurden. Zu diesen schon sehr kräftigen Bläsern kamen gleich darauf Gitarre, Baß und Schlagzeug. Diese kräftigen Töne gingen in die Ohren, in den Bauch, erfassten den ganzen Körper. Musikgefühl pur!

Im Konzert trafen brasilianische Spielfreude auf Elektronik, akustische Trommelklänge und Percussion auf verzerrte Gitarre. Dabei entstand Musik, wie in der Hitze Südamerikas geschmolzen und in Deutschlands Kühle kondensiert. Egal ob Flötentöne und Gitarrenriffs, ob psychedelisch sanft oder bedrohlich laut, Töne aus dem Regenwald oder brodelnder Vulkan – wie auch immer, es war eine Freude, das zu erleben.

Donnerstag, 28. September 2017

Jugendmusikfest – Kon-Big-Band

Innerhalb des Jugendmusikfestes Sachsen-Anhalt gab es heute abend ein Doppelkonzert. Zum Auftakt stand die Kon-Big-Band des Magdeburger Georg-Philipp-Telemann-Konservatoriums auf der Bühne des Magdeburger Moritzhofes.


Die Band schaffte es von Anfang an, ihr Publikum mitzureißen, etwa wenn sie mit kräftigem Ausdruck die Töne aus den Trompeten, Saxophonen und Posaunen unisono ins Publikum blies, das schon auf den Rhythmus des Big-Band-Sounds wartete. Mit Floreando von Victor Lopez waren kubanische Klänge zu hören, voller Schwung, wie sie direkt von der karibischen Insel kommen könnten.

Die Band hatte zwei tolle Sängerinnen im Programm, die Lieder des Cristin-Claas-Trios interpretierten. Jessica Piontek begeisterte das Publikum mit ihrer ausdrucksstarken Stimme (Back in Time). Tammy Brückner sang Fall in meinen Arm als sehr gefühlvolle Ballade. Und auch beim letzten Stück des Abends, der Big-Band-Version des Kinderliedes Zwischen Berg und tiefem Tal übernahm sie den Gesangspart.

Jugendmusikfest – Jugendjazzorchester

Die zweite Hälfte des Doppelkonzertes auf der Bühne des Magdeburger Moritzhofes innerhalb des Jugendmusikfestes Sachsen-Anhalt gehörte dem Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt. Einige der Musiker der vorher aufgetretenen Kon-Big-Band konnten dabei gleich auf der Bühne bleiben, da sie Mitglied beider Orchester sind.


Vor dem Konzert begrüßte Claus Dietmar George, Geschäftsführer des Landesmusikrates Sachsen-Anhalt, die jungen Musiker. In seiner kurzen Rede wies er darauf hin, daß das Jugendjazzorchester in diesem Jahr das 500. Reformationsjubiläum mit mehreren Auftritten in Wittenberg unterstützt hatte und nahm gleich vorweg, daß davon auch etwas im Programm zu hören sein würde. Und mit sichtlichem Spaß erinnerte er an die Thesen eines anderen Reformators, als er hinzufügte "und ich freue mich schon auf das Jahr 2348, wenn das Kommunistische Manifest sein 500. Jubiläum hat". Er begrüßte auch Katrin Brechmann, die Direktorin des Landesmusikfestes, im Publikum. 


Das Orchester begann mit Bolivia von Cedar Walton äußerst kräftig und zeigte, wo es zu einem großen Teil des Abends hingehen sollte: zu einem modern gespielten Big-Band-Sound, der Spaß machte zu hören, und bei dem auch die Freude an der Musik zu spüren war.

Neben den instrumentalen Stücken gab es mehrere gesungene. Tammy Brückner sang sowohl gefühlvoll als auch kräftig das Nothing ever changes my love to you von Jack Seagal & Marvin Fisher. Später auch Songs wie How insensitive, dessen Titel im Gegensatz zur geradezu sensitiven, samtig warmen Stimme der Sängerin steht, oder For the time being, melancholisch und nur ganz sparsam von Bass und Piano begleitet, was eine magische Stimmung erzeugt. Marie Orlowski singt den Deedles Blues voller Leidenschaft, legt Liebe, Sehnsucht und Verzweiflung in die Textzeilen Come back baby. Später auch noch das Top hat, white tie and tails – Filmmusik von Irving Berlin, zu der bereits Fred Astaire tanzte. Über die neue Sängerin der Band sagte Ansgar Striepens, "ein wunderbares Talent, ich freue mich bei jeder neuen Arbeitsphase darüber, was für neue tolle Musiker hinzukommen". 

Sonntag, 23. April 2017

LeipJAZZig-Orkester spielt Hanns Eisler

Am Abschlußtag der Magdeburger Jazztage gab es ein großes Abschlußkonzert. Auf der Bühne im Gesellschaftshaus Magdeburg stand am Sonntag das LeipJAZZig-Orkester. Welches aus Leipzig stammt – aber das ist ja schon im Bandnamen zu lesen.
Stephan König (ld, p, comp, arr)
Thomas Prokein (vl)
Ulrike Strobel (vc)
Frank Bartsch (trp)
Gundolf Nandico (hrn)
Natascha Zickerick (tba)
Frank Nowicky (fl, alt-sax, ten-sax, cl)
Michael Arnold (ten-sax, alt-sax, sopr-sax, cl)
André Bauer (alt-sax, bar-sax, cl, bass-cl)
Jan Roth (dr)
Michael Breitenbach (sopr-sax, alt-sax)
Frank Kaiser (git)
Stephan "Grete" Weiser (bg)
Wolfram Dix (vib, perc)

Das LeipJAZZig-Orchester unter Leitung des aus Magdeburg stammenden Pianisten Stephan König lieferte am Sonntag im Gesellschaftshaus Magdeburg ein grandioses Finale. Die Leipziger Bigband, deren Mitglieder frei arbeitende Musiker sind, die sich zum Bigband-Projekt zusammenfinden, interpretierte die Musik von Hanns Eisler neu und setzte den Schwerpunkt auf dessen Orchesterwerke. „Zuletzt war die Bigband im Jahr 2000 in Magdeburg bei Jazz in der Kammer zu Gast“, sagte Stephan König. Damals noch in den Freien Kammerspielen im heutigen Schauspielhaus. Mit seinem neuen Programm erinnerte Stephan König an Leben und Werk von Hanns Eisler. Der Komponist emigrierte während der Zeit des Nationalsozialismus in die USA. Von dort wurde er wegen unamerikanischen Verhaltens ausgewiesen. Zurück in Deutschland, fühlte er sich auch in der DDR als Vertriebener, der sich auch dort nicht so wie erhofft verstanden fühlte. Auch in der nachträglichen Betrachtung seiner Werke wird er häufig nur als Komponist der Nationalhymne gesehen und sein umfangreiches Werk viel zu oft vernachlässigt.

Stephan König, zugleich Pianist des LeipJAZZig-Orkesters, dirigierte die Bigband vom Flügel aus. Das Konzert begann mit einem harmonischen Bläsersatz und dem Marschrhythmus der Trommel. Es folgte eine Zusammenstellung einiger Lieder Eislers, darunter eines meiner Lieblingsstücke von ihm, „An den kleinen Radioapparat“, mit verhaltenen, melancholischen Bläsertönen, im Mittelteil auch E-Gitarre und Geige.
Du kleiner Kasten, den ich flüchtend trug,
Daß meine Lampen mir auch nicht zerbrächen,
Besorgt vom Haus zum Schiff, vom Schiff zum Zug,
Daß meine Feinde weiter zu mir sprächen,
An meinem Lager und zu meiner Pein,
Der letzten nachts, der ersten in der Früh,
Von ihren Siegen und von meiner Müh:
Versprich mir, nicht auf einmal stumm zu sein!
Das Solidaritätslied, bei dem schon wenige Akkorde reichten, um die Melodie vor Ohren zu haben – auch wenn die Bigband-Version Eislers Klänge sehr stark variierte –, das Vielleicht-Lied, das Lied eines Freudenmädchens waren weitere Stücke. Auch wenn alle diese Lieder nur instrumental erklangen – wer das Solidaritätslied in Erinnerung hatte, für den war aus den Blechbläsern und Streichern war der Ruf „Vorwärts!“ deutlich zu vernehmen, noch bevor die vollständige Melodie zu hören war.

Ein Schwerpunkt des Konzerts lag für Stephan König in Eislers Orchestersuiten. „Ich habe dafür Teile aus meinen Lieblingsstücken von Eisler zusammengestellt, etwa aus der 5. und 6. Orchestersuite“, erklärte König. Orchesterwerke in den für Eislers Musik typischen Rhythmen, von König in einer Art „Improvisation für Orchester“ neu gemixt. Das war durchaus fröhlich anzuhören, Swing der 40er Jahre kam ebenso vor wie Volksfestmusik. Eine musikalische Zeitreise par excellence.

Montag, 13. Februar 2017

Kon-Bigband Magdeburg

Heute trat die Kon-Big-Band bei einem gemeinsamen Konzert mit dem Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt auf. Zur Eröffnung des Konzertes begrüßte Claus Dietmar George, Geschäftsführer des Landesmusikrates Sachsen-Anhalt, die Musiker und die Konzertgäste.


Die Kon-Big-Band ist die Bigband des Magdeburger Telemann-Konservatoriums. Musiker unterschiedlicher Instrumente haben sich darin zusammengeschlossen, um gemeinsam moderne Big-Band-Musik zu spielen. Schon seit Jahren treffen sie sich regelmäßig zu Probenwochenenden. Da lag natürlich wie immer nahe, das dort gespielte auch vor großem Publikum aufzuführen. Diesmal fand das Konzert in der Scheune des Magdeburger Moritzhofes statt. 


Das Konzert der Kon-Big-Band unter Leitung von Erhard "Mohi" Buschendorf begann mit "Keumbo" vom Christin-Claas-Trio. Tammy Brückner intonierte ausdrucksvoll die Fantasiesprache des Stückes. Die begeisternde Sängerin war schon in einigen Konzerten der Vorjahre mit der Big-Band unterwegs. Den dann folgenden "Worksong" von Nat Adderley spielte die Band mit der Perfektion eines großen Orchesters, mit mitreißendem Rhythmus im Bläsersatz und einem Stück Blues in der Melodie. Ursprünglich sollte als weitere Sängerin der Kon-Big-Band auch Jessica Piontek auf der Bühne stehen. Aber die Erkältungswelle hatte sie und einige andere Musiker erfasst.

Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt

Nach der einwöchigen Arbeitsphase im Kloster Michaelstein trat das Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt heute bei einem gemeinsamen Konzert mit der Kon-Bigband des Telemann-Konservatoriums Magdeburg in der Scheune des Magdeburger Moritzhofes auf.


Claus Dietmar George, Geschäftsführer des Landesmusikrates Sachsen-Anhalt, begrüßte das Jugendjazzorchester, das sich in diesem Jahr zu seiner 50. Arbeitsphase zusammengefunden hatte und die Ergebnisse dieses Jubiläums im heutigen Konzert präsentierte. George wies dabei auch auf die Einladung zum Reformationsjubiläum hin, die das Jugendjazzorchester erhalten hatte. Am 17. Juni wird es in Wittenberg ein Konzert aufführen, natürlich mit Musik und Liedern der Lutherzeit, die sie für Big-Band arrangiert aufführen. Bei so einem Ereignis mitzuwirken zu können, dazu eingeladen zu werden, darauf kann man wohl mit recht stolz sein. Und wer die Band schon  über Jahre hört, der weiß, daß sie wirklich auch das Potential dafür hat. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Ehre!


Spielte die vorangegangene Kon-Big-Band schon kräftig, so zeigte das Jugendjazzorchester, dass es noch kräftiger geht. Konzentriert spielten die Musiker gleich zum Anfang, bei Benny Carters "Easy Money", mit vollen Bläsereinsatz. Einige der Musiker hatten im Jugend-Jazzorchester schon den zweiten Auftritt des Abends, standen bereits mit der Kon-Big-Band auf der Bühne. In seiner Anmoderation wies Band-Leiter Ansgar Striepens auf diese teilweise Personaleinheit hin und lobte die Kon-Big-Band für ihre Musik. Voller Big-Band-Sound auch im nächsten Stück, dem "Double Barrel Blues" von Bob Florence, der den Musikern, vor allem den Bläsern, Raum für zahlreiche Solo-Parts gab.

Montag, 8. Februar 2016

Big Band des Konservatoriums Magdeburg

Die Kon-Big-Band des Konservatoriums Georg Philipp Telemann Magdeburg stand im ersten Teil des Bigband-Konzerts auf der Bühne des Magdeburger Schauspielhauses, geleitet von Erhard "Mohi" Buschendorf. Der Bigband-Sound, verbunden mit Gesangsstücken und Soli für einzelne Bandmitglieder, ergab ein wunderbares Konzerterlebnis.  


Die Band begann mit "The Mellow Saxophon" und einem sehr kräftigem, basslastigen Saxophon-Sound. Dem folgte ein Lied von Björk, aus "Dancer in the Dark", gesungen von Jessica Piontek, die das Lied mit kräftiger und gefühlvoller Stimme interpretierte. Dazu Gitarrensoli und deutliche Akzente setzende Klavierakkorden. Es folgte "Switch in time" von Sammy Nestico, ein Pflichtstück des Bundeswettbewerbs der Bigbands, ein Feature der Band für den Posaunisten Oscar van Hout.

Bemerkenswert war auch das von Mohi Buschendorf anscheinend für ein generationenübergreifendes Publikum geschriebene Stück, in dem er Melodien aus "Raumschiff Enterprise" und dessen Parodie "Raumschiff Surprise" mixte und für seine Band arrangierte. Dazu gab es natürlich auch den Text des Raumschiffs ("Der Weltraum – unendliche Weiten... Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, ..."). Die einen fühlten sich an Sonntags 18 Uhr im ZDF erinnert, die anderen an großes Kino. Aber egal, wer welche Version im Sinn hatte – der Drive des Stücks und die Begeisterung der Band übertrugen sich auf das Publikum.

Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt

Heute stand das Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt auf der Bühne des Magdeburger Schauspielhauses. Die jungen Jazz- und Bigband-Musiker aus allen Teilen des Landes kamen in den Tagen zuvor zu einer halbjährlichen Arbeitsphase (inzwischen bereits der 48.) in der Musikakademie Kloster Michaelstein zusammen, übten gemeinsam unter Anleitung von Tutoren die einzelnen Instrumentengruppen, probten als gesamtes Orchester. Wie in jedem Jahr konnte sich das, was dabei entstand, sehen und natürlich vor allem hören lassen: Bigbandmusik vom Feinsten.


Das Konzert des Jugendjazzorchesters Sachsen-Anhalt im Magdeburger Schauspielhaus stand unter Leitung des langjährigen Bandleaders Ansgar Striepens, der das Orchester sicher führte und für einen ausgewogenen Klang sorgte, zugleich den einzelnen Musikern auch Platz für Soli einräumte.

Das Konzert war der zweite Teil eines gemeinsamen Konzertabends mit der Kon-Big-Band des Magdeburger Konservatoriums Georg Philipp Telemann. Einige Musiker der Magdeburger Bigband waren auch gleich noch im zweiten Teil zu hören. Ansgar Striepens begann das Konzert mit einem Lob für die Magdeburger Band. "Ich hatte Mohi 200 Euro gegeben, dass er vor uns nicht so gut spielt – das Geld hat er genommen, aber gehalten hat er sich nicht daran", sagte er scherzhaft und zugleich anerkennend.

Das Jugendjazzorchester begann "Oye Como Va", einem Klassiker von Tito Puente, gespielt mit vollem und sehr kräftigem Einsatz der Bläsergruppe, Musik im typischen Bigband-Stil, mit Soloeinlagen von Posaune, Bariton-Saxophon, Trompeten und Schlagzeug. Dem schloß sich ein einst für Ella Fitzgerald geschriebenes Stück an, "It’s only a paper moon", hier gesungen von Myriam Rosenkränzer mit viel Variabiltät in der Stimme und großem Tonumfang. Danach ein weiteres Gesangsstück, diesmal mit Jessica Piontek. Sie interpretiert "Freedom Dance" aus Peter Herbolzeimers und Diana Reeves Album "Colors of a Band" als melancholische Ballade, von den Bläsern zurückhaltend begleitet.
"No joy in Mudville" von Bill Holmann, über das Ansgar Striepens einleitend sagte "ein Stück daß sehr viel Spaß macht, auch wenn das dem Titel nicht zu entnehmen ist" (den man vielleicht mit "kein Spaß im Dreckskaff" übersetzen könnte), erwies sich als rhythmusbetontes und von der Stimmführung her anspruchsvolles Stück mit einem sehr überaschend endenden Posaunensolo als Abschluss.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt

Das Konzert des Jugendjazzorchesters Sachsen-Anhalt im Magdeburger Schauspielhaus begann kräftig und mit lautem Bläsereinsatz. "Sugar" von Bob Florence klang eher beinahe rockig als nach typischem Big-Band-Sound. Es war, als würden die Musiker gleich im ersten Stück zeigen wollen, was sie nach ihrer gerade zu Ende gegangenen gemeinsamen Arbeitsphase im Kloster Michaelstein so drauf haben. Und das war wirklich eine Menge – an Repertoire ebenso wie an musikalischem Können.


Ansgar Striepens, übrigens bereits seit 15 Jahren Dirigent und künstlerischer Leiter, wies in seiner Anmoderation darauf hin, daß "das Programm in diesem Jahr sehr gesanglastig sei". Und in der Tat, in diesem Jahr kam die Sängerinnen und Sänger besonders oft auf die Bühne. Bereits seit einigen Jahren sind die vier im Orchester und bestens aufeinander eingestimmt. Ihre im Quartett gesungenen Stücke im Stil der Andrew-Sisters zu hören war eine Freude, aber ebenso auch jeder einzeln im Solo. Mir ist zum Beispiel Ruslan Wellners Interpretation eines alten Luther-Liedes in Erinnerung geblieben, eine Mischung aus einem wie aus der Zeit gefallenen Liebesliedes mit modernem Bigband-Sound. Oder Lisa Zwinscher mit Händels Oh mighty truth – ein Stück, das das Orchester ganz leise ausklingen ließ. Diese Stücke stammen aus der Beschäftigung des Orchesters mit Werken der Alten Musik, was immer eine interessante Mischung erwarten läßt. Interessant auch, daß sich viele Musiker schon seit Jahren wieder von Volksliedern inspirieren lassen oder diese neu interpretieren, so wie Sara Bodemann mit ihrem sowohl kräftig als auch gefühlvoll gesungenem "die Gedanken sind frei". Viel näher an der Jazz-Musik dann beispielsweise Kurt Weils Musik zu Brechts Mecki Messer, von Domenica Richter und dem Orchester musikalisch in den Geist der Entstehungszeit des Stückes gebracht.

Trotz der vielen Vokalstücke, der größte Teil des Abends gehörte der Instrumentalmusik. Oft im typischen Big-Band-Sound, wo die gut abgestimmten Bläsersätze der Band gefallen haben. Mal kräftig, laut und dynamisch, wie in den ersten Stücken des Abends, mal auch ganz leise und melancholisch wie in Bob Florence's "Autumn", und immer perfekt im Timing. Schön, daß auch viele der Musiker ihr Solo bekamen, kurz nach vorn kamen. Auch wenn dafür immer nur kurz Zeit blieb, so wurden doch die einzelnen Musiker akustisch erkennbar, die sich ansonsten dem Gesamtklang des Orchesters möglichst gut unterordnen müssen (was schließlich die Bestimmung eines Orchsters ist).

Die Musiker des Jugendjazzorchesters sind zwischen 14 und 24 Jahre alt. Durch die gesetzte Obergrenze ergibt sich von Jahr zu Jahr immer ein gewisser Wechsel. In diesem  Jahr kam es mir so vor, als wäre die Band deutlich verjüngt. Ansgar Striepens konnte das bestätigen und erläuterte, "Bei den Workshops waren es über 60 Musiker, zum Konzert heute wurden 27 ausgewählt. So sind auch einige neue Musiker hinzugekommen". Schön zu hören, daß es nach wie vor ein großes Interessse an der Mitarbeit im Jugendjazzorchster gibt, und so allmählich die nächsten Musikergenerationen herangezogen werden.

Es war wieder ein ungeheurere Freude, der Band zuzuhören.Nicht nur mir, sondern wohl allen im Publikum. Kleine Anekdote dazu: die ältere Dame neben mir fragte mich nach dem Konzert "sagen Sie bitte, sind das eigentlich Profimusiker?". Nun ja, was soll man da antworten – eigentlich schon, ja.



Montag, 11. Februar 2013

Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt

Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt

Zu Beginn des Konzertes erinnerte der Leiter des Jugendjazzorchesters, Ansgar Striepens, an die Geschichtes des Orchesters. Gegründet wurde es vor 20 Jahren, in jedem Jahr treffen sich die Musiker zu Arbeitsphasen. Meist zwei mal im Jahr, manchmal war es auch nur eine, manchmal auch mehr als zwei, und so kam man auf die Zahl 42 - die Übungswoche Anfang Februar im Kloster Michaelstein (zu einer Zeit, in der andere in die Winterferien fahren) war die 42. Arbeitsphase. Im Jahr 2013, so sagte er, wird es im Land auch noch mehrere Jubiläumskonzerte geben, dann sicher auch noch eines in Magdeburg.

Das Konzert begann mit dem Stück "Number remixed", komponiert von Daniela Gerstmann, die selbst bereits als Saxophonistin im Jugendjazzorchester und in der Big Band des Konservatoriums spielte, heute aber prüfungsbedingt nicht anwesend sein konnte. Ein furioses Stück, bei dem man sich erst einmal auf die verschiedenen Rhythmen einlassen mußte, das dann aber sehr interessant  war, mit experimentellen Klängen, aber auch Einflüssen aus dem Fusion Jazz.

Dann schloss sich Ansgar Striepens Arrangement des Liebeslieds "Speak low" aus dem Musical One touch of Venus von Kurt Weill an, von Domenica Richter sehr gefühlvoll gesungen. Mit Gesang ging es auch weiter in zwei Händel-Adaptionen, aus dem Oratorium "the triumph of time and truth", daraus "the beauty smiling" gesungen von Lisa Zwinzscher und "Lovely beauty", gesungen von Sara Bodemann. Sehr schöne Gesangsstücke, denen ich aber im Big-Band-Sound die Herkunft aus so alter Zeit gar nicht anhörte - mir schien es auf den ersten Blick kaum nach Händel zu klingen. Im Nachhinein machte ich mir aber mal die Mühe, auf youtube nach "originalen" Aufnahmen von Händel zu suchen, und mußte mein vorschnelles Urteil zurücknehmen. Ein überraschend neuer Händel.

Interessant (nein, mehr als das, in meinem persönlichen Empfinden: hervorragend!) waren auch zwei Arrangemants zu 500 Jahre alten Luther-Texten, gesungen von Ruslan Wellner ("Sie ist mir lieb die werte Magd") und von Lisa Zwinzscher.

Sara Bodemann verband in "Blackbird" sehr gekonnt den Gesang des Beatles-Songs mit dem Big-Band-Sound. Besonders begeisterten dann die Auftritte aller Sängerinnen/Sänger, als Stücke der legendären Andrew-Sisters auf die Bühne kamen.

Aber auch die Instrumentalisten bekamen ihren Platz im Konzert eingeräumt, spielten einzelne Passagen solo, unterstützt vom Orchester. Ansgar Stripens sorgte wie immer für einen ausgewogenen Orchesterklang.

Am Ende des Programms wunderte ich mich, wie schnell die knapp drei Stunden vergangen waren. Sehr interessante, lebendige und schwungvolle Musik. Im Theatersaal waren noch einige Plätze leer geblieben - das Jugendjazzorchster und ebenso davor die Big Band des Konservatoriums hätten einen ausverkauftes Theater verdient gehabt. Magdeburger Jazz-Publikum, beim nächsten mal bitte etwas zahlreicher!

Musik  von Bing Crosby und den Andrew
Sisters, mit Lisa Zwinzscher, Domenica Richter,
Sara Bodemann und Ruslan Wellner (v.l.n.r.)

Leiter des Jazzorchesters: Ansgar Striepens

Ein Nachtrag: ich erhielt grad eine nette E-Mail mit einer kleinen, inzwischen im Text eingefügten Korrektur. Deshalb nachgefragt: falls jemand noch etwas anmerken oder korrigieren oder z.B. mir die noch fehlenden Namen unter den Fotos nennen möchte (denn alle Namen konnte ich mir beim Konzert nicht notieren), kann mir gern eine  E-Mail senden. Natürlich auch, wenn jemand sein Foto aus dieser Seite entfernen möchte.