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Montag, 19. Februar 2024

Theo Jörgensmann Quartett

Mit dem Theo Jörgensmann Quartett war eine Band zu erleben, die bereits seit den 90er Jahren gemeinsam auf den Jazz-Bühnen steht. Im bis auf den letzten Platz (es wurden sogar noch Stühle herangeholt) vollen Saal im Magdeburger Forum Gestaltung.

Theo Jörgensmann – Klarinette
Christopher Dell – Vibraphon
Christian Ramond – Bass
Klaus Kugel – Schlagzeug

"Auf der Bühne erleben wir vier Individualisten, die sich gegenseitig nichts mehr beweisen müssen", so stellte Warnfried Altmann das Quartett des Klarinettisten Theo Jörgensmann vor. Will meinen: alles langjährige Jazzer, die mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit ihre Musik ausleben. Tatsächlich legen die vier von Beginn an ein sehr hohes Tempo vor, spielen über lange Strecken hinweg kräftig, mit nur kurzen Ruhepunkten. Und sie spielen jeden der beiden Sets in einem Zug durch. Wow! 

Montag, 15. Januar 2024

Wood & Steel Trio

Zum Auftakt des Jazzjahres im Forum Gestaltung war das Wood & Steel-Trio zu hören, mit

Marc Muellbauer – Kontrabass
Roland Neffe – Marimba- und Vibraphon
Christian Kögel – Dobro Steel Guitar

"Das heutige Konzert ist noch eines aus dem letzten Jahr, als der Kontrabass im Mittelpunkt stand", begrüßte Warnfried Altmann die Gäste im beinahe ausverkauften Saal des Forum Gestaltung. Und so strich dann Marc Muellbauer seinen Bass zunächst solo. Und wie er zu Beginn spielte, erinnerte mich das an Barockmusik. Mit nur wenigen Tönen, erst langsam gespielt, dann schneller werdend, schaffte er eine Grundstimmung, zu der dann Roland Neffe am Vibraphon und Christian Kögel mit seiner metallglänzenden Dobro Steel Guitar hinzukamen.

Freitag, 22. April 2022

Olga Amelchenko Quartett

Im zweiten Konzert des Clubabends der Magdeburger Jazztage stand Olga Amelchenko auf der Bühne des Magdeburger Forum Gestaltung. Olga Amelchenko brachte mit ihrem Quartett Musiker aus Paris (wo sie gegenwärtig lebt) und den USA mit. Zu hören war frischer Jazz, melodisch und kräftig. 

Olga Amelchenko – Altsaxophon
Alexis Valet – Vibraphon
Étienne Renard – Bass
Jesus Vega – Schlagzeug

Den Beginn des Konzertes dominierte Olga Amelchenkos kräftig und klar gespieltes Saxophon, zu dem Vibraphon, Bass und Schlagzeug eine Begleitung lieferten. Wenig später überließ sie immer wieder Alexis Valet mit dem dem Vibraphon die Melodieführung. "Ich mag den Klang dieses Instrumentes so sehr", sagte sie später. Und das hört man auch im gut abgestimmten Zusammenspiel der beiden Instrumente. Wenn Olga Amelchenkos auf die metallischen Klänge antwortet, dann tut sie das mit genau akzentuierten Tönen. Es machte Freude die Musik der jungen Musiker zu erleben, die wunderbar aufeinander eingestimmt waren.

Montag, 15. Juni 2020

Gunter Hampel European-New York Quartet

Gesang trifft auf Saxophon, Vibraphon und Elektronik: Heute stand Gunter Hampel mit seinem European-New York Quartet auf der Jazzbühne im Forum Gestaltung Magdeburg:
Gunter Hampel – bcl, vib, fl
Johannes Schleiermacher – ts, music easel
Cavana Lee-Hampel – voc
Bernd Oezsevim – perc

Das Konzert von Gunter Hampel und seiner Band ist eines der ersten nach der Corona-bedingten Zwangspause, die Künstler wie Kultureinrichtungen hart traf. Nach vier Monaten Konzertpause ist dieses Zusammentreffen von Musikern und Publikum wie ein kleiner Neuanfang. Vor Konzertbeginn, als alle noch im Innenhof des Forum Gestaltung stehen, gibt es viele Gespräche über Kunst und Kultur, über die Auswirkungen für die Künstler. Auch das Ambiente vor der Jazzbühne ist ungewohnt. Statt dicht gedrängt sitzen die Gäste nun auf anderthalb Meter Abstand, Paare dürfen auch enger, es ist nicht so kuschlig wie sonst und für die Frischluftzufuhr sorgen weit offene Türen, durch die hindurch an leisen Stellen die Rufe der Mauersegler die Musik begleiten. 

Als das Konzert beginnt, sind diese Umstände aber sofort vergessen. Die Musiker beginnen erst leise zu spielen, tasten sich an die Möglichkeiten der ungewohnten Konzertatmosphäre, an ihr Publikum heran. Die Musik kommt von der Bühne anfangs zweigeteilt, links Cavana Lee-Hampels Gesang, mit ihr harmonierend Johannes Schleiermachers Saxophon, auf dem er anfangs nur einzelne kurze Töne rhythmisch wiederholt, kurze Tonfolgen spielt, von rechts mischen sich glockenhelle Töne des Vibraphons. So richtig geht gleich darauf die Post ab, als Gunter Hampel die sphärischen Vibraphonklänge unterbricht und zu seiner Bassklarinette greift. Ab da kommt die Band zu einem runden Gesamtklang, wird es jazzig improvisierend und laut auf der Bühne, Bernd Oezsevim legt kräftige Rhythmen drunter – die Band spielt sich in eine wunderbare, in eine wilde musikalische Übereinstimmung hinein. Ja, genau das hat mir so lange gefehlt!

Montag, 18. November 2019

Wolfgang Lackerschmid Trio feat. Stefanie Schlesinger

Heute gab es seit langem wieder Jazz-Gesang zu erleben, als Stefanie Schlesinger gemeinsam mit Wolfgang Lackerschmids Trio in Magdeburg zu Gast war.
Stefanie Schlesinger – Gesang
Wolfgang Lackerschmid – Vibraphon
František Uhlíř – Bass
Guido May – Schlagzeug

Wolfgang Lackerschmid zu hören ist ein Erlebnis – wenn er die Metallplatten seines Vibraphons glockenhell und kräftig klingen lässt, in atemberaubendem Tempo, dann wieder leise und sanft spielt, aus dem Instrument  gelegentlich auch mit dem Bogen angestrichen sphärische Töne wie die einer Glasharmonika entlockt.

Dazu dann der Gesang von Stefanie Schlesinger. Jazzstandards singt sie ebenso wie eigene Vertonungen literarischer Texte. Wenn Stefanie Schlesinger singt, überlassen Lackerschmid und sein Trio ihr die Bühne, begleiten sie zurückhaltend, füllen die Gesangspausen mit smoothigen Klängen. Und darin passen dann Schlesinger und Lackerschmid wunderbar zusammen. Kein Wunder, schließlich spielen sie schon seit Jahren gemeinsam, als Duo ebenso wie in anderen gemeinsamen Projekten.

Samstag, 5. Oktober 2019

Die Hochstapler – The Flop, the Turn and the River

"Die Hochstapler" spielten im wahrsten Sinne des Wortes mit der Musik, als sie im Magdeburger Forum Gestaltung ihr Improvisations-Stück The Flop, the Turn and the River aufführten.
Félicie Bazelaire – Cello
Pierre Borel – Saxophon
Antonio Borghini – Kontrabass
Patricia Bosshard – Geige
Emilio Gordoa – Vibraphon
Louis Laurain – Trompete
Hannes Lingens – Schlagzeug
Michael Thieke – Klarinette

Als die acht Musiker am Beginn des Abends jeder für sich kurze Melodien anspielen, Rhythmen klopfen, Klangvariationen und Tonfolgen probieren, nehmen sie die Zuhörer zugleich mit in die Entstehungsgeschichte ihrer Musik. Scheinbar zufällig angeordnet, sortieren sich diese kurzen Ton-Schnipsel allmählich neu, aus anfangs einzelnen Melodien ergibt sich allmählich ein faszinierender Zusammenklang.

Diese Ouvertüre, bei der die Musiker im Halbrund auf der Bühne stehen oder sitzen, ist nur von kurzer Dauer. In einer Kurzweiligkeit, die darauf angelegt ist, immer neue Ideen zu sammeln, wechseln die Musiker die Melodie – oder ihre Position oder ihre Spielpartner. Man hat gerade begonnen, sich einzuhören, schon gibt es etwas Neues. Dabei wird nicht nur mit Klängen und Spielweisen experimentiert, sondern auch mit dem Raum, indem die Musiker nahezu jede Position auf der sechs mal sechs Meter großen Bühne einnehmen, ständig unterwegs sind. Und reicht ihnen das nicht, dann geht es mit den Instrumenten zwischen die Reihen der Zuhörer, auf diese Weise die Bühne erweiternd. So muss sich nicht nur das Ohr des Zuhörers neu orientieren – auch der Blick versucht den Tönen zu folgen, die mal von hier, mal von dort her klingen. Es immer wieder verblüffend, was woher tönt. Sphärische Klänge aus dem mit dem Geigenbogen angestrichenen Vibraphon etwa, oder rhythmisches Klopfen vom Cello her.

Samstag, 13. April 2019

KLARO!

Von Saxophon und Vibraphon geprägt war der dritte Teil des "Schlagwerk"-Abends, irgendwo zwischen Fusion und Swing. 
Karolina Strassmayer – Altsaxophon
David Friedman – Vibraphon
Haggai Cohen-Milo – Bass
Drori Mondlak – Schlagzeug

Karolina Strassmayer beginnt einfache, klare Melodien auf ihrem Saxophon zu spielen, begleitet von David Friedmans Vibraphon, Drori Mondlak bleibt an seinem Schlagzeug anfangs zurückhaltend, fügt nur sparsame Schläge auf seine Bleche hinzu. Nach kräftigen Solos tritt Strassmayer immer wieder einen Schritt zurück und lässt ihre Band allein freien Raum zum eigenen Spiel, wird später kräftiger. Haggai Cohen-Milos gezupfter Bass kommt dann im Solo sehr schön zur Geltung, lange lässt er seine tiefen Töne ausklingen, während er auf den höher gestimmten Saiten melodisch spielt. Schön, den Bass mal so ausdrücklich zu hören.

David Friedman spielt virtuos sein Vibraphon, die vier Schlegel fliegen über die matt glänzenden Metallplatten. Als dann das Saxophon hinzukommt, entwickeln sich Fusionklänge. Unterstützt wird die Band durch ihren sehr exakt spielenden  Schlagzeuger. Drori Mondlak sitzt hinter seinem Drumset und gibt die Rhythmen vor, mal laut und stark, dann wieder, in den leisen Stücken der Band, nur leicht angedeutet.  

Montag, 18. Januar 2016

Wood & Steel Trio

Heute war bei Jazz im Schauspielhaus das Wood & Steel Trio zu Gast, mit
Christian Kögel – Dobro SteelGuitar
Roland Neffe – Marimba/Vibraphon
Marc Muellbauer – Baß

Gleich im Titel des Bandprojekts wird benannnt, was auf der Bühne zu sehen und zu hören ist: da trifft – bei jeweils einander ähnlichen Instrumenten bzw. Instrumentenfamilien – im wahrsten Sinne des Wortes Holz auf Stahl. Marc Muellbauers akustischer Baß steht in Kontrast zu Christian Kögels Dobro Steel Guitar mit ihrem Stahl-Gehäuse und Roland Neffe spielt abwechselnd auf der Marimba mit ihren warm klingenden Holzplatten und auf dem Vibraphon mit den härteren Metallplatten. Dabei entstehen reizvolle Kontraste, wenn etwa zu Beginn des Konzertes Roland Neffe am Vibraphon zu spielen beginnt und dann Marc Muellbauers akustischer Baß einsetzt, während Christian Köglers Dobro den Rhytmus beiträgt. In die Borduntöne des Baß mischen sich helle metallisch perlende Läufe von Tönen.

Bei ihrem Konzert in Magdeburg stellte die Band hauptsächlich Titel ihrer aktuellen CD Secret Ingredient vor. An der Entstehung sind die drei Musiker gleichermaßen beteiligt. Von wem welche musikalischen Ideen stammten, verdeutlichen die Bandmitglieder auf einfache Weise: durch die persönliche Anmoderation der einzelnen Stücke. Über sein Stück "Mein Kiez" sagt Christian Kögler: "eigentlich bin ich Bayer, aber meine Wahlheimat ist Kreuzberg". Und so kommt die Musik so bunt daher, wie es dieser Berliner Stadtteil ist: mit Marimba und Vibrahon, mit orientalischen Klängen auf Gitarre und Baß, mit Tonexperimenten auf den Baßsaiten, kurz: als ein großer, bunter Basar. Von Kögler stammt auch The Waltz, bei dem er sich ein langes Gitarrensolo eingebaut hat, mit Anklängen an Hawaii, wenn er seine Gitarre mit dem Glasröhrchen als Slide guitar spielt. Marc Muellbauer nimmt die lässige Stimmung auf und Roland Neffe zaubert eine Begleitung dazu.
Neffes "Metamorphosen" spielen mit den unterschiedlichen Stimmungen von Vibraphon und Marimba. Eine anfänglich leichte Melodie auf dem Vibraphon geht über in eine dunkle Baßmelodie mit kräftigen Holztönen. Die Melodieführung wird von Instrument zu Instrument weitergegeben, verändert und im Mittelteil auch in hohem Dynamikumfang gespielt, bis sich am Ende beim Vibraphon, das die Musik leise ausklingen läßt, der Kreis schließt.
Während der Baß sonst oft als Begleitinstrument dient, sind beim Wood & Steel Trio die Rollen nicht so fest verteilt, übernimmt der Baß im nächsten Stück die Rolle des Melodieinstruments. Und als Marc Muellbauer zum Bogen greift und seinem Baß  Töne entlockt, die im Raum zu schweben scheinen, während die Marimba die Melodie leise und harmonisch unterstützt, möchte man die Augen schließen und träumen. 

Als Zugabe dann eine eigenwillige Interpretation von Griegs Nocturno Nr. 54. Roland Neffe gibt Griegs Melodie vor, die beiden anderen adaptieren diese auf ihre Instrumente, improvisieren, verändern die Melodie, dann kommt auch wieder die Slide Guitar zum Einsatz und so trifft dann Norwegen auf Hawaii.

Zur Entstehung der Band berichtet Marc Muellbauer: "Christian Kögler und Roland Neffe wirken auch in meinem größeren, neunköpfigen Projekt Kaleidoscope mit. Wir wollten parallel dazu auch noch eine kleine Besetzung auf die Beine stellen. Christian Kögler sollte eigentlich akustische Gitarren spielen, aber bereits seine Dobro bietet so viele Möglichkeiten, deshalb blieb es bei einer einzigen Gitarre". Und Roland Neffe ergänzt, mit Blick auf seine beiden Instrumente: "... und ich bin dann der, der den Transporter braucht". 

Was von den Instrumenten dann die "geheime Zutat" aus dem Titel der CD ist, die perlenden Töne von Marimba und Vibraphon, die Klangeffekte der Dobro mit ihrem Stahlkorpus oder der warm klingende Baß, darauf wollten sich die Musiker dann aber nicht festlegen – oder es vielleicht auch einfach nur nicht verraten. Letztlich mag das aber jeder beim Hören selbst entscheiden, und vielleicht ist es – der improvisierten Live-Musik sei dank – auch in jedem Konzert etwas anderes.


Montag, 21. Januar 2013

Hasler Paeffgen Dell

Werner Hasler, CH – Trompete, Elektronik, Komposition
Gilbert Paeffgen, CH – Drums
Christopher Dell, D – Vibraphon

Christopher Dell, Werner Hasler,
Gilbert Paeffgen (v.l.n.r.)

Das Konzert begann mit dem Stück Holtondimi, dabei gab Dell auf dem Vibraphon einen ganz zarten, meditativ sphärischen Rhythmus vor, in den sich leise Trompetentöne mischten, ganz leicht vom einsetzenden Schlagzeug unterstützt. Erst allmählich steigerten die Instrumente ihre Intensität, wurde das Schlagzeug präsenter.

Später bestimmte Paeffgens Schlagzeug mit kräftigen Marschrhythmen die Musik, in die Hasler elektronische Loops mischte, die zuvor gespielte Klänge verändert wiedergaben. So meinte man Streicherklänge zu hören, oder auch seltsam verfremdete Klänge, die gar keinem Instrument zuzuordnen waren.

Auch Lomallet war dann wieder von elektronischen Klängen bestimmt, tiefe Bässe nahe am Infraschall waren zu hören, experimentelle Töne, die Rhythmen vorgaben. Vergleichbar vielleicht mit mehrfach verlangsamten Klängen wie man sie aus Bassboxen tiefergelegter Autos dröhnen hört. Töne, die man nicht nur mit dem Ohr wahrnimmt, sondern auch mit dem Bauch, die fühlbar werden im Vibrieren des Tisches. So entsteht ein zunächst scheinbares Chaos, aus dem sich dann eine Art Maschinenmusik entwickelt. Die parallel dazu akustisch gespielten Instrumente ergaben einen lebendigen Kontrast zu den elektronischen Klängen.

Auch wenn kein Alphorn (als das Schweizer Nationalinstrument) dabei war, an einigen Stellen meinte ich es zu hören – sei es weil sich die Loops als Echo der Trompete überlagerte, sei es weil diese Assoziation angesichts der Herkunft von Hasler und Paeffgen aus Bern einfach in der Luft lag.

Warnfried Altmann stellte in seiner Anmoderation die Musiker mit den Worten vor, "das ist nicht nur ein Trio; die Musiker sind große Individualisten, jeder einzeln ein Meister auf seinem Instrument". Im Konzert merkte man, daß jeder der drei die Melodien voranzutreiben vermag, daß einzelne Instrumente mal dominieren, die Musiker sich dann aber wieder zu gemeinsamen musikalischen Ideen zusammenfinden. So war es ein überaus interessanter und hörenswerter Abend mit neuer Musik, nicht immer einfach, aber auf jeden Fall Jazz vom feinsten.


Montag, 19. März 2012

Roland Neffe: Vibes Beyond

Roland Neffe – Vibraphon, Marimba
Peter Herbert – Bass
Reinhardt Winkler – Schlagzeug

Roland Neffe, Peter Herbert, Reinhardt Winkler

Vibraphon und Marimba sind in der Jazz-Musik zwar nicht ungewöhnlich, aber doch eher selten (was sicher auch an der Größe der Instrumente und dem aufwendigen Transport liegt). Um so schöner und interessanter war der direkte Vergleich des unterschiedlichen Klangs beider Instrumente, die Roland Neffe mit nach Magdeburg brachte. Die ersten Klangwelten erinnerten in einer wohltuenden Weise an Musik, wie sie früher im Radio lief. Bis dann Reinhardt Winkler mit kräftigen Marschrhythmen die sphärischen Klänge unterbrach. Nach dem kräftigen Intro gab es zunächst wieder harmonische Klänge, in denen man teilweise sogar indische Einflüsse zu hören glaubte. Peter Herberts leise aber harmonisch gespielter Baß paßte gut dazu.
In der Anmoderation von "Escape from nomansland" berichte Roland Neffe davon, daß er (als gebürtiger Österreicher) seit etwa 15 Jahren in Berlin lebt und von ostdeutschen Freunden und Kollegen einiges über die Geschichte der DDR hörte. So inspirierten ihn Fluchtgeschichten zu diesem Stück, in dem wechselnde Schlagzeugrhythmen die "Flucht aus dem Niemandsland" untermalten und vor dem inneren Auge vorstellbar machten.
Peter Herbert zeigte sich später auch als genialer Solist, als er die musikalische Bandbreite des Basses voll ausnutzte und diesem teilweise zugleich ober- und unterhalb des Griffs spielend, teilweise mit dem Bogen gestrichen, balladenartige Klänge entlockte. In den "Visionary Landscapes" unterstützte er mit nur sparsamen Baßtönen die psychedelischen Klangräume des Vibraphons, während in "Line of Restlessness" sein kräftiges Baß-Solo auch optisch ein Erlebnis war – wie er darin den Körper des Basses zum Instrument machte, ihn zupfte und klopfte, rubbelte und streichelte, was zu einer ungeahnten Klangvielfalt führte – und mit seinen ruhelosen Bewegungen zugleich den Titel des Stückes sichtbar machte. Diese Unruhe wurde dann von Marimba und Baß aufgenommen und neu geordnet.
Mit "Speak" schlossen die drei Musiker das Programm ab, ein Stück, in dem das Marimba-Solo fast wie ein Spiel auf großen Glocken klang, wozu die großen Röhrenglocken unterhalb der Klanghölzer beitragen. Lange Tonleiterläufe perlten auf und ab, es ergab sich ein furioses Finale. Unterstützt von Reinhardt Winkler, mit dem er gemeinsam Schlagzeug studierte, zeigte Neffe noch einmal die volle Bandbreite der Marimba an Dynamik und Tempo. Mal kamen aus aus seinen Instrumenten Töne, die laut wie japanische Trommelensemble klangen, mal brachte er sein Instrument zum Singen.
Von diesem Abend mit einer ungewöhnlichen Besetzung werden mir wohl die zugleich rhytmischen und schwebenden Klänge von Vibraphon und Marimba noch lange in Erinnerung bleiben, die die Musik deutlich dominierten, ohne jedoch in einer bloßen Wohlfühl-Hintergrundmusik aufzugehen. Durch das Zusammenspiel mit Baß und Schlagzeug ergaben sich immer wieder neue, interessante und lebendige musikalische Strukturen.