Masha Bijlsma und ihre Band, in der Besetzung
Masha Bijlsma — Gesang
Ed Baatsen — Piano
Henk de Ligt — Bass
Dries Bijlsma — Drums
Warnfried Altmann begrüßte die Band um die Blues- und Jazzsängerin Masha Bijlsma als gute Bekannte. Schließlich kamen sie bereits das vierte Mal nach Magdeburg. Das erste Mal übrigens 1995, als Jazz in der Kammer noch eine sehr junge Konzertreihe war. Vor Beginn des Konzertes erinnerte Warnfried Altmann an Rob van den Broeck, den vor wenigen Tagen verstorbenen Pianisten der Band.
Masha Bijlsma begrüßte das Publikum mit der Bemerkung, "ihr habt hier in Magdeburg gut eingeheizt". In der Tat war es beinahe unerträglich warm – die Eisheiligen gingen übergangslos in die Hundstage über, im Foyer hatte sich die gesamte Sonnenstrahlung des Tages gesammelt. An diesem schönen warmen Sommerabend hätte man sich gewünscht, das Konzert kurzfristig nach draußen verlegen zu können.
Die Band begann das Konzert mit dem "Moaning"-Blues, den Masha Bijlsma zur musikalisch ausgewogenen Begleitung ihrer Band sang. Anschließend gab es eine Remineszenz an Rob van den Broeck, mit dessen "African roots". Eine anfänglich langsame, aber ausdrucksstarke und rhythmische Klaviermelodie, die mich vom Klang her an Keith Jarrets "Köln Concert" erinnerte, ging allmählich in einen wilden Blues über. Auch Bassist Henk de Ligt lieferte gekonnte Arrangements für die Band, so beispielsweise "Bridges", einen langsamen Blues, bei dem Masha Bijlsma ihre Stimme voll zur Geltung bringen konnte.
Ihr aktuelles Projekt widmet Masha Bijlsma der amerikanischen Jazzsängerin Abbey Lincoln. Die zum 80. Geburtstag der Sängerin geplante CD kam um wenige Tage zu spät, kurz vor der Fertigstellung starb Abbey Lincoln. So blieb eine musikalische Erinnerung. Masha Bijlsma sang "Left Alone" mit dem Schmerz der alleingelassenen in der Stimme. Ein Blues, von Herzen kommend und traurig, begleitet nur vom Baß. Ganz das Gegenteil war "Talking to the sun", voller Fröhlichkeit. Auch später wechselte die Stimmung des Konzerte zwischen langsamen Balladen (Abbey Lincoln muß einen großen Vorrat davon gehabt haben) und schnellen Liedern. Masha Bijlsma war mit ihrem Gesang immer auf der Bühne präsent, ließ den Musikern aber auch genügend Zeit für Soloeinlagen, in denen sie ihre Improvisationsfähigkeit zeigen konnten.
Ein schöner und auch musikalisch interessanter Abend, dessen Melodien auch auf dem Weg nach Hause noch nachklangen.
Montag, 21. Mai 2012
Masha Bijlsma & Band
Labels:
Bass,
Dries Bijlsma,
Ed Baatsen,
Gesang,
Henk de Ligt,
Masha Bijlsma,
Piano,
Schlagzeug
Donnerstag, 10. Mai 2012
Vorschau Mai: Masha Bijlsma & Band
Am 21. Mai wird uns Masha Bijlsma und ihre Band bei Jazz in der Kammer erwarten, in der Besetzung
Masha Bijlsma — Gesang
Hans Kwakkernaat — Piano
Henk de Ligt — Bass
Dries Bijlsma — Drums
Diesmal erwartet die Gäste von Jazz in der Kammer ein Abend voll klassischem Jazz. Die Musiker um die Sängerin Masha Bijlsma haben ihr aktuelles Programm "For love of Abbey" der schwarzen amerikanischen Jazzsängerin Abbey Lincoln gewidmet. Neben Stücken von Abbey Lincoln werden aber auch eigene Kompositionen zu hören sein, vom Bassisten Henk de Ligt und vor allem auch von Rob van den Broeck, dem vor wenigen Tagen verstorbenen langjährigem Pianisten der Band.
Der Auftritt von Masha Bijlsma mit ihrer kräftigen und ausdrucksstarken Stimme wird eine schöne Abwechslung in der sonst vor allem instrumental dominierten Magdeburger Jazz-Reihe sein. Wer sie bereits einmal gehört hat, wird sich auf Gesang in der Art der großen amerikanischen Jazz-Sängerinnen freuen, auf Musik wie von den großen amerikanischen Jazzbühnen. Das Konzert am 21. Mai ist diesmal also auch eine Empfehlung an die, denen die frei improvisierte Musik zu wild ist.
Masha Bijlsma — Gesang
Hans Kwakkernaat — Piano
Henk de Ligt — Bass
Dries Bijlsma — Drums
Diesmal erwartet die Gäste von Jazz in der Kammer ein Abend voll klassischem Jazz. Die Musiker um die Sängerin Masha Bijlsma haben ihr aktuelles Programm "For love of Abbey" der schwarzen amerikanischen Jazzsängerin Abbey Lincoln gewidmet. Neben Stücken von Abbey Lincoln werden aber auch eigene Kompositionen zu hören sein, vom Bassisten Henk de Ligt und vor allem auch von Rob van den Broeck, dem vor wenigen Tagen verstorbenen langjährigem Pianisten der Band.
Der Auftritt von Masha Bijlsma mit ihrer kräftigen und ausdrucksstarken Stimme wird eine schöne Abwechslung in der sonst vor allem instrumental dominierten Magdeburger Jazz-Reihe sein. Wer sie bereits einmal gehört hat, wird sich auf Gesang in der Art der großen amerikanischen Jazz-Sängerinnen freuen, auf Musik wie von den großen amerikanischen Jazzbühnen. Das Konzert am 21. Mai ist diesmal also auch eine Empfehlung an die, denen die frei improvisierte Musik zu wild ist.
Montag, 7. Mai 2012
Vorschau Mai
Gerade wollte ich die Vorschau für den Mai schreiben und darin für den 21.05. Masha Bijlsma & Band (NL) ankündigen, mit
Masha Bijlsma (voc)
Rob van den Broeck (p)
Henk de Ligt (b)
Dries Bijlsma (dr)
Gewohnheitsgemäß habe ich vor dem Schreiben dieses Eintrages auf der Bandwebseite nachgelesen, was es musikalisch neues gibt und was wir für den nächsten Jazz-Termin erwarten können. Dabei stieß ich auf Masha Bijlsmas traurige Mitteilung "Monday April 30 2012 my dear friend, my pianoplayer Rob van den Broeck passed away". Rob van den Broeck verstarb im Alter von 71 Jahren unerwartet nach kurzer Krankheit.
So möchte ich im Gedenken an Rob van den Broeck zunächst an den zurückliegenden Auftritt der Band im Jahr 2009 erinnern, von dem im Archiv des Blogs ein paar Fotos liegen.
Masha Bijlsma und ihre Band sind mir von dem damaligen Konzert noch in schöner Erinnerung. Gesang haben wir in der Magdeburger Jazz-Reihe ohnehin nicht oft, und Masha Bijlsma war mit ihrer ausdrucksstarken, mal kräftigen, mal sanften Stimme, von ihrer Band in einer traditionellen Weise begleitet, ein Erlebnis. In welcher Besetzung und mit welchem Programm die Band nun auftreten wird, kann ich heute noch nicht sagen. Bitte schaut später an dieser Stelle nach, ob es einen aktuellen Hinweis gibt.
Masha Bijlsma (voc)
Rob van den Broeck (p)
Henk de Ligt (b)
Dries Bijlsma (dr)
Gewohnheitsgemäß habe ich vor dem Schreiben dieses Eintrages auf der Bandwebseite nachgelesen, was es musikalisch neues gibt und was wir für den nächsten Jazz-Termin erwarten können. Dabei stieß ich auf Masha Bijlsmas traurige Mitteilung "Monday April 30 2012 my dear friend, my pianoplayer Rob van den Broeck passed away". Rob van den Broeck verstarb im Alter von 71 Jahren unerwartet nach kurzer Krankheit.
So möchte ich im Gedenken an Rob van den Broeck zunächst an den zurückliegenden Auftritt der Band im Jahr 2009 erinnern, von dem im Archiv des Blogs ein paar Fotos liegen.
Masha Bijlsma und ihre Band sind mir von dem damaligen Konzert noch in schöner Erinnerung. Gesang haben wir in der Magdeburger Jazz-Reihe ohnehin nicht oft, und Masha Bijlsma war mit ihrer ausdrucksstarken, mal kräftigen, mal sanften Stimme, von ihrer Band in einer traditionellen Weise begleitet, ein Erlebnis. In welcher Besetzung und mit welchem Programm die Band nun auftreten wird, kann ich heute noch nicht sagen. Bitte schaut später an dieser Stelle nach, ob es einen aktuellen Hinweis gibt.
Montag, 16. April 2012
East Drive featuring Nicolas Simion
Bodek Janke — Schlagzeug, Percussion
Vitaliy Zolotov — Gitarre
Philipp Bardenberg — Bass
Nicolas Simion — Saxophon, Klarinette
Bei East Drive mag man zunächst osteuropäischen Jazz vermuten. Schließlich haben die Musiker allesamt osteuropäische Wurzeln: der Bandleader, Drummer und Percussionist stammt aus einer polnisch-russischen Familie, der Gitarrist stammt aus der Ukraine, der Bassist kommt aus Deutschland und Serbien und dazu ein Saxophonist und Klarinettist aus Rumänien. Dabei begann das Konzert mit durchaus anderen Klängen, mit langen gedehnten Tönen von Baß und Gitarre, in die sich zurückhaltend Bodek Jankes Schlagzeug mischte. Und so stellte Bodek Janke in seiner Anmoderation das Konzert auch unter das musikalische Motto "east meets west". Im Verlauf des Programms trafen westlicher, aber sehr melodischer Jazz und osteuropäische Melodien aufeinander. Beispielsweise, als Janke mit Flötentönen eine alte Hirtenmelodie andeutete. Anschließend ging es aber durchaus laut und rockig weiter, auch als Nicolas Simion hinzukam und mit Klarinette und Saxophon einstimmte.
Dennoch brachten auch die osteuropäischen Melodien immer wieder interessante Klänge in das Programm. So beispielsweise im von Jankes russischer Tante komponierten колыбельная – Wiegenlied. Darin wurde das Kind vom kräftigem Schlagzeug aufgeweckt, dann aber von den sanften Klarinettenklängen wieder in den Schlaf gewiegt. Ein interessantes Stück war auch "Bulgar", bei dem Simions Hirtenmelodien auf auf Jankes Beatbox-Töne trafen. So hielt sich East Drive weit entfernt von in Jazz umgewandelter Folklore, sondern fand immer wieder neue musikalische Ideen, mischte moderne urbane Klänge hinein.
Janke am immer präsenten Schlagzeug gab seinen Mitmusikern genügend Raum für ihre Melodien. Immer wieder waren dann auch Bardenberg und Zolotov zu hören, deren Saiteninstrumenten gut miteinander harmonierten, denen sie lange schwebende, beinahe schon psychedelische Töne entlockten – bis dann das Schlagzeug allzulange Träumereien verhinderte. Und natürlich kamen schließlich doch noch die Balkanklänge zu ihrem Recht, beim von Simion auf dem Tenorsax gespielten "Mladka Mitrovica", oder in "Seelenverwandschaft", einer bulgarischen Hochzeitsmelodie. Mitunter entwickelten sich die Melodien erst im Laufe der Stücke aus anfänglichen lauten Klängen, oder umgekehrt werden eingängige Melodien zwischendurch zu Rockstücken verwandelt, wie es beispielsweise Zolotovs Gitarrensolo mit einem Tango macht.
Mit der Zugabe spielte East Drive dann aber nochmal gekonnt mit dem Klischee einer osteuropäischen Jazzband. Bodek Janke verabschiedete sich auf russisch vom Magdeburger Publikum und dankte für den schönen Abend. Vermutlich konnte wenigstens ein Teil der Publikums diese Sätze mit aus der Schulzeit übriggebliebenen Sprachkenntnissen auch verstehen. Was dann folgte, war eine wilde Mischung von Tanzmusik, stimmungsvoll, mitreißend. Der Abend hätte noch lange so weitergehen können.
Jankes Worte, "kommt wieder her, wenn es hier Musik gibt – Livemusik ist etwas schönes" könnte auch als Motto über der gesamten Jazzreihe stehen. Sehen wir es als Einladung zum nächsten Jazz in der Kammer.
Vitaliy Zolotov — Gitarre
Philipp Bardenberg — Bass
Nicolas Simion — Saxophon, Klarinette
Bei East Drive mag man zunächst osteuropäischen Jazz vermuten. Schließlich haben die Musiker allesamt osteuropäische Wurzeln: der Bandleader, Drummer und Percussionist stammt aus einer polnisch-russischen Familie, der Gitarrist stammt aus der Ukraine, der Bassist kommt aus Deutschland und Serbien und dazu ein Saxophonist und Klarinettist aus Rumänien. Dabei begann das Konzert mit durchaus anderen Klängen, mit langen gedehnten Tönen von Baß und Gitarre, in die sich zurückhaltend Bodek Jankes Schlagzeug mischte. Und so stellte Bodek Janke in seiner Anmoderation das Konzert auch unter das musikalische Motto "east meets west". Im Verlauf des Programms trafen westlicher, aber sehr melodischer Jazz und osteuropäische Melodien aufeinander. Beispielsweise, als Janke mit Flötentönen eine alte Hirtenmelodie andeutete. Anschließend ging es aber durchaus laut und rockig weiter, auch als Nicolas Simion hinzukam und mit Klarinette und Saxophon einstimmte.
Dennoch brachten auch die osteuropäischen Melodien immer wieder interessante Klänge in das Programm. So beispielsweise im von Jankes russischer Tante komponierten колыбельная – Wiegenlied. Darin wurde das Kind vom kräftigem Schlagzeug aufgeweckt, dann aber von den sanften Klarinettenklängen wieder in den Schlaf gewiegt. Ein interessantes Stück war auch "Bulgar", bei dem Simions Hirtenmelodien auf auf Jankes Beatbox-Töne trafen. So hielt sich East Drive weit entfernt von in Jazz umgewandelter Folklore, sondern fand immer wieder neue musikalische Ideen, mischte moderne urbane Klänge hinein.
Janke am immer präsenten Schlagzeug gab seinen Mitmusikern genügend Raum für ihre Melodien. Immer wieder waren dann auch Bardenberg und Zolotov zu hören, deren Saiteninstrumenten gut miteinander harmonierten, denen sie lange schwebende, beinahe schon psychedelische Töne entlockten – bis dann das Schlagzeug allzulange Träumereien verhinderte. Und natürlich kamen schließlich doch noch die Balkanklänge zu ihrem Recht, beim von Simion auf dem Tenorsax gespielten "Mladka Mitrovica", oder in "Seelenverwandschaft", einer bulgarischen Hochzeitsmelodie. Mitunter entwickelten sich die Melodien erst im Laufe der Stücke aus anfänglichen lauten Klängen, oder umgekehrt werden eingängige Melodien zwischendurch zu Rockstücken verwandelt, wie es beispielsweise Zolotovs Gitarrensolo mit einem Tango macht.
Mit der Zugabe spielte East Drive dann aber nochmal gekonnt mit dem Klischee einer osteuropäischen Jazzband. Bodek Janke verabschiedete sich auf russisch vom Magdeburger Publikum und dankte für den schönen Abend. Vermutlich konnte wenigstens ein Teil der Publikums diese Sätze mit aus der Schulzeit übriggebliebenen Sprachkenntnissen auch verstehen. Was dann folgte, war eine wilde Mischung von Tanzmusik, stimmungsvoll, mitreißend. Der Abend hätte noch lange so weitergehen können.
Jankes Worte, "kommt wieder her, wenn es hier Musik gibt – Livemusik ist etwas schönes" könnte auch als Motto über der gesamten Jazzreihe stehen. Sehen wir es als Einladung zum nächsten Jazz in der Kammer.
Labels:
Bass,
Bodek Janke,
Gitarre,
Klarinette,
Nicolas Simion,
Philipp Bardenberg,
Saxophon,
Schlagzeug,
Vitaliy Zolotov
Freitag, 6. April 2012
Vorschau April
Oh, es ist ja schon wieder April – Zeit für die Vorschau auf den nächsten Jazz in der Kammer.
Diesmal auf der Bühne im Foyer der Magdeburger Kammerspiele:
East Drive featuring Nicolas Simion, mit
Bodek Janke — dr, perc
Vitaliy Zolotov — git
Philipp Bardenberg — b
Nicolas Simion — sax
Wenn sich die Musiker von East Drive, ein polnisch-russischer Schlagzeuger, ein ukrainischer Gitarrist und ein deutsch-jugoslawischer Bassist, für ihre aktuelle Tour auch noch einen rumänischen Saxophonisten hinzuholen, dann läßt das bereits vermuten, daß der Jazz diesmal osteuropäisch geprägt sein wird. Auf ihrer ersten CD "Folksongs" hatte East Drive eine Pianistin mit an Bord und bewegte sich in ihrer Musik irgendwo zwischen osteuropäischen und Balkanklängen, Indisch inspirierten Klängen und Bossa nova. Ich bin gespannt auf das aktuelle Projekt, vertraue wie immer auf Warnfried Altmanns gutes Händchen bei der Auswahl der Musiker und freue mich schon auf den interessanten Abend.
Bodek Janke war übrigens vor genau einem Jahr bei Jazz in der Kammer als Schlagzeuger von Roger Hanschels Heavy Rotation zu erleben.
Diesmal auf der Bühne im Foyer der Magdeburger Kammerspiele:
East Drive featuring Nicolas Simion, mit
Bodek Janke — dr, perc
Vitaliy Zolotov — git
Philipp Bardenberg — b
Nicolas Simion — sax
Wenn sich die Musiker von East Drive, ein polnisch-russischer Schlagzeuger, ein ukrainischer Gitarrist und ein deutsch-jugoslawischer Bassist, für ihre aktuelle Tour auch noch einen rumänischen Saxophonisten hinzuholen, dann läßt das bereits vermuten, daß der Jazz diesmal osteuropäisch geprägt sein wird. Auf ihrer ersten CD "Folksongs" hatte East Drive eine Pianistin mit an Bord und bewegte sich in ihrer Musik irgendwo zwischen osteuropäischen und Balkanklängen, Indisch inspirierten Klängen und Bossa nova. Ich bin gespannt auf das aktuelle Projekt, vertraue wie immer auf Warnfried Altmanns gutes Händchen bei der Auswahl der Musiker und freue mich schon auf den interessanten Abend.
Bodek Janke war übrigens vor genau einem Jahr bei Jazz in der Kammer als Schlagzeuger von Roger Hanschels Heavy Rotation zu erleben.
Montag, 19. März 2012
Roland Neffe: Vibes Beyond
Roland Neffe – Vibraphon, Marimba
Peter Herbert – Bass
Reinhardt Winkler – Schlagzeug
Vibraphon und Marimba sind in der Jazz-Musik zwar nicht ungewöhnlich, aber doch eher selten (was sicher auch an der Größe der Instrumente und dem aufwendigen Transport liegt). Um so schöner und interessanter war der direkte Vergleich des unterschiedlichen Klangs beider Instrumente, die Roland Neffe mit nach Magdeburg brachte. Die ersten Klangwelten erinnerten in einer wohltuenden Weise an Musik, wie sie früher im Radio lief. Bis dann Reinhardt Winkler mit kräftigen Marschrhythmen die sphärischen Klänge unterbrach. Nach dem kräftigen Intro gab es zunächst wieder harmonische Klänge, in denen man teilweise sogar indische Einflüsse zu hören glaubte. Peter Herberts leise aber harmonisch gespielter Baß paßte gut dazu.
In der Anmoderation von "Escape from nomansland" berichte Roland Neffe davon, daß er (als gebürtiger Österreicher) seit etwa 15 Jahren in Berlin lebt und von ostdeutschen Freunden und Kollegen einiges über die Geschichte der DDR hörte. So inspirierten ihn Fluchtgeschichten zu diesem Stück, in dem wechselnde Schlagzeugrhythmen die "Flucht aus dem Niemandsland" untermalten und vor dem inneren Auge vorstellbar machten.
Peter Herbert zeigte sich später auch als genialer Solist, als er die musikalische Bandbreite des Basses voll ausnutzte und diesem teilweise zugleich ober- und unterhalb des Griffs spielend, teilweise mit dem Bogen gestrichen, balladenartige Klänge entlockte. In den "Visionary Landscapes" unterstützte er mit nur sparsamen Baßtönen die psychedelischen Klangräume des Vibraphons, während in "Line of Restlessness" sein kräftiges Baß-Solo auch optisch ein Erlebnis war – wie er darin den Körper des Basses zum Instrument machte, ihn zupfte und klopfte, rubbelte und streichelte, was zu einer ungeahnten Klangvielfalt führte – und mit seinen ruhelosen Bewegungen zugleich den Titel des Stückes sichtbar machte. Diese Unruhe wurde dann von Marimba und Baß aufgenommen und neu geordnet.
Mit "Speak" schlossen die drei Musiker das Programm ab, ein Stück, in dem das Marimba-Solo fast wie ein Spiel auf großen Glocken klang, wozu die großen Röhrenglocken unterhalb der Klanghölzer beitragen. Lange Tonleiterläufe perlten auf und ab, es ergab sich ein furioses Finale. Unterstützt von Reinhardt Winkler, mit dem er gemeinsam Schlagzeug studierte, zeigte Neffe noch einmal die volle Bandbreite der Marimba an Dynamik und Tempo. Mal kamen aus aus seinen Instrumenten Töne, die laut wie japanische Trommelensemble klangen, mal brachte er sein Instrument zum Singen.
Von diesem Abend mit einer ungewöhnlichen Besetzung werden mir wohl die zugleich rhytmischen und schwebenden Klänge von Vibraphon und Marimba noch lange in Erinnerung bleiben, die die Musik deutlich dominierten, ohne jedoch in einer bloßen Wohlfühl-Hintergrundmusik aufzugehen. Durch das Zusammenspiel mit Baß und Schlagzeug ergaben sich immer wieder neue, interessante und lebendige musikalische Strukturen.
Peter Herbert – Bass
Reinhardt Winkler – Schlagzeug
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Roland Neffe, Peter Herbert, Reinhardt Winkler |
Vibraphon und Marimba sind in der Jazz-Musik zwar nicht ungewöhnlich, aber doch eher selten (was sicher auch an der Größe der Instrumente und dem aufwendigen Transport liegt). Um so schöner und interessanter war der direkte Vergleich des unterschiedlichen Klangs beider Instrumente, die Roland Neffe mit nach Magdeburg brachte. Die ersten Klangwelten erinnerten in einer wohltuenden Weise an Musik, wie sie früher im Radio lief. Bis dann Reinhardt Winkler mit kräftigen Marschrhythmen die sphärischen Klänge unterbrach. Nach dem kräftigen Intro gab es zunächst wieder harmonische Klänge, in denen man teilweise sogar indische Einflüsse zu hören glaubte. Peter Herberts leise aber harmonisch gespielter Baß paßte gut dazu.
In der Anmoderation von "Escape from nomansland" berichte Roland Neffe davon, daß er (als gebürtiger Österreicher) seit etwa 15 Jahren in Berlin lebt und von ostdeutschen Freunden und Kollegen einiges über die Geschichte der DDR hörte. So inspirierten ihn Fluchtgeschichten zu diesem Stück, in dem wechselnde Schlagzeugrhythmen die "Flucht aus dem Niemandsland" untermalten und vor dem inneren Auge vorstellbar machten.
Peter Herbert zeigte sich später auch als genialer Solist, als er die musikalische Bandbreite des Basses voll ausnutzte und diesem teilweise zugleich ober- und unterhalb des Griffs spielend, teilweise mit dem Bogen gestrichen, balladenartige Klänge entlockte. In den "Visionary Landscapes" unterstützte er mit nur sparsamen Baßtönen die psychedelischen Klangräume des Vibraphons, während in "Line of Restlessness" sein kräftiges Baß-Solo auch optisch ein Erlebnis war – wie er darin den Körper des Basses zum Instrument machte, ihn zupfte und klopfte, rubbelte und streichelte, was zu einer ungeahnten Klangvielfalt führte – und mit seinen ruhelosen Bewegungen zugleich den Titel des Stückes sichtbar machte. Diese Unruhe wurde dann von Marimba und Baß aufgenommen und neu geordnet.
Mit "Speak" schlossen die drei Musiker das Programm ab, ein Stück, in dem das Marimba-Solo fast wie ein Spiel auf großen Glocken klang, wozu die großen Röhrenglocken unterhalb der Klanghölzer beitragen. Lange Tonleiterläufe perlten auf und ab, es ergab sich ein furioses Finale. Unterstützt von Reinhardt Winkler, mit dem er gemeinsam Schlagzeug studierte, zeigte Neffe noch einmal die volle Bandbreite der Marimba an Dynamik und Tempo. Mal kamen aus aus seinen Instrumenten Töne, die laut wie japanische Trommelensemble klangen, mal brachte er sein Instrument zum Singen.
Von diesem Abend mit einer ungewöhnlichen Besetzung werden mir wohl die zugleich rhytmischen und schwebenden Klänge von Vibraphon und Marimba noch lange in Erinnerung bleiben, die die Musik deutlich dominierten, ohne jedoch in einer bloßen Wohlfühl-Hintergrundmusik aufzugehen. Durch das Zusammenspiel mit Baß und Schlagzeug ergaben sich immer wieder neue, interessante und lebendige musikalische Strukturen.
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Bass,
Marimba,
Peter Herbert,
Reinhardt Winkler,
Roland Neffe,
Schlagzeug,
Vibraphon
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