Montag, 19. April 2010

Andreas Willers: Montauk

Andreas Willers unorthodoxe Projekte (z.B. Hendrix-Bearbeitungen für vier E-Gitarren) lassen sich mit dem Titel Jazz längst nicht mehr ausreichend beschreiben. Willers schöpft ebenso aus Neuer Musik, Rock, freier Improvisation – seine fließende Kompositions- und Gitarrentechnik verschafft ihm die nötige Lockerheit, um blitzschnell zwischen den Stilgrenzen zu changieren und auch mit ironischen Brechungen virtuos zu jonglieren, ohne eine eigenständige musikalische Linie einzubüßen.
Dominique Pifarély (Violine), Andreas Willers (Gitarre), Alain Grange (Cello), Rudi Fischerlehner (Drums)

Montag, 15. März 2010

Trio Ivoire: Touching Africa

Im »Trio Ivoire« verschmelzen persönliche Wurzeln aus den Traditionen von Jazz, europäischer und afrikanischer Musik. Die Verbindung des afrikanischen Balafons mit Klavier, Schlagzeug und Elektronik schafft einen zeitgenössischen Sound ohne Vergleich. Das hat weniger mit traditioneller Musik als damit zu tun, künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten in einer globalisierten Welt zu finden. Einerseits geht es darum, traditionelle afrikanische Instrumente in die moderne Welt zu transportieren um auf der anderen Seite neuen Farben für das Klavier zu entdecken.
Ein überwältigender Abend, nicht zuletzt dank des ungewöhnlichen Balaphons, das wie Hans Lüdemann erklärte, nicht so einfach mit dem Klavier in Übereinstimmung zu bringen ist. Was Lüdemann und Keita gleichwohl in hervorragender Weise schafften.
Hans Lüdemann (Piano, electronics), Aly Keita, Côte d'Ivoire/Elfenbeinkünste (Balaphon, Sanza), Chander Sardjoe, NL (Drums, Percussion)

Montag, 15. Februar 2010

OHM-Trio

Yannick Oppligger (Drums), André Hahne (Bass) und M. (sorry, hier haben mich meine Notizen verlassen – sagt mir doch bitte mal den Namen des Gitarristen) aus Lausanne in der Schweiz.

Montag, 18. Januar 2010

Unni Løvlid: Rite

Mit Unni Løvlid gastierte eine der bekanntesten norwegischen Folksängerinnen in Magdeburg. Ihr Projekt »Rite« siedelt sich musikalisch im Grenzbereichen von Elektronika, Weltmusik und zeitgenössischer Klangkunst an. Es ist genau dieses kreative wie sensible Wagnis, traditionelle Musik in vollkommen neue Orte und Zusammenhänge zu führen, das Unni Løvlid zu einer der herausragendsten Folk-Musikerin unserer Zeit kürt.
Das Konzert ist mir wegen der leisen, aber dennoch sehr prägnanten Stimme Unni Løvlids in Erinnerung geblieben. Eine Musik, die teilweise in ihrer Ruhe wie aus der Zeit gefallen klang, eher in der Folkmusik als im Jazz verwurzelt. Passend zur Januar-Kälte draußen kamen auch drinnen Assoziationen nach schneebedeckter norwegischer Weite. Wenn sich Unni Løvlid ihren Gesang in einer Bandschleife zuspielte und ihre eigene Stimme begleitete, verstärkte dies den Effekt noch, ganz woanders zu sitzen und sphärischen Klängen zu lauschen.
Unni Løvlid (Gesang, Elektronik), Hild Sofie Tafjord (Trompete, Elektronik), Ingar Hunskaar (Sound, Elektronik)

Montag, 21. Dezember 2009

Christian Lillingers »Grund«

 Aus der Konzert-Ankündigung:GRUND wurde 2008 von Christian Lillinger mit Musikern gegründet, die sich auf unterschiedlichste Weise einen internationalen Namen erspielt haben. Mal ist diese Musik und ihr Klangbild stark dem Jazz zuzuordnen und mal auch nur der Bewegung, in der alle Instrumente zu einem Ganzen verschmelzen und verwischen. Die Kompositionen sind komplex doch gleichzeitig lässt man wohlbedacht dem Musiker seine Freiheit.

Dem bleibt noch hinzuzufügen, daß man hier eine seltene Besetzung erleben konnte, mit zwei (akustischen) Bässen. Und daß Christian Lillinger wieder mal in gewohnt lebhafter Weise spielte. So wie bereits vor einiger Zeit mit »Hyperactive Kid«.

Montag, 16. November 2009

Baby-Sommer-Quartett

Günther »Baby« Sommer - drums 
Manfred Schoof - trump
Gianluigi Trovesi - sax 
Barre Phillips - bass
Warnfried Altmann war sichtbar glücklich darüber, das Quartett seines alten Freundes und Musikerkollegen Günter »Baby« Sommer ankündigen zu können. Das Quartett trat in genau dieser Besetzung bereits vor etwa 30 Jahren im legendären Umfeld der Jazzwerkstatt Peitz auf, und aus dieser Zeit hatte Baby Sommer sogar noch eines der originalen Bühnentransparente mitgebracht. Und es war im historischen Rückblick ebenso interessant wie amüsant Baby Sommer zuzuhören, der in seinen Zwischenmoderationen davon berichtete, wie es zu dieser Konstallation kam und welche ideologischen Begründunge er sich ausdenken mußte, um Auftritte gemeinsam mit einem Musiker aus der BRD genehmigt zu bekommen.
Die vier Musiker, inzwischen allesamt alte Herren, spielten dennoch gekonnt und munter drauflos, daß es eine Freude hatte.