Freitag, 21. April 2017

Uli-Gumpert-Quartett

Das zweite Konzert beim Klubabend der Magdeburger Jazztage kam vom Uli-Gumpert-Quartett.
Uli Gumpert – Piano
Henrik Walsdorff – Sax
Jan Roder – Bass
Michael Griener – Schlagzeug

Am Klubabend beginnt auch die zweite Band mit kräftigen Tönen und einer großen Spielfreude. Gleich zu Beginn bestimmt Henrik Walsdorff mit seinem Saxophon die Musik, gibt Tonfolgen vor, die Uli Gumpert am Piano wiederholt. Melodische Teile wechseln mit experimentellen, aus dem Saxophon kommen alle möglichen und noch viele weitere unmögliche Töne, Michael Griener ein Meister am Schlagzeug und dazu Uli Gumperts Klaviertöne, mal wie nebenbei gespielte und perlend leicht, mal hohes Stakkato, mal mit den Fäusten geschlagen.

Stefan-Schultze-Trio

Der zweite Tag der Magdeburger Jazztage stand unter dem Motto "Klubabend". Das erste Konzert kam vom Stefan-Schultze-Trio.
Stefan Schultze – Piano
Peter Ehwald – Sax
Tom Rainey – Schlagzeug

Mit Magdeburg ist Stefan Schultze über die Bigband der Magdeburger Uni verbunden, die er seit 2012 leitet. Diesmal kam er aber in kleinerer Besetzung. Und mit unverstärkten Instrumenten, was Norbert Pohlmann in der Anmoderation mit "Sie glauben gar nicht, wie einfach da die Einrichtung war. Ich fühlte mich in frühere Zeiten ohne Mikrofone auf der Bühne zurückversetzt" kommentierte.

Das Trio begann mit "Edgewise" und wuchtigen Paukenschlägen auf der bass drum, die in Kontrast zu leisen Tönen von Klavier und Saxophon standen.  Später gab das Saxophon die Melodie vor, die vom Piano wiederholt und variiert wurden. Auch dann wieder sehr rhytmusbetont und von den Drums unterstützt. Teils experimentelle Klänge, wenn sich das Saxophon von den anfänglichen langsamen und harmonischen Tönen löst und laut aufschreit und das Schlagzeug abgeht wie ein D-Zug.

Donnerstag, 20. April 2017

Fly We To The Moon

Zweite Band des Eröffnungsabends der Magdeburger Jazztage 2017 war die bulgarische Band Fly We To The Moon.
Rokko Zahariev – Trompete, Percussion
Georgi Donchev – Bass
Todor Stoyanov – Keyboard
Alexander Daniel – Schlagzeug

Als Fly We To The Moon, die Band des bulgarischen Trompeters Rokko Zahariev, auf der Bühne steht, ertönen zum Auftakt verzerrte Trometenklänge, langsam und tief. Der dazu passende akustische Baß wird von elektronischen Sounds kontrastiert. Die Musiker experimentieren mit ihren Instrumenten, über allem schweben Klänge eines Synthesizers.  In spaciger Weltraummusik platzende Bubbles, dazu Beat Boxring des Keyboarders, immer neue Ideen lassen sich die Musiker dazu einfallen.

So im Probieren versunken dauert es eine halbe Stunde, bis die Musik Fahrt aufnimmt, dann aber ihre Geschwindigkeit auch gleich verdoppelt. Daraus ergibt sich schneller Balkan-Jazz.

Zoltan Lantos Open Source

Der Eröffnungsabend der zweiten Magdeburger Jazztage stand unter dem Titel "Nu Jazz aus Osteuropa". Das erste Konzert des Abends kam von Zoltan Lantos' Open Source
Zoltan Lantos – Violine, Electronics
Aron Talas – Keyboards
Tibor Fonay – Bassgitarre, Kontrabass
Laszlo Csizi – Schlagzeug
Andrew J – Turntable, Electronics

Die Band um den ungarischen Geiger Zoltán Lantos spielte modernen osteuropäischen Jazz, der überraschend frisch und modern war und eher den Clubsound der Großstädte verkörperte. Der Ungar Zoltan Lantos kombinierte seine Geige mit Klängen von Keyboard und Synthesizer. Seine elektronisch aufbereiteten Geigenklänge, mit Synthesizer untersetzt, bildeten eine durchdringende Klangkulisse, magisch und geheimnisvoll. Die osteuropäische Herkunft merkt man den Klängen nur ab und an, nur schemenhaft an. Bald tauchte die Musik in eine moderne Welt ein, Anklänge an die große Zeit der Fusion-Music wurden hörbar. Musik, die mich unter anderem an Klaus Doldinger erinnerte. Den Lantos zu einem seiner musikalischen Inspirationsquellen zählt. „Auch von der skandinavischen Musik, world music und von der Musik von Stockhausen lasse ich mich in meinen musikalischen Gedanken leiten.“

Live is life

Live ist am schönsten. Und am aktuellsten. 
Und vor allem:  "Live ist life", wie schon die Band Opus sang, La lala la la.
Deshalb: Konzerte live erleben statt von der Konserve!

Donnerstag, 6. April 2017

Vorstellung des Jazztage-Programms

Heute wurde im Wintergarten des Gesellschaftshauses Magdeburg das Programm der Magdeburger Jazztage2017 vorgestellt, die dort und im Forum Gestaltung vom 20. bis zum 23. April stattfinden.

Carsten Gerth, Geschäftsführer des Gesellschaftshause blickte auf die Veranstaltungen des vergangenen Jahres zurück, die für ihn einen schönen Auftakt des neuen Festivals darstellten. Anschließend überließ er es Warnfried Altmann, dem künstlerischen Leiter des Festivals,  und Norbert Pohlmann vom Forum Gestaltung, das Festival und dessen Konzertschwerpunkte vorzustellen. Pianist Stefan Schultze, der am Freitag zu hören sein wird, begleitete die Eröffnung am großen Grotrian-Steinweg-Konzertflügel des Gesellschaftshauses. 

Warnfried Altmann (von links), Norbert Pohlmann und
der Pianist Stefan Schultze stellen das Programm der
Magdeburger Jazztage 2017 vor. Im Hintergrund
einige der Fotografien von Thomas Hohlbein und
Thoralf Winkler aus früheren Jazz-Konzerten.

"Wir waren uns schon im vergangenen Jahr sicher, daß Magdeburg so ein Festival gut zu Gesicht stehen würde", blickte Norbert Pohlman auf das erste Festival im vergangenen Jahr zurück. "Und das sehe ich auch völlig unabhängig von der Kulturhauptstadtbewerbung so", sagte er. "Wir machen die Kultur für den Alltag".  Die ersten Jazztage im Jahr 2016 waren ursprünglich für den Herbst des vorangegangen Jahres vorgesehen. Daß sie dann wegen Schwierigkeiten mit der Finanzierung erst im April 2016 stattfanden, erwies sich letztlich als gut gewählter Termin. Deshalb wurde er dann auch für 2017 beibehalten.

Den Titel der Jazztage, "Jetzt", steht ebenso für den dominierenden zeitgenössischen Jazz wie für das Signal zu einem Aufbruch. Man könnte ihn sich deshalb durchaus auch mit Ausrufezeichen geschrieben vorstellen. Auch im Plakat, auf den Eintrittskarten und Flyern findet sich der Titel wieder. Dort von der Magdeburger Designerin Gabriele Brusche in den kräftigen Farben schwarz und rot gehalten und den Flügel andeutend, der einen Schwerpunkt der diesjährigen Jazztage und der Konzerte von "Jazz in der Kammer" darstellt.