Freitag, 22. Februar 2019

Vorschau März: Tabla und Sax

Beim nächsten Termin von Jazz in der Kammer, am Montag, dem 18. März im 20.00 Uhr erwartet uns eine wunderbare Kombination von Saxophon und indisch geprägter Percussion.
Ramesh Shotham – Perkussion
Roger Hanschel – Saxophon

Im Video gibt es einen längeren Mitschnitt eines Konzertes der beiden Musiker beim WDR-Jazzfest. Hört rein, lasst Euch neugierig  machen und kommt zum Live-Konzert nach Magdeburg. Denn auch hier ist live natürlich viel besser als alle Youtube-Videos.

Roger Hanschel und Ramesh Shotham sind beide Preisträger des WDR Jazzpreises 2018.
In der Kategorie „Improvisation“ gewann Hanschel als Solo-Saxophonist. Laut Jury ist er „der Traum eines virtuosen Stilisten, einer der sein Ding macht, dieses Ding stetig fortentwickelt, perfektioniert und einmal angekommen, direkt wieder um die nächste Ecke verschwindet, um sich eine weitere musikalische Welt zu erschließen“.
Der Perkussionisten Shotham wurde in der Kategorie „Musikkulturen“ vom WDR ausgezeichnet. Der Autodidakt schafft es mit seinem ungewöhnlichen Stil Kulturen zu verbinden. Seine Karriere begann als Schlagzeuger in einer Rockband und wurde u. a. von den Beatles und den Rolling Stones beeinflusst. Einen Kontrast dazu bildet das Studium der indischen Tempelmusik und Schlaginstrumente.

ROGER HANSCHEL,
ist ein deutscher Saxophonist und Komponist, der vor allem im Bereich des Creative Jazz arbeitet.
Hanschel studierte erst Saxophon an der Musikhochschule in Köln. Dort gründete er 1983 die Gruppe NANA (Hans Lüdemann-p, Rainer Linke-b, Klaus Mages-dr) aus der die Gruppe BLAU FRONTAL entstand. Seit dieser Zeit ist neben dem Saxophon das Komponieren ein Schwerpunkt seiner Arbeit. 1986 studierte er an der „school for fine arts“ in Banff/Canada bei Dave Liebman, Dave Holland, Richie Beirach u.a.
Seit 1987 ist Roger Hanschel Mitglied in der ausgezeichneten KÖLNER SAXOPHON MAFIA (Steffen Schorn, Joachim Ullrich, Wollie Kaiser).
Nach etlichen Projekten und Kooperationen arbeitet er seit 2010 mit größeren Ensembles zusammen und ist Lehrbeauftragter für Saxophon an der Musikhochschule in Köln.

RAMESH SHOTHAM,
ist ein indischer Perkussionist und Schlagzeuger des World- und Fusionjazz.
Nach einem Zoologiestudium wurde er Schlagzeuger der indischen Rockband Human Bondage. Mitte der 1970er Jahre studierte er in Madras die Tavil, eine in Südindien und Sri Lanka verbreitete Tempelmusik-Trommel und später am Karnataka College of Percussion unter Leitung des Meisters T. A. S. Mani die klassischen Schlaginstrumente Ghatam, Mridangam, Kanjira und Morsing. Ende der 70er Jahre lernte Shotham die deutschen Ethno-Pioniere Embryo kennen und arbeitete mit Louis Banks. 1980 kam er mit der Indo-Jazz-Fusion-Band Jazz Yatra Septet für eine Tournee nach Europa.
Mitte der 80er Jahre lehrte er in Deutschland Seit 1995 ist er Mitglied von Sigi Schwabs Percussion Project und dem Duo Mandala mit Sigi Schwab. Er arbeitete mit dem Bundesjazzorchester und gründete weitere Formationen. Seit mehr als 20 Jahren lebt Ramesh Shotham in Köln.

Montag, 18. Februar 2019

Paradox Dreambox

In seinem Projekt Paradox Dreambox brachte der Schlagzeuger Peter Gall Jazz auf die Bühne, der oft kräftigen und wild daherkam, aber auch viele harmonische Momente hatte.  
Peter Gall – Schlagzeug
Wanja Slavin – Altsaxophon
Reinier Baas – Gitarre
Rainer Böhm – Piano
Felix Henkelhausen – Bass

Eine Mischung aus leicht gespielten Gitarrenriffs und langsamen Klavierakkorden bestimmt den Beginn des Konzertes, diese werden bald vom Saxophon überlagert, das Wanka Slavin ausdrucksvoll spielt, sich immer weiter in seine Klänge hinein steigernd, bis der Raum diffus von den Bläserklängen gefüllt ist. Als Slavin sein Spiel plötzlich abbricht, hört man ebenso plötzlich wieder die anderen Instrumente mit großer Klarheit heraus, die kräftigen Akkorde am Klavier, den gezupften Bass und das Schlagzeug.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Vorschau Februar

Am Montag, dem 18.02.19 ist um 20.00 Uhr  „Paradox Dreambox“ bei Jazz in der Kammer zu hören.
Peter Gall – Schlagzeug
Wanja Slavin – Altsaxophon
Reinier Baas – Gitarre
Rainer Böhm – Piano
Matthias Pichler – Bass
Im Video-Trailer bekommt man eine Kostprobe auf Musik, die von schnell gespielter Fingerpicking-Gitarre ebenso wie vom Klavier und von warmen Bläserklängen geprägt ist. Da sollten auch die Jazz-Fans auf ihre Kosten kommen, denen die experimentellen Freejazz-Klänge zu experimentell und wild sind.



Montag, 21. Januar 2019

Quartett 3εll

Boris Bell verknüpft in seinem Quartett 3εll hochkomplexe Musik mit Improvisation.
Boris Bell – Schlagzeug
Nikolaus Neuser – Trompete
Silke Eberhard – Altsaxophon
Antonis Anissegos – Piano

Das Quartett um Boris Bell (das „3εll“ wird übrigens ganz einfach wie der Name des Schlagzeugers ausgesprochen) spielte eine hochkomplexe Musik, weit entfernt von jedem easy-listening-Jazz. Musik, Töne, Klänge, in die man sich erst einmal einhören muss. In den ersten zehn Minuten gibt es nichts eingängiges, das sofort beim ersten Hören vertraut klingt, weder vom Rhythmus noch von den Melodien her. Das Ohr muss sich neu orientieren, die Zusammenhänge erkennen. „Vergesst was ihr kennt“, scheinen die Musiker zu signalisieren. Bell gibt an seinem Schlagzeug einen Rhythmus vor, Silke Eberhard und Nikolaus Neuser setzen einzelne Bläsertöne dazu und Antonis Anissegos sparsame Akkorde, zu denen er auch mal in den Flügel greift und mit der Hand die Saiten zupft. Erst nach diesem extremen Beginn werden die Strukturen im Zusammenspiel von Klavier, Schlagzeug und Bläsern deutlicher, gewinnt das Zusammenspiel an drive.

Mittwoch, 16. Januar 2019

Konzert zum Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs

Heute war der Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945. Eine der Gedenkveranstaltungen war die im Forum Gestaltung, bei der Warnfried Altmann und Hermann Naehring unter dem Titel "Ein wahres Elend, der verdammte Krieg" eine von Norbert Pohlmann zusammengestellte Filmcollage begleiteten. Der syrische Autor Mohamad Issa trug Verse über den Krieg vor, den er in Syrien erlebte.


Schon vor Beginn des Konzertes waren Antikriegslieder zu hören, etwa das von Hannes Wader gesungene "Wo sind all die Blumen hin". Denen, die am Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs in das Forum Gestaltung kamen, war die Antwort wohl klar. Auch was die Gäste erwarten durften, war bekannt. Norbert Pohlmanns stumme Collage alter Schwarzweißfilme aus der Zeit vor dem Krieg und aus dem Krieg wurde bereits viele Male von Musikern begleitet, mal von Altmann und Naehring, mal vom Neuen Magdeburger Kammerchor. Jeder hat da seine eigene Interpretation, bei Altmann und Naehring ist sie, da frei improvisiert, auch jedes mal ein wenig anders. Nur eines steht für Pohlmann immer im Vordergrund: "die Deutung der Vorgänge dürfen wir nicht den Rechten überlassen".

Donnerstag, 3. Januar 2019

Vorschau Januar: Gedenkkonzert und Jazz in der Kammer

An dieser Stelle möchte ich auf zwei Januar-Termine hinweisen.

Am Mittwoch, dem 16. Januar um 20 Uhr erinnert das Forum Gestaltung mit einem Gedenkkonzert an die Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945.

Warnfried Altmann – Saxophon
Hermann Naehring – Schlagwerk
Mohamad Issa – Rezitation in syrischer Sprache
Norbert Pohlmann – Übertragung ins Deutsche
Zur Musik von Altmann und Naehring laufen auf der Leinwand originale Filmdokumente und dokumentarische Texte. Am Ende des Konzertes läuten alle Glocken der Stadt. Mehr dazu können Sie im Blogeintrag vom Januar 2018 lesen.

Am Montag, dem 21. Januar um 20 Uhr ist wieder der reguläre Termin von Jazz in der Kammer. Dann mit dem Quartett Bell.

 
Boris Bell – Schlagzeug
Nikolaus Neuser – Trompete
Silke Eberhard – Altsaxophon
Antonis Anissegos – Piano
Die Band um den Schlagzeuger Boris Bell kombiniert deutlich von Bläsern betonte Musik und  kräftige Rythmusakzente mit Percussion und fetten Drums. Die ausführliche Konzertempfehlung können Sie im Blogeintrag aus dem Dezember 2018 lesen.