Montag, 19. Oktober 2026

Sebastian Böhlen Trio

Heute war das Sebastian Böhlen Trio zu Gast bei Jazz in der Kammer im Magdeburger Gesellschaftshaus. Filigrane Gitarrenklänge trafen auf einen melodiös gespielten Bass und genau abgestimmte Schlagzeugrhythmen.

Sebastian Böhlen – Gitarre, Komposition
Max Leiß – Bass
Julian Fau – Schlagzeug

Schon in den ersten Titeln wird erkennbar, dass es eines der ruhigen und melodiösen Konzerte der Magdeburger Jazz-Reihe sein wird (die auch schon wilde Konzerte erlebt hat). Sebastian Böhlen beginnt mit gefühlvollen und klaren Tönen, die gut mit Max Leiß’ gezupftem Bass harmonieren. Das Schlagzeug klappert dezent im Hintergrund. Melodien, die sich Gitarre und Bass gegenseitig zuspielen, behutsam, lassen Raum für beide Instrumente. Dabei verzichtet Böhlen auf seiner E-Gitarre weitgehend auf elektronische Effekte, über weite Strecken überwiegen überwiegen die akustischen Anteile des Instruments. 

In seinen Zwischenmoderationen erzählt Böhlen über Hintergründe seiner Stücke, und er tut dies in einer amüsanten Art, legt Fäden aus, an denen er die Gedanken die Zuschauer durch ein Labyrinth von Gedanken führt, mit dem Risiko, es auch mal in die Irre laufen zu lassen, so als wolle er damit auch zum nachdenken über Hintergründe auffordern. Etwa wenn er zu seinem Stück „Namelet“ erklärt, dessen Name sei die Umkehrung von Telemann, dem berühmten Komponisten seiner gegenwärtigen Heimatstadt Magdeburg und die Melodie stehe auf Telemanns Gedenkstele, um diese Story dann mit einem „Aber es war dann doch ein ganz anderes Stück“ enden zu lassen. Geschichten, denen man gern zuhört, vielleicht weil sie ein wenig an Musik-Kabarett erinnern. Und bei allem Humor ist dann die Musik präzise gespielt, lässt zugleich den drei Musikern auch Raum für eigenen Improvisation.

Das Magdeburger Jazz-Publikum ist genaues und aufmerksames Zuhören gewohnt. Und so lässt das Trio mehrmals die Gelegenheit für Zwischenapplaus aus, indem es die Stücke so auf den Punkt aufeinander folgen lässt, dass genau in der kurzen Denkpause des Nachklingens der letzten Töne schon  der nächste Titel beginnt, dessen Melodien man wiederum nicht stören mag. 

Die drei Musiker spielen schon lange zusammen, irgendwas um 20 Jahre sagt Sebastian Böhlen später. Das so entstandene Vertrauen aufeinander spürt man in der Musik, von der man auch nach dem Konzert noch einige Töne im Ohr hat. Wer Sebastian Böhlen in Magdeburg nochmal hören möchte, hat gleich im November beim 33. Tonkünstlerfest Sachsen-Anhalt Gelegenheit dazu: am 13. November beim Eröffnungskonzert im Gesellschaftshaus Magdeburg zusammen mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie und am 15.11. bei einer Matinee im einLADEN Magdeburg.


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