Sonntag, 15. März 2026

Vorschau: Magdeburger Jazztage

Der Termin für die Magdeburger Jazztage – vom 30. April bis 3. Mai – stand schon lange fest. Endlich ist auch das Programm veröffentlicht:

Seit 10 Jahren schon gibt es die Magdeburger Jazztage. Die ersten fanden im April 2016 statt (und wegen einer lange geplanten Auslandsreise konnte ich in nicht im Blog über die Premiere berichten). Im Jahr 2020 mussten die Jazztage ausfallen und im Jahr 2021 gab es sie nicht zum Frühjahrstermin, aber im Herbst setzte das Gesellschaftshaus mit dem Offbeat-Jazzfest die Jazztage-Tradition fort, die dann ab 2022 wieder im Frühjahr stattfanden. So gezählt sind es daher in diesem auch die 10. Jazztage.

Sonntag, 22. Februar 2026

Vorschau März: André Nendza "On Canvas"

Am Montag, dem 16. März gibt es um 20 Uhr die nächste Ausgabe von Jazz in der Kammer. Dann wird André Nendza mit seinem Quintett nach Magdeburg ins Forum Gestaltung kommen: 

Angelika Niescier – Saxophon
Matthias Bergmann – Trompete
Hubert Nuss – Piano
Alex Parzhuber – Schlagzeug
André Nendza – Bass

Aus der Ankündigung: 

In diesem neuen Ensemble des Bassisten André Nendza treffen fünf renommierte Musiker(innen) aus unterschiedlichsten Spielformen des Jazz aufeinander. In Zeiten, in denen sich die Szene immer feiner aufgliedert, wird hier das Verbindende gepflegt. Und einfach gemeinsam Musik gemacht. Die neuen Kompositionen von André Nendza basieren zumeist auf Formen und Changes bekannter Standards und bilden dadurch einen perfekten „common ground“, auf dem alle Beteiligten ihre individuelle Stimme einbringen können. Gegensätze und Spannungen sind dabei erwünscht und werden durch den Spaß an rhythmischer Intensität (sprich: Swing) aufgelöst. Die CD des Quintetts ist 2021 auf „Jazzsick Records“ erschienen. 

Montag, 16. Februar 2026

Was wäre der Jazz ohne Konzertbesucher

Vor dem allmonatlichen "Jazz in der Kammer" kündigte Warnfried Altmann nicht nur wie gewohnt die Musiker des Abends an, sondern wendet sich auch ganz persönlich an die Konzertbesucher. Sichtlich erfreut und erleichtert ist er vor allem auch darüber, dass der Saal im Forum Gestaltung diesmal so gut gefüllt ist. 

In einer Rundmail hatte er zuvor geschrieben: "Wir gehen zur Zeit voll ins Risiko, es gibt nach wie vor keine finanzielle Zusage an Förderung, geschweige denn einen Geldfluss. Wir sind soo dringend auf die Einnahmen aus dem Kartenverkauf angewiesen. Deshalb hiermit noch einmal die herzliche Bitte, kommen sie, genießen sie diese wunderbare Musik, die starke emotionen freisetzt, die Fantasie und Kreativität aktiviert, resignieren sie nicht, lasst uns zusammen sein, hören und reden und Wein trinken – alles was gut tut."

Simon Popp Trio

Heute war das Simon Popp Trio bei Jazz in der Kammer im Forum Gestaltung zu hören. Drei Schlagzeuger auf der Bühne, Klang und Rhythmus bestimmt die Musik.

Simon Popp– Schlagzeug
Flurin Mück – Schlagzeug
Sebastian Wolfgruber – Schlagzeug
Flurin Mück, Simon Popp und Sebastian
Wolfgruber (von links nach rechts)

Schon beim Betreten des Raumes kommt ein Wow!-Gefühl auf: die gesamte Bühne steht voller Schlagzeug. Die komplette Bandbreite von der großen Base-Drum bis zu kleinen Percussion-Instrumenten, und das ganze gleich in unterschiedlicher Kombination drei mal, für drei Schlagzeuger, ist von links nach rechts über die gesamte Breite der Bühne hinweg aufgebaut. Nur Schlagzeug, sonst nichts - das sieht man nicht oft. Beeindruckend.

Dann setzt die Musik ein: mit einer über die gesamte Bühne hinweg stereoskopisch breit verteilten Klang. trotz des großen Instrumentariums zunächst überraschend sanft. Leise Trommeln mischen sich mit Percussion und nach indonesisch klingenden Blech. Später werden sich einige dieser metallischen Klänge als elektronisches Pad herausstellen. Das ist dann aber auch schon alles, was elektronisch an Klängen erzeugt wird, alles andere entsteht rein akustisch. Zwischen Handpan und hölzerner Schlitztrommel ist auf der Bühne wohl alles versammelt, was es abseits des üblichen Drumsets an etwas exotischeren Instrumenten gibt. 

Freitag, 30. Januar 2026

Vorschau Februar: Simon-Popp-Trio

Am Montag dem 16. Februar gibt es das nächste Mal Jazz in der Kammer im Forum Gestaltung, dann mit dem Simon-Popp-Trio.  Beginn ist wie immer 20 Uhr.

Simon Popp – Schlagzeug
Flurin Mück – Schlagzeug
Sebastian Wolfgruber – Schlagzeug 


Aus der Ankündigung: 

Das Drum Trio um den in München lebenden Schlagzeuger und Komponisten Simon Popp schlägt sich mit einem feinen Gespür für Timing und Stimmung durch polyrhythmische Strukturen. Es kontrastiert erdige und luftige Klänge, verwischt die Grenzen zwischen der elektronischen und akustischen Welt und setzt so ein kraftvolles Statement dafür, was zeitgenössische Schlagzeugmusik heute sein kann: Eine satte Klangwelt, die sich der kompletten Bandbreite aller Schlaginstrumente bedient. Mal treibend, mal meditativ.

Popp, auch bekannt als Mitglied des Jazz-Quintetts Fazer, hat in München Jazzschlagzeug studiert und macht mit seiner Musik eine ganz eigene Kategorie der Nicht-Kategorie auf, „ [...] die ihre Stärke gerade daraus schöpft, dass sie sich zwischen Jazz, Pop oder Weltmusik bewusst nicht klar verortet. Und genau das macht Simon Popp zu einem der derzeit spannendsten Münchner Schlagzeuger." (Süddeutsche Zeitung). 2023 wurde Simon Popp mit dem Förderpreis für Musik der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. 



Montag, 19. Januar 2026

Dell – Lillinger – Westergaard

Im Forum Gestaltung war heute mit Dell – Lillinger – Westergaard ein Trio zu erleben, dessen Musiker bereits mehrfach in unterschiedlichen Besetzungen bei Jazz in der Kammer zu erleben waren.

Christopher Dell – Vibraphon, Komposition
Christian Lillinger – Perkussion, Komposition
Jonas Westergaard – Kontrabass

Beinahe hätte ich "auf der Magdeburger Jazzbühne" geschrieben, aber die drei Musiker hatten für ihr Konzert ein ungewöhnliches Setting gewählt: ihre Instrumente standen nicht auf der Bühne, sondern unten, in der Mitte des Saales, mit den Stuhlreihen ringsum im Kreis aufgestellt. Christopher Dell spricht zu Beginn des Konzertes über die Beziehung zwischen den Handlungssträngen des Konzerts und der Musik, und sagt: "wir wollen Sie dazu einladen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, zu erleben, wie die Musik an unterschedlichen Stellen im Raum klingt. Wechseln Sie einfach auch mal ihren Platz!"

Folgte man dieser Einladung, und einige taten dies wirklich im Lauf des Abends, konnte man wahrnehmen, wie sich der akustische Eindruck, das Empfinden der Musik je nach Position im Raum änderte.

Donnerstag, 15. Januar 2026

Vorschau Januar: Gedenkkonzert

39 Minuten – Ein Gedenkabend

Am 16. Januar vor 81 Jahren wurden im 2. Weltkrieg große Teile Magdeburgs zerstört. 39 Minuten, das ist die Dauer des nächtlichen Bomenangriffs, der Magdeburg in Schutt und Asche legte.

Auch in diesem Jahr veranstaltet das Forum Gestaltung unter dem Titel "Ein wahres Elend, der verdammte Krieg" wieder ein Gedenkkonzert. Beginn ist 20 Uhr.

Zu hören sein werden: 

Warnfried Altmann – Saxophon
Hermann Naehring – Schlagzeug
Johanna Mohr – Sopran
Mohamad Issa – Rezitation

Aus der Ankündigung: 

Man muss nicht davon hören, dass Hitler Kommunist gewesen war und die deutsche Wirtschaft verstaatlicht hatte, um das abhandengekommene Geschichtsbewusstsein zu beklagen (oder gar zu begrüßen, je nach Perspektive und postulierter Handlungsoption). 

Der 16. Januar bleibt eingebrannt im urbanen Bewusstsein Magdeburgs, und entgegen der durchschaubaren Versuche seiner Dekontextuierung bleibt Aufklärung notwendig: zum Erhalt und zur Beförderung historischen Wissens. 

 Mit künstlerischen Mitteln erinnert das Forum Gestaltung seit nunmehr 20 Jahren an jedem 16. Januar an die heute 81 Jahre zurückliegende Zerstörung der Stadt, um der Opfer zu gedenken, ohne Ursachen und Wirkungen außer Acht zu lassen. 

Gemeinsam können um 21.28 Uhr im Innenhof des Forum Gestaltung Publikum und Beteiligte dem Glocken-Läuten aller Magdeburger Kirchen zuhören.

Mittwoch, 14. Januar 2026

Vorschau Januar: Dell – Lillinger – Westergaard

Am Montag, dem 19. Januar steht mit Dell – Lillinger – Westergaard ein Trio auf der Magdeburger Jazzbühne im Forum Gestaltung, dessen Musiker bereits mehrfach in unterschiedlichen Besetzungen bei Jazz in der Kammer zu erleben waren.

Christopher Dell – Vibraphon, Komposition
Christian Lillinger – Perkussion, Komposition
Jonas Westergaard – Kontrabass, Komposition 

Jonas Westergaard, Christopher Dell und 
Christian Lillinger (v.l.n.r.) Foto: Nino Halm

Aus der Ankündigung: 

Das Ensemble Dell-Lillinger-Westergaard wurde 2010 von Christopher Dell (Vibraphon, Komposition), Christian Lillinger (Perkussion, Komposition) und Jonas Westergaard (Kontrabass, Komposition) gegründet.

Die Wege der drei vielseitig veranlagten Instrumentalisten und Komponisten hatten sich in der Musikmetropole Berlin zuvor schon mehrfach gekreuzt, und so beschlossen sie, neben ihren diversen anderen Projekten insbesondere in dieser Trio-Besetzung eine eigene Musik zu entwickeln und sich dabei in Echtzeit immer wieder neu zu erfinden.  

Im Grenzbereich zwischen auskomponierter zeitgenössischer Musik, experimenteller Forschung und Avantgarde haben Dell-Lillinger-Westergaard seitdem ihre eigene musikalische Sprache geschaffen. Die gemeinsame Entwicklung ist durch zahlreiche Konzerte und Aufnahmen dokumentiert, aber auch durch die immer wiederkehrenden Kooperationen mit so unterschiedlichen musikalischen Partnern wie John Tchicai (Saxophon) oder Tamara Stefanovich (Klavier).

Dienstag, 16. Dezember 2025

Experienced

"Experienced" war heute als Projekt von fünf Musiker:innen auf der Jazz-Bühne im Magdeburger Forum Gestaltung zu hören. Und wenn man den Projekttitel wörtlich übersetzt: fünf erfahrene, versierte Musikerinnen:

Amy Green – Stimme
Andreas Willers – E-Gitarre
Rieko Okuda – Keyboard
Jan Roder – E-Bass
Christian Marien – Schlagzeug


Dabei ist die Langform des Projektes vielmehr die Frage: "Have you ever been experienced?" – "Bist Du jemals erfahren gewesen?" – Eine Frage, die von Selbstreflexion zeugt, vom ständig dazulernen wollen. Aber genug der Vorrede. Nun zum heutigen Konzert:

Stand zu Beginn noch deutlich akzentuierter Sprechgesang, der vor allem von Gitarre und Bass konterkariert wurde, alles jedoch recht zurückhaltend, so änderte sich die Szenerie plötzlich auf einen Schlag, und dies im wörtlichen Sinn. Denn kaum meinte man sich eingehört zu haben, kaum dass sich auch Harmonien zwischen Stimme und Instrumenten bildeten, da schlug Christian Marien mit einer Kraft auf seine Trommeln, dass sich die Art der Musik um 180 Grad wandelte. Plötzlich war man vom Jazz- in ein Rockkonzert gewechselt. 

Mittwoch, 7. Mai 2025

Vorschau Mai: Laute Stille

Beim nächsten regulären Jazz-Termin nach den Magdeburger Jazztagen gibt es am 19. Mai ein Projekt mit Musik plus Tanz-Performance. Mit "Optimistische Musik einer desolaten Welt" beschreiben die Musiker von MONDOLETTOSOTTOILCORVO ihre Musik.

Willehad Grafenhorst – Bass + Elektronik
Gandolfo Pagano – Gitarre + Elektronik
Fabrizio Spera – Schlagzeug
Fine Kwiatkowski – Tanz

MONDOLETTOSOTTOILCORVO - das sind seit 2018 Willehad Grafenhorst und Gandolfo Pagano - vermengt die Erfahrungen von zwei Musikern, aufgewachsen in entgegengesetzten Regionen Europas. Sie trafen sich in der Madonie, auf Sizilien, und wurden durch die sofort spürbare Synergie überrascht. Daraus entstand die Idee zu diesem Projekt.

Improvisation ist eine Praxis, in der jede Aktion durch das gegenseitige Zuhören herbeigeführt wird, dadurch entsteht ein Dialog. Die Musiker interagieren permanent, geben Impulse - jede Aktion ist gleichzeitig Ursache und Wirkung unvorherzusehender Entwicklungen, die reale Kompositionen kreieren.

Sonntag, 4. Mai 2025

Magdeburger Jazztage, Konzertrückblicke

Liebe Jazzfreundinnen und -freunde, 

während der gerade laufenden Jazztage habe ich Fotos von den Konzerten erst mal nur zusammen mit ein paar Worten bei Facebook eingestellt (weil das schneller ging). Ausführliche Rückblicke folgen hier im Blog noch, in den nächsten Tagen. 

Jazz - Yeah! Warnfried Altman ruft ein Hoch
auf die improvisierte Musik aus.

Die Links zu den Kurz-Rückblicken auf Facebook: 

Dienstag, 22. April 2025

Vorschau Mai: Magdeburger Jazztage

Die Magdeburger Jazztage wurden in diesem Jahr von der dritten Aprilwoche auf die ersten Tage des Monats Mai verschoben und bieten wieder 4 Tage erstklassigen internationalen Jazz. 

Hier ist das Line Up des kleinen aber feinen Magdeburger Jazzfestivals, das gemeinsam vom Gesellschaftshaus Magdeburg und vom Forum Gestaltung veranstaltet wird: 

Montag, 21. April 2025

Fink 70's Revisited

Der Ankündigung nach konnten wir eine ebenso geniale wie verrückte Reminiszenz an die Funkmusic der 70er Jahre erwarten. Was am Abend des Ostermontags im Forum Gestaltung zu hören war, war tatsächlich noch viel mehr: Großartige Improvisationen quer durch die Jazz-Musik und darüber hinaus. Fink 70's Revisited, mit:

Silke Eberhard – Saxophon
Johannes Fink – Cello
Rudi Fischerlehner – Schlagzeug

Johannes Fink empfahl vor Beginn des Konzertes, die Musik seines Trios "wie einen Kinofilm durchlaufen zu lassen" – und tatsächlich eine passende Empfehlung für das Konzert, dessen zwei Sets ohne Unterbrechung durchgespielt wurden und das zugleich voller Abwechslung war und quer durch unterschiedlichste Musikstile ging. 

Samstag, 22. März 2025

Warnfried Altmann kündigt die Magdeburger Jazztage an

Die Organisation der Magdeburger Jazztage ist in Zeiten knapper Kassen immer ein Balanceakt. Als Warnfried Altmann beim Februar-Termin von Jazz in der Kammer das Programm der Jazztage vorstellte, war ihm die  Vorfreude auf die Konzerte, aber auch die Erleichterung über das Zustandekommen der Jazztage anzusehen. 

Warnfried Altmann bei der Vorstellung
des Prgramms der Magdeburger Jazztage

"Ich freue mich darauf, dass wir Günter Baby Sommer mit seiner großen Band, seiner Jazz-Brunderschaft nach Magdeburg holen konnten, und auf Steve Coleman, der mit seiner Band zum Abschluss der Jazztage spielen wird". So umriss er ein Programm, das wieder sehr vielfältig zusammengestellt ist. 

Vorschau April: Fink 70s Revisited

Im April kommt eine ebenso geniale wie verrückte Reminiszenz an die Funkmusic der 70er Jahre  auf die Magdeburger Jazzbühne: Fink 70s Revisited, mit 

Silke Eberhard – Saxophon
Johannes Fink – Cello
Rudi Fischerlehner – Schlagzeug

In der Ankündigung heißt es: 

Das geniale Trio verbindet auf virtuos spontane Weise Sensibilität,Humor und Sympathie. Johannes Finks Kompositionen beinhalten den Sound der 70er Jahre ebenso wie abstrakte Themen, welche durch die besondere Instrumentierung unter Anwendung freier Improvisation zu einem Gesamtkunstwerk vollendet werden. Saxophon, Cello und Schlagzeug bilden die perfekte Symbiose für dieses wunderbare Spektakel.

Montag, 17. März 2025

Duo Azadi

Heute war das Duo Azadi bei Jazz in der Kammer zu hören. Musik an der Grenze zwischen Jazz und Klassik.

Clara Haberkamp – Piano
Atena Eshtiaghi – Violoncello

Von Beginn an ist zu spüren, wie gut beide Musikerinnen aufeinander eingespielt sind, miteinander interagieren. Mal hat das Cello die Melodiestimme, das Klavier begleitet, mal ist es umgekehrt. Clara Haberkamp spielt das Klavier gefühlvoll, ist mit warmen Tönen zu hören, Atena Eshtiaghi spielt ihr Cello mal gestrichen, mal gezupft und oder mit auf die Saiten aufprallendem Bogen, mit interessanten und rein akustischen Klangeffekten. Die Musik der beiden ist mal kräftig improvisierter Jazz, mal klingt sie nach klassischem Konzert. 

Samstag, 22. Februar 2025

Vorschau März: Duo Azadi

Am Montag dem 17. März ist bei Jazz in der Kammer das Duo Azadi zu hören. Musik an der Grenze zwischen Jazz und Klassik.

Clara Haberkamp – Piano
Atena Eshtiaghi – Violoncello


"Azadi" bedeutet Freiheit, und so kann das, was Clara Haberkamp und Atena Eshtiaghi im Flow der Improvisation mit genügend Songstruktur und irgendwo im Wasser von Jazz und Klassik kreieren, niemanden unberührt lassen. Genregrenzen bleiben unbeachtet und es ist egal, woher das musikalische Material ihres Spiels herkommt: allein Möglichkeiten zählen, und derer gibt es unendlich viele. Ausbrüche, Überraschungen und emotionaler Überschwang dürfen und müssen sein und garantieren höchste Authentizität, und dabei ist alles im Fluß.

Montag, 17. Februar 2025

Lotus Flowers

Lotus Flowers lässt sich für die Musik des Trios von Menschen inspirieren, die sich für Menschenrechte, Würde, Natur oder Freiheit eingesetzt haben, wie Rosa Parks, Nelson Mandela, Madres de Plaza de Mayo, bekannt oder nicht, aber Menschen, die dazu beigetragen haben, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, die den Sumpf um ihre blühende Existenz gereinigt haben und oft mit ihrem Leben bezahlen mussten. 

Bruno Angelinis – Piano, Komposition
Sakina Abdou – Tenorsaxophon 
Angelika Niescier – Altsaxophon
Lotus Flowers bei Jazz in der Kammer
im Forum Gestaltung Magdeburg

Am Beginn des Konzertes erklärt Bruno Angelinis die Intention der Musik von Lotus Flowers mit einem Zitat von Wayne Shorter: "Nur die Lotusblume wächst im tiefen Sumpf. Und wenn sie dort gedeiht, klärt sie das dreckige Wasser um sie herum. Sie ist ein Symbol des Lichts in einer dunklen Welt." 

Montag, 20. Januar 2025

Trio St. Tropez

Jazz in ungewöhnlicher Besetzung  – Cello und Geige hört man nicht oft im Jazz – und mit einem Bandnamen, der französische Leichtigkeit verspricht.

Almut Schlichting – Saxophon
Max Eisinger – Violine
Johannes Fink – Cello

Die drei Musiker beginnen ihr Magdeburger Konzert mit Kraft und voller Dissonanzen, die erst allmählich in Harmonie zueinander finden. Ich höre das sowohl Klassische Konzerttöne heraus als auch Hanns Eisler und Kurt Weil, wenig später dann beswingte Walzertöne eines Salonorchesters, gemischt mit musikalischem Witz. "Wir hatten uns als Trio ursprünglich mal zusammengefunden, weil ich angefragt wurde, die Musik für ein französisch geprägtes Programm eines Berliner Veranstalters zu schreiben, im Stil des Jazz der 50er/60er Jahre. Der Name für unser Trio lag dann nicht fern, schließlich war St. Tropez damals ein Sehnsuchtsort der Künstler."

Donnerstag, 16. Januar 2025

Gedenkkonzert zur Zerstörung Magdeburgs

Am 16. Januar jährt sich in diesem Jahr die Zerstörung Magdeburgs im 2. Weltkrieg zum 80. Jahr. Auch in diesem Jahr veranstaltet das Forum Gestaltung unter dem Titel "Ein wahres Elend, der verdammte Krieg" wieder ein Gedenkkonzert. Beginn ist 20 Uhr.

Zu hören sein werden: 

Warnfried Altmann – Saxophon
Hermann Naehring – Schlagzeug
Hanse-Pfeiferey
Mohamad Issa – Rezitation

Norbert Pohlmann, Leiter des Forum Gestaltung schrieb über das Programm:

Man muss nicht davon hören, dass Hitler Kommunist gewesen war und die deutsche Wirtschaft verstaatlicht hatte, um das abhandengekommene Geschichtsbewusstsein zu beklagen (oder gar zu begrüßen, je nach Perspektive und postulierter Handlungsoption).

Der 16. Januar bleibt eingebrannt im urbanen Bewusstsein Magdeburgs, und entgegen der durchschaubaren Versuche seiner Dekontextuierung bleibt Aufklärung notwendig: zum Erhalt und zur Beförderung historischen Wissens.

Mit künstlerischen Mitteln erinnert das Forum Gestaltung seit nunmehr 20 Jahren an jedem 16. Januar an die heute 80 Jahre zurückliegende Zerstörung der Stadt, um der Opfer zu gedenken, ohne Ursachen und Wirkungen außer Acht zu lassen.

Traditionell begleiten Warnfried Altmann am Saxophon und Hermann Naehring am mächtigen Schlagwerk die (Dokumentar)Bilder von Propaganda, Aufrüstung und Krieg. Sie enden ton-, aber nicht sprachlos, und gemeinsam können dann im Innenhof des Forum Gestaltung Publikum und Beteiligte dem Glocken-Läuten aller Magdeburger Kirchen zuhören.

Bereits am Beginn des Abends, um20.00 Uhr, wird die [hanse]Pfeyfferey auf historischen Instrumenten Signale aussenden, die die Zeitlosigkeit der Friedenssehnsucht vernehmbar machen. Und mit Texten von Mohamad Issa blicken wir hinüber nach Syrien, wo vielleicht friedlichere Zeiten angebrochen sind ...