Montag, 19. März 2018

Die Enttäuschung

Heute war bei Jazz in der Kammer im Forum Gestaltung "Die Enttäuschung" zu hören.
Christof Thewes – Posaune
Axel Dörner – Trompete
Jan Roder – Bass
Rudi Mahall – Klarinette
Michael Griener – Schlagzeug

Die Enttäuschung – dieser doch recht merkwürdige Name der Jazzband provoziert ja geradezu ein Wortspiel. Dann soll es dieses also gleich am Beginn geben: wer erwartet haben sollte, enttäuscht zu werden, wurde von dieser Erwartung enttäuscht. Die fünf Musiker überraschten das Magdeburger Publikum mit einer sehr lebendigen Musik, die sie mit erkennbarem Spaß auf die Bühne brachten. Dazu trugen auch die lockeren Moderationen von Rudi Mahall bei, die gleichsam improvisiert wie die Musik erschienen und die das an keine Konventionen gebundene und doch in der Tradition des Jazz verwurzelte Erscheinungsbild der Musik unterstrichen. Vielleicht ist es sogar so, dass die Musik der Band am besten im Zusammenhang von Wort und Musik zu verstehen ist, in der Verbindung von Mahalls etwas seltsamen, hintergründigem Humor und einer Situationskomik, die sich auch auf das Publikum überträgt. Die Stücke sind oft so benannt, daß sich schon daraus kleine Geschichten ergeben. Etwa „Christian und Isolde“ („zum Wagner-Jahr“, wie Mahall sagt), „Jan an einem Stück“ oder „Lavaman“ (Hört Euch diese bei einem der nächsten Konzerte am besten selbst an ).

Am Beginn klang die Musik nach Dixiland, was auch an Rudi Mahalls Klarinette als tonangebendes Instrument lag. Daraus entwickelte sich dann ein Big-Band-Sound, als die drei Frontmänner der Band an Trompete, Posaune und Klarinette in einen gemeinsamen Bläsersatz einstimmten. Ganz anders dann der folgende Titel („Fälschlich“), der mit schrillen, disharmonischen Fanfarenklängen eingeleitet wird. Michael Griener legt am Schlagzeug schnelle Rhythmen vor, in die sich die anderen Musiker einordnen.

Auch Jan Roder am Baß bleibt nicht nur die Rolle der Hiuntergrundbegleitung vorbehalten. „Der spielt so kräftig, daß er keinen Verstärker braucht“ sagt Mahall und holt ihn für ein Stück auch mal nach vorn auf die Bühne, mitsamt Instrument. „Jetzt featuren wir mal unserer Bassisten – hören Sie mal nicht auf die Bläser, sondern auf den Baß“. Nicht ganz einfach, weil natürlich (und vielleicht auch Teil eines musikalischen Witzes?) die Bläserstimmen viel kräftiger sind.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Vorschau: Magdeburger Jazztage 2018

Von Donnerstag, dem 19. April bis Sonntag, dem 22. April gibt es die dritte Ausgabe der Magdeburger Jazztage.


Bereits zum dritten Mal finden die Magdeburger Jazztage "JETZT" statt. Das Festival präsentiert in acht Konzerten im Forum Gestaltung und im Gesellschaftshaus Magdeburg erstklassigen, internationalen, zeitgenössischen Jazz. Nach der Trompete im ersten und dem Piano im zweiten Jahr steht diesmal die Posaune im Mittelpunkt des Konzertgeschehens (in Übereinstimmung zum 2018er Schwerpunktinstrument von Jazz in der Kammer, der Posaune). Vier Tage voller Jazz unterschiedlichster Stilrichtungen, beginnend mit einem riesigen brasilianischen Ensemble, über Piano und Jazz-Gesang bis hin zu umfangreichen Blechbläser-Konzerten.

Karten sowie ein Festivalticket für alle Konzerte gibt es ab sofort im Forum Gestaltung Magdeburg (Brandenburger Straße 10, Tel: 0391 99 08 76 11, E-Mail: info@forum-gestaltung.de, www.forum-gestaltung.de).

Festival-Ticket: 75€ (Eintritt zu allen Veranstaltungen)
Einzeltickets:
Donnerstag 20€ / 15€ ermäßigt
Freitag 25€ / 20€ ermäßigt
Samstag 25€ / 20€ ermäßigt

Sonntag 35€ / 30€ ermäßigt

Magdeburger Jazztage – JETZT 2018  

Donnerstag 19.04.
Eröffnungskonzert im Gesellschaftshaus

20.00 Nomade Orchestra (Brazil)          
Guilherme Nakata – Drums
Ruy Rascassi – Bass
Fabio Prior – Percussion
Luiz Eduardo Galvao – Guitar
Marcos Mauricio – Keyb
Beto Malfatti – Sax, Flute
Bio Bonato – Bar.Sax
Marco Stoppa – Trumpet
Andre Calixto – Sax, Flute
Victor Fao – Trombone
Danilo Oliviera – VJ 

Freitag 20.04.
Clubabend im Forum Gestaltung

19.00 Julie Sassoon Quartett (UK, NL, A
Julie Sassoon – Piano
Lothar Ohlmeier – Bassklarinette
Meinrad Kneer – Bass
Rudi Fischerlehner – Schlagzeug

20.30    Masha Bijlsma & Bones    (NL)
Masha Bijlsma – Gesang
Bart van Lier – Posaune
Adrian Mears – Posaune
Martin Sasse – Piano
Martin Gjanokovski – Bass
Dries Bijlsma – Schlagzeug

22.00 Volkov Trio     (RUS)
Vladimir Volkov – Bass
Slava Kurashov – Gitarre
Denis Sladkevitch – Schlagzeug

Samstag, 21.04.
„Die Posaune“ – im Gesellschaftshaus

19.00 Conny Bauer – Soloposaune

20.30 „Basement Research“ 25 Jahre-Jubiläum (UK, Dtl., USA)   
Steve Swell – Posaune
Gebhard Ullmann – Saxophon
Julian Argüelles – Tenorsaxophon
Pascal Niggenkemper – Bass
Gerald Cleaver – Schlagzeug

22.00 „Vertigo Trombone Quartet“
Nils Wogram – Posaune
Bernhard Bamert – Posaune
Andreas Tschopp – Posaune
Jan Schreiner – Bassposaune

Sonntag, 22.04.
Abschlusskonzert im Gesellschaftshaus

20.00 Nils Landgren Quartett (Schweden)
Nils Landgren – Posaune, Gesang
Eric Staiger – Piano
Lisa Wulff – Bass
Silvan Strauß – Schlagzeug

Vorschau März

Am Montag, dem 11. März wird um 20 Uhr Die Enttäuschung bei Jazz in der Kammer im Forum Gestaltung zu hören sein.

Christof Thewes – Posaune
Axel Dörner – Trompete
Jan Roder – Bass
Rudi Mahall – Klarinette
Michael Griener – Schlagzeug

Die Enttäuschung (Foto: Klaus Rohwer)


Die Fünf Berliner Musiker lassen sich seit mehr als 20 Jahren von der Jazzgeschichte inspirieren und schaffen mit Posaune, Trompete, Klarinette, Bass und Schlagzeug doch ihr ganz eigenes Werk.

Beim Band-Namen jedoch muß man dann vielleicht doch eine Erklärung liefern, was dahinter steckt. Im Interview mit der Jazzthetik erklärte Rudi Mahall, Klarinettist und Mitbegründer der Enttäuschung, "das Konzept dieser Band gerade die Konzeptlosigkeit. Wenn ständig nur das Unerwartete passiert, dann werden sozusagen alle Erwartungen „enttäuscht“. Enttäuschung im Sinne von: das Ende aller Täuschungen". Trompeter Axel Dörner ergänzt: "Der Name wird immer besser. Enttäuschungen führen in der Regel zu einer Veränderung und somit zu einem neuen Verständnis einer Situation. Es ist also das Gegenteil einer nicht veränderbaren, verfestigten Weltsicht".

Auf der Bandwebseite sind ein paar Ausschnitte aus ihrer aktuellen CD Lavaman verlinkt. Und die versprechen einen Abend mit einem ebenso fantasievollen wie verrückten Musikmix. Lassen Sie sich überraschen!

Montag, 19. Februar 2018

Fun Horns

Heute standen die Fun Horns auf der Jazz-Bühne des Forum Gestaltung.
Volker Schlott – Sopransaxophon, Altsaxophon, Flöte
Jörg Huke – Posaune
Nikolaus Neuser – Trompete, Flügelhorn
Falk Breitkreuz – Tenorsaxophon, Bassklarinette, Flöte

Konzertveranstalter Warnfried Altmann freute sich über ein volles Haus und stellte fest: "wenn alte DDR-Jazzer kommen, dann ist der Saal voll". Die Fun Horns, die sich 1986 zusammenfanden und auch in Magdeburg vor vielen Jahren schon einmal bei Jazz in der Kammer spielten, nahmen diese Bemerkung auf und machten im Laufe des Programms immer mal wieder witzige Anmerkungen zu lange zurückreichenden Musikstücken. Ansonsten spielte die Geschichte der Band eher keine Rolle. Bis auf das unverkennbar große Publikumsinteresse.

Die vier Blechbläser beginnen ihr Konzert beinahe unhörbar leise. Nur ein leises Atemgeräusch ist aus dem Blech zu hören, bis dann Nikolaus Neuser auf der Trompete und Volker Schlott auf dem Saxophon unisono eine sehr leise, zarte Melodie zu spielen beginnen. Eine Melodie, die sich, allmählich lauter werdend, zu einer Begrüßungsfanfare entwickelt. Ein Stück mit beinahe klassischer Anmutung. Erst später stimmen Falk Breitkreuz mit der Baßklarinette und Jörg Huke an der Posaune ein, es entwickelt sich ein instrumentaler Wechselgesang. Gleich zu Beginn war auch wieder zu merken: das kleine, aber feine Magdeburger Jazz-Publikum lauscht äußerst aufmerksam. Auch – oder ganz besonders – an den leisen Stellen. 

Montag, 12. Februar 2018

Vorschau Februar

Im Februar-Konzert von Jazz in der Kammer stehen am 19. Februar um 20 Uhr die Fun Horns auf der Bühne des Forum Gestaltung.
Jörg Huke – Posaune
Nikolaus Neuser – Trompete, Flügelhorn
Falk Breitkreuz – Tenorsaxophon, Bassklarinette, Flöte
Volker Schlott – Sopransaxophon, Altsaxophon, Flöte

Die Fun Horns habe ich schon oft im Radio gehört und war immer begeistert von ihrer fröhlichen, lebendigen Musik: Jazz vom Feinsten von einer altgedienten und immer noch aktuellen Bläser-Band. Live erlebt habe ich sie aber noch nie und freue mich deshalb um so mehr auf das Konzert.



Montag, 22. Januar 2018

Vorschau 2018 + Jahreskarte

Das Konzertprogramm für 2018 ist nun komplett – also zückt Eure Kalender, Terminplaner, Handys oder was auch immer  und tragt Euch die Termine ein.

Der musikalische Schwerpunkt der Konzertreihe liegt in diesem Jahr bei der Posaune. Und da vereinen sich einige großartige Musiker in den Konzerten von Jazz in der Kammer. Einige Musiker und Bands, wie die Fun Horns, kenne ich bisher nur aus dem Radio und wollte sie schon immer mal selbst erleben, andere habe ich schon so oder oder in anderen Formationen live gehört. Eine der Bands, die mit dem merkwürdigen Namen Schnaftl Ufftschik, sogar beim Weltmusik-Festival TFF in Rudolstadt  – was mal wieder auf eine große Bandbreite der Musik des 2018er Jazz-in-der-Kammer-Jahrgangs hindeutet. Ich jedenfalls bin schon neugierig auf die Musik in diesen völlig verschiedenartigen Ensembles.

Hinzuzufügen ist, dass es auch in diesem Jahr wieder die rabattierte Jahreskarte gibt. Ihr Preis beträgt 100 € (ermäßigt 65 €). Auch wenn das erste Konzert der Reihe nun schon vorbei ist – wer nachrechnet, merkt, daß sich die Jahreskarte gegenüber dem Kauf der Einzelkarten á 15 € (ermäßigt 10 €) für die verbleibenden acht Konzerte des Jahresprogramms auch jetzt noch lohnt. Erhältlich sind die Jahreskarten (ebenso wie die Einzelkarten) im Forum Gestaltung (Mo-Fr /14-18 Uhr) und an der Abendkasse.

Jahresprogramm 2018

15.01.18, 20.00
„Absolutely sweet Mary“
Matthias Müller – Posaune
Steffen Faul – Trompete
Alexander Beierbach – Saxophon
Max Andrzejewski – Schlagzeug        

19.02.18, 20.00
„Fun Horns“
Jörg Huke – Posaune
Nikolaus Neuser – Trompete, Flügelhorn
Falk Breitkreuz – Tenorsaxophon
Bassklarinette, Flöte
Volker Schlott – Sopransaxophon, Altsaxophon, Flöte

19.03.18, 20.00 „Die Enttäuschung“
Christof Thewes – Posaune
Axel Dörner – Trompete
Rudi Mahall – Klarinette
Jan Roder – Bass
Michael Griener – Schlagzeug

Magdeburger Jazztage vom 19. – 22.04.18
Dafür gibt es noch eine separate Programmvorschau. Aber soviel sei schon verraten: unter anderem wird bei den Jazztagen Nils Landgren an seiner roten Posaune zu erleben sein.

21.05.18, Pfingstmontag, 20.00
Matthias Muche – Posaune
Udo Moll – Trompete
Carl Ludwig Hübsch – Tuba

18.06.18, 20.00
Alan Tomlinson – Posaune
Christoph Winckel – Bass
Willi Kellers - Schlagzeug

17.09.18, 20.00
„Vorwärts – Rückwärts“
Gerhard Gschlössl – Posaune
Johannes Fink – Cello
Maike Hilbig – Bass

15.10.18, 20.00
Schnaftl Ufftschik „God Brass You“
Johannes Siedel – Posaune
Stefan Gocht – Bassposaune, Sousaphon,
Reinhard Gundelwein – Klarinette
Lutz Wolf – Trompete
Boris Bell – Schlagzeug

19.11.18, 20.00
Sebi Tramontana – Posaune
Frank Gratkowski – Saxophon 

17.12.18, 20.00 „Insomnia Brass Band“
Anke Lucks – Posaune
Almut Schlichting – Baritonsaxophon
Hampus Melin – Schlagzeug