Samstag, 13. April 2019

Jollis wilde Welt der Worte

Freude an Musik und Worten, an Spiel und Bewegung brachte die Jorinde Jelen Band mit nach Magdeburg. Auch wenn nicht ausdrücklich "Jazz für Kinder" unter dem Programmtitel stand, das Konzert passte hervorragend in die Jazztage.
Jorinde Jelen – voc
Volker Dahms – sax, fl
Bastian Ruppert – g
Steffen Greisiger – keys
Christian Sievert – kb
Eva Klesse – dr

Der Schinkelsaal im Gesellschaftshaus, sonst Ort klassischer Konzerte, ist beinahe leer geräumt, nur noch ganz hinten bleiben zwei Stuhlreihen für Eltern und Großeltern. Der Fußboden ist nun voller bunter Sitzkissen, auf denen die Kinder schon warten. "Es ist 15 Uhr – seid Ihr alle schon bereit? Sind die Ohren gespitzt, die Augen klar, die Ohren offen, der Mund bereit?" fragt Jorinde Jelen und singt "Dann kann die Show beginnen", lässt die Kinder mit Händen, Augen und Mund mitmachen. In ihren Liedern singt sie von Dingen, die die Kinder kennen, von Tieren und Blumen, singt über Musik und Gesten, lässt die Kinder den ganzen Körper einsetzen, und die Kinder singen, hüpfen, tanzen, winken, haben ihren Spaß daran.

Passend zu den Jazztagen gibt es einen Ausflug in den Jazz-Gesang: "Welches ist der wichtigste Buchstabe im Alphabet?" fragt sie die Kinder und hält ein großes B in die Höhe. "Man kann damit singen", und macht das auch gleich vor "bab-da-ba-lu-bab, di-bab, dab dei". Mit dem Mitsingen klappt es bei den Kindern noch nicht so ganz spontan, sind die Silben etwas zu ungewohnt. Aber als die Musiker anschließend Verse rezitieren – und am Ende immer das entscheidende, so einfache Reimwort vergessen und ein falsches einsetzen, da haben sie die Kinder wieder bei sich. Denn die können natürlich reimen, haben das Sprachgefühl.

Überhaupt hat das Programm ebenso wie mit Musik auch viel mit Sprache zu tun. "Wisst Ihr, was ein Frechdachs ist?" fragt sie. "Ja, ein Kind das frech ist", kommt es von den Kindern zurück. Aber kennen sie auch andere Tiere, die Leseratte, den Muskelkater oder den Ohrwurm? Mit Musik und passender Verkleidung ist das schnell erklärt. Auch die unterschiedlichen Sprachen der Welt spielen eine Rolle. Erstaunlich, was da Antworten kommen, welche Sprachen die Kinder kennen. Englisch, französisch, russisch, japanisch, chinesisch. Und marsianisch? "Kommt mit in meine Rakete, wir fliegen mal hoch, und die Eltern lassen wir hier".

Zum Abschied noch eines der Lieder von Jorinde Jelen, die mit ihren Melodien wohl auch den Erwachsenen noch im Ohr bleiben werden, nochmal zum Mitmachen, Aufstehen und zum Abschied (oder Ankommen) winken: "Wenn ich winke, sag ich Dir Hallo, ..."

Während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir auf: dass Jorinde Jelens Band eine richtige Jazzband ist, mit Bass und Schlagzeug, Saxophon, Klavier und Gitarre, spielte im Text noch gar keine Rolle. Vielleicht ist das verständlich bei einem Programm, dass mit Worten und Texten spielt. Natürlich waren die Musiker der Band ein wichtiger Teil des Programms, schließlich haben sie ebenso wie Jorinde Jelen und wie die Kinder improvisiert, die Worte mit ihren Instrumenten unterstützt – und sich in Marsmännchen verwandelt.


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