Mittwoch, 10. Januar 2018

Vorschau Januar

Im Jahresprogramm 2018 von Jazz in der Kammer wird die Posaune im Mittelpunkt der Konzerte stehen oder zumindest beteiligt sein. So auch im Januar-Konzert, bei dem Alexander Beierbachs Projekt "Absolute sweet Marie" am Montag dem 15. Januar um 20 Uhr auf der Jazzbühne im Forum Gestaltung steht.
Steffen Faul – Trompete
Matthias Müller – Posaune
Alexander Beierbach – Tenorsaxophon
Max Andrzejewski – Schlagzeug

Vier Instrumentalisten, verwurzelt in Jazz und improvisierter Musik, verarbeiten auf ihre Weise das umfangreiche Werk Dylans. Schon der Name der Band ist einem Lied von Dylan entlehnt, aus dessen Album Blonde on Blonde. In der Besetzung drei Bläser plus Schlagzeug entsteht dabei ein Spektrum an Klangfarben und Grooves: feingliedrige, kammermusikalische Momente werden von dichten Kollektivimprovisationen abgelöst, Brass-Band-Klänge stehen einem Geflecht aus polyphonen Überlagerungen gegenüber.
Absolute Sweet Marie ist auf jeden Fall auch: absoulte powerfull music. Ich freue mich schon auf diese Musik, bei der sich die Band mit Dylan-Songs auseinandersetzt und sie in kräftigem, bläsergeprägtem Sound auf die Jazz-Bühne bringt.

Noch zwei weitere Termine stehen im Januar an, die zwar nicht direkt mit Jazz in der Kammer, wohl aber mit dem Forum Gestaltung und mit Warnfried Altmann zu tun haben.

Am Dienstag, dem 16. Januar, wird wie in jedem Jahr der Zerstörung Magdeburgs gedacht. In diesem Jahr wieder mit einem Konzert im Forum Gestaltung. Um 20 Uhr wird unter dem Titel "ein wahres Elend, dieser verdammte Krieg" Warnfried Altmanns kräftiges, schreiendes und klagendes Saxophon von Hermann Naehring am Schlagwerk begleitet, der dieses wieder mit seiner vollen Dynamik zwischen riesiger Taiko-Trommel und leisen Glocken zum Klingen bringen wird. Dazu Texte des Syrers Mohammed Issa.
Darf man bei einem solchen Anlaß "ich freue mich darauf" sagen? Das muß jeder für sich selbst entscheiden. Auf jeden Fall bin ich gespannt darauf, was in diesem Jahr auf die Bühne kommt und werde es mir nicht entgehen lassen.


Am Freitag, dem 19. Januar um 19:30 Uhr wird im Forum Gestaltung mit Stephan Borrmann ein Gitarrist auf der Bühne stehen, den Warnfried Altmann vor acht Jahren schon einmal nach Magdeburg holte, damals im Duo ("Hands on strings"). Jetzt kommt er solo mit seinen akustischen Gitarren nach Magdeburg ins Forum Gestaltung. Ein Konzert für die Freunde des virtuosen Gitarrenspiels: auf seiner Webseite stephanbormann.de gibt es ein paar Soundschnipsel, die neugierig auf mehr machen.



Mittwoch, 20. Dezember 2017

Vorschau 2018

Beim letzten Konzert des Jahres 2017 konnte sich Warnfried Altmann freuen, "gerade heute habe ich die Zusage der Landeshauptstadt Magdeburg bekommen, dass sie Jazz in der Kammer auch 2018 unterstützt". Was auf jeden Fall ein positives Signal ist und ganz sicher auch der Bewerbung um den Titel der Kulturhauptstadt zu verdanken ist. Für Konzertveranstalter wie das Forum Gestaltung hat diese Zusage einen etwas unangenehmen Beigeschmack: dass sie erst so spät kommt. "Eigentlich kann ich erst jetzt die Verträge mit den Musikern schließen", sagt Altmann, "und doch hätten wir schon heute die Flyer mit dem neuen Jahresprogramm an die Konzertbesucher verteilen müssen". Das war einfach nicht zu schaffen, und so bleibt nur die Hoffnung, dass die Konzertbesucher den dritten Montag im Monat verinnerlicht haben oder rechtzeitig in die Programmvorschau in den Stadtmagazinen schauen.

Zumindest konnte Warnfried Altmann am Montag schon einen kleinen Ausblick auf die Konzerte von Jazz in der Kammer im Jahr 2018 geben. Unter anderem steht das Instrument fest, das im Jahr 2018 von der Jazz-Reihe gefeatured wird: "2018 wird das Jahr der Posaune".

Mit der Posaune geht es bereits am 15. Januar im Konzert "Absolutely Sweet Marie" los, bei dem Matthias Müller Posaune spielen wird, begleitet von Steffen Faul (Trompete), Alexander Beierbach (Saxophon) und Max Andrzejewski (Schlagzeug).

Die nächste gute Nachricht konnte Warnfried Altmann auch gleich verkünden: Im April wird es die Fortsetzung der Magdeburger Jazztage geben. Bereits fest gebucht ist – passend zum Jahresmotto – einer der besten Jazz-Posaunisten: Nils Landgren.


Montag, 18. Dezember 2017

Christoph Spendels Christmas Jazz Trio

Das Dezember-Konzert von Jazz in der Kammer ordnete sich mit Christoph Spendels Christmas Jazz Trio in das Dezemberthema "Weihnachten" ein.
Christoph Spendel (p)
Claudio Zangheri (b)
Jens Biehl (dr)

Bei der Ankündigung des Trios begrüßte Warnfried Altmann den Pianisten Christoph Spendel als einen ganz alten Bekannten, als einen der ersten, die nach 1990 bei Jazz in der Kammer in den Magdeburger Freien Kammerspielen auftraten. Der immer wieder mal in unterschiedlichen Besetzungen auf der Magdeburger Jazz-Bühne zu hören war, zuletzt im Oktober 2012.

Über sein Weihnachtsprogramm, mit dem er inzwischen auch schon seit mehr als 10 Jahren unterwegs ist, sagte Christoph Spendel: "Ich finde Weihnachtslieder faszinierend. Und ich spiele sie durchaus auch im Sommer – ich muß das sogar, immer dann wenn eine Weihnachts-CD im Dezember fertig sein soll". Und fügt hinzu: "die meisten Lieder werden Sie kennen – nur nicht in unserer Interpretation".

Nun werden ja Weihnachtslieder im Dezember zumindest auf den bekannten Dudelsendern vom Pop- bis zum Klassik-Bereich bis zum Überdruß rauf und runtergespielt (einzig im Deutschlandfunk bleibt man davon verschont) und ich muss eingestehen, dass ich auch ein wenig ungewiß war, was mich heute erwarten würde. Jedoch zeigte gleich der Beginn des Konzertes, dass derlei Befürchtungen mehr als unbegründet waren. Schon bei einem der englischen Weihnachtsklassiker, bei Rudolf, dem rotnasigen Rentier, entwickelt Christoph Spendel die anfangs noch klar heraushörbare Melodie gleich nach wenigen Takten zu etwas völlig verrücktem weiter, spielt lange Strecken mit freien Variationen, die kaum noch Ähnlichkeit zum eigentlichen Lied haben, das nur ab und an durchscheint. Auch bei Feliz Navidad, das ja nun wirklich zu den totgedudeltsten Weihnachtsliedern gehört (noch dazu, da es in allen Radiosendern nur genau eine Version davon zu geben scheint), gibt es von Beginn an Überraschendes zu hören: auf Blech-Glocken trommelt Jens Biehl kubanische Rhythmen, klingt das Lied so fröhlich und neu, daß es eine Freude ist zuzuhören. Chapeau! Und an dieser Stelle: Sorry für die einleitend niedergeschriebenen Zweifel.

So geht es auch im Programm weiter, fast alle Lieder haben mit Weihnacht oder Winter zu tun. Etwa wenn in "Leise rieselt der Schnee" Spendel sein Klavier mit viel Nachhall, aber sonst leise und langsam spielt (in einer Art, die mich an Vince Guaraldi erinnert, von dem später im Konzert auch noch etwas zu hören sein wird), von Claudio Zangheri am Baß leise begleitet. Die lange harmonisch nachklingenden Akkorde durchziehen das Stück wie leises Schneegestöber. Vor allem in solchen leisen Stücken erweisen sich die Musiker der Band auch als sehr aufmerksam, wenn sie genau auf einander hören, sich Melodiefolgen oder Rhythmen zuspielen. Und das Publikum läßt sich auch auf die leisen Stellen des Konzertes ein, läßt die Töne bis zum letzten Verhallen nachklingen, bevor es applaudiert. Eine schöne Konzertatmosphäre.

Freitag, 15. Dezember 2017

Vorschau Dezember

Diesmal ordnet sich das Dezemberkonzert von Jazz in der Kammer in das Dezemberthema "Weihnachten" ein, wenn Christoph Spendel mit seinem Christmas Jazz Trio nach Magdeburg kommt.
Christoph Spendel (p)
Claudio Zangheri (b)
Jens Biehl (dr)

Das Trio ist mittlerweile zur einer festen Institution der deutschen Jazzszene geworden . Es tourt nun schon seit etwa 10 Jahren in der vorweihnachtlichen Zeit mit seinen Arrangements zu bekannten deutschen und internationalen Weihnachtsliedern in Europa. In der aktuellen Besetzung mit Christoph Spendel am Piano, Claudio Zanghieri am Bass und Jens Biehl am Schlagzeug wird die Klavierpianotradition gepaart mit karibischen und loungemässigen Elementen.

Christoph Spendel sagt über die Weihnachtszeit: „Weihnachtslieder sind für mich wunderbare Jazz- und Popsongs, die nach allen Regeln des Jazz und Pop arrangiert und reharmonisiert werden können.“

Schauen, genauer: hören wir also, was Christoph Spendel aus den nur zu gut bekannten musikalischen Ideen macht. Bereits als er vor etwa fünf Jahren bei Jazz in der Kammer zu hören war (damals mit Tony Lakatos), war er weit davon entfernt, nur Jazzstandards in sanfter Form zu spielen. Ich bin gespannt.