Montag, 4. November 2019

Vorschau November: Wolfgang Lackerschmidt und Stefanie Schlesinger

Am 18. November werden Wolfgang Lackerschmidt und Stefanie Schlesinger mit ihrem Quartett in Magdeburg im Forum Gestaltung zu erleben sein.

Stefanie Schlesinger – Gesang
Wolfgang Lackerschmid – Vibraphon
František Uhlíř – Bass
Guido May – Schlagzeug

Stefanie Schlesinger und Wolfgang Lackerschmidt arbeiten schon  lange zusammen. Diesmal kommen sie im Quartett nach Magdeburg. Wie die Hörbeispiele auf der Webseite von Stefanie Schlesinger zeigen: Diesmal wird es bei Jazz in der Kammer ruhige, smoothige, melodische Klänge geben, wenn die sanfte Stimme der Sängerin vom Vibraphon begleitet wird.

Hier ist ein Video (in etwas anderer Besetzung):



Aus der Ankündigung des Konzertes:
WOLFGANG LACKERSCHMID,
ist seit den siebziger Jahren gleichermassen als Vibraphon – Virtuose und Komponist erfolgreich. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren u.a. seine legendären Duoaufnahmen mit Chet Baker sowie seine Zusammenarbeit mit Attila Zoller. Von Lackerschmid stammen zahlreiche Songs und Jazz-titel, die sich im Repertoire vieler seiner Kollegen etabliert haben, weiter-hin konzertante Werke für Orchester, Chor und viele andere Formationen, sowie Musik für Theater, Hörspiele und Filme.

MIT STEFANIE SCHLESINGER
betritt eine Sängerin die Bühne, deren tiefe Sehnsucht nach der Schön-heit des Augenblicks und dessen emotionaler Aufrichtigkeit das Publikum unmittelbar zu berühren weiß. Jazz ist hier keine Frage des Repertoires: Stefanie Schlesingers Programm umfasst neben den traditionellen Jazz-standards auch Filmsongs, klassische Werke und eigenes Song-Material wie z. B. Gedichtvertonungen. Dies alles macht sie sich mit viel Liebe zum Detail und ihrem besonderen Bandsound zu eigen: Durch die Art, wie Wolfgang Lackerschmid das Vibraphon als Harmonie-Instrument einsetzt, kommt Ihre wandlungsfähige Stimme optimal zur Geltung.

FRANTIŠEK UHLI̒Ř
aus Usti nad Orlici, Tschechische Republik, ist einer der besten europä-ischen Bassspieler und Absolvent des staatlichen Musikkonservatoriums in Brünn. Seit 1971 lebt er in Prag, dort hat er sich zu einem der gefrag-testen Bassisten entwickelt. Unter anderem spielte er mit Karel Velebny, Emil Viklicky, Laco Deczi, Jiri Stivin, Rudolf Dasek, Karel Ruzicka, Jana Koubkova, Linha Singers, Impuls, Barok Jazz Q. Er arbeitete auch mit vielen Weltstars und europäischen Gruppen zusammen, u. a. mit East-West Connection, Czech Norwegian Band, Europlane Orchestra, M.Hugelshofer Q, M.Däniker Trio, Trio, Prague-Vienna-Connection.

GUIDO MAY,
ist einer der gefragtesten europäischen Schlagzeuger. Neben der jahre-langen Zusammenarbeit mit Funklegende Pee Wee Ellis spielte er u.a. mit Größen wie Fred Wesley, Maceo Parker, Lynne Arriale, Diana Krall, Chico Freeman, Don Grusin, Manu Dibango, Claudio Roditi, Kenny Wheeler und den New York Voices.

Montag, 21. Oktober 2019

Warnfried Altmann Trio

Heute war der Organisator von Jazz in der Kammer seit langem wieder selbst in seiner Magdeburger Jazzreihe zu hören. Nach Magdeburg brachte er sein Trio, das Warnfried Altmann Trio mit. Im musikalischen Gepäck hatten sie die "Wangelin Songs", mit Inspirationen aus Altmanns neuer Heimat in Wangelin bei Plau am See.
Warnfried Altmann – Saxofon
Andreas Willers – Gitarre, Bass
Willi Kellers – Schlagzeug, Percussion

Sonst begrüßt Warnfried Altmann Publikum und Gäste. Heute übernahm Norbert Pohlmann vom Forum Gestaltung diese Aufgabe. Sichtlich erfreut über den sehr gut gefüllten Saal (es wurden zum Schluss noch einige Stühle mehr reingeholt) sagte er "wenn ich mich hier so umschaue, sehe ich viele alte Bekannte". Auf das unausweichliche Gelächter angesichts des 'Alters' antwortete er, "gut, das 'alt' nehme ich zurück, aber es ist doch schön, sich über so lange Zeit zu kennen. Und die Freundschaften wachsen mit dem Alter mit". Schließlich gehört "Jazz in der Kammer" schon 30 Jahre lang zur Magdeburger Kultur. Die Jazzszene in Magdeburg ist überschaubar, man kennt sich dort gut. Seit drei Jahren ist das Forum Gestaltung neue Spielstätte der Jazz-Reihe, seit das Schauspielhaus die Reihe einstellen wollte.

Warnfried Altmann überlässt den Beginn des ersten Sets dem Schlagzeuger. Willi Kellers nimmt seine Steel Drum zur Hand (eine original aus der Karibik mitgebrachte, wie er später verrät), schlägt darauf melodisch-helltönende Klänge. Altmann bläst zunächst verhaltene Töne dazu, wenig später stehen aber sein Saxophon und Andreas Willers' Gitarre im Mittelpunkt.

Der erste und nach der Pause auch der zweite Set spielen die drei Musiker an einem Stück durch, nur die Instrumente wechseln gelegentlich. Auf seinem Sopran-Saxophon bläst Altmann orientalisch anmutende Töne in den Saal, Willers greift zum elektrischen Bass und liefert damit tiefe Borduntöne. Diese verzerrt er später so stark, dass man erst mal hinschauen muss, was er da grad spielt, denn die durch die Verstärkung entstehenden Klänge könnte man sonst beinahe selbst für die eines Saxophons halten. Kellers liefert dazu permanente Rhythmen auf seinen Trommeln, aber auch hin und wieder auf der Steeldrum oder Percussions.

Montag, 7. Oktober 2019

Vorschau Oktober: Warnfried Altmann Trio

Am Montag, dem 21. Oktober, darf der Organisator von Jazz in der Kammer der Magdeburger Jazzreihe seit langem wieder selbst einmal in seiner Magdeburger Jazzreihe auftreten. Nach Magdeburg bringt er sein Trio, das Warnfried Altmann Trio mit.Im musikalischen Gepäck haben sie die "Wangelin Songs", mit Inspirationen aus Altmanns neuer Heimat in Wangelin am Müritzsee.
Andreas Willers – Gitarre
Warnfried Altmann – Saxofon
Willi Kellers – Percussion


Zu hören und erleben sind drei ausgeprägte Individualisten, jeder mit einer eigenen musikalischen Sprache die in einen gemeinsamen Sound mündet, dessen Energie das Publikum noch lange in sich spüren wird.
Übrigens waren die drei Musiker vor genau vier Jahren schon einmal bei Jazz in der Kammer zu erleben. Ich bin gespannt auf das aktuelle Programm.

Samstag, 5. Oktober 2019

Die Hochstapler – The Flop, the Turn and the River

"Die Hochstapler" spielten im wahrsten Sinne des Wortes mit der Musik, als sie im Magdeburger Forum Gestaltung ihr Improvisations-Stück The Flop, the Turn and the River aufführten.
Félicie Bazelaire – Cello
Pierre Borel – Saxophon
Antonio Borghini – Kontrabass
Patricia Bosshard – Geige
Emilio Gordoa – Vibraphon
Louis Laurain – Trompete
Hannes Lingens – Schlagzeug
Michael Thieke – Klarinette

Als die acht Musiker am Beginn des Abends jeder für sich kurze Melodien anspielen, Rhythmen klopfen, Klangvariationen und Tonfolgen probieren, nehmen sie die Zuhörer zugleich mit in die Entstehungsgeschichte ihrer Musik. Scheinbar zufällig angeordnet, sortieren sich diese kurzen Ton-Schnipsel allmählich neu, aus anfangs einzelnen Melodien ergibt sich allmählich ein faszinierender Zusammenklang.

Diese Ouvertüre, bei der die Musiker im Halbrund auf der Bühne stehen oder sitzen, ist nur von kurzer Dauer. In einer Kurzweiligkeit, die darauf angelegt ist, immer neue Ideen zu sammeln, wechseln die Musiker die Melodie – oder ihre Position oder ihre Spielpartner. Man hat gerade begonnen, sich einzuhören, schon gibt es etwas Neues. Dabei wird nicht nur mit Klängen und Spielweisen experimentiert, sondern auch mit dem Raum, indem die Musiker nahezu jede Position auf der sechs mal sechs Meter großen Bühne einnehmen, ständig unterwegs sind. Und reicht ihnen das nicht, dann geht es mit den Instrumenten zwischen die Reihen der Zuhörer, auf diese Weise die Bühne erweiternd. So muss sich nicht nur das Ohr des Zuhörers neu orientieren – auch der Blick versucht den Tönen zu folgen, die mal von hier, mal von dort her klingen. Es immer wieder verblüffend, was woher tönt. Sphärische Klänge aus dem mit dem Geigenbogen angestrichenen Vibraphon etwa, oder rhythmisches Klopfen vom Cello her.

Montag, 16. September 2019

Max Andrzejewskis Hütte & Guests play the Music of Robert Wyatt

Kräftige Musik mit einer begeisternden Sängerin war heute auf der Jazzbühne im Forum Gestaltung zu hören. Max Andrzejewskis Hütte & Guests stellte die aktuelle CD vor, auf der sie Musik von Robert Wyatt neu vertonten.
Max Andrzejewski – Schlagzeug
Tobias Hoffmann – Gitarre
Andreas Lang – Bass
Johannes Schleiermacher – Saxofon, Querflöte
Ayşe Cansu Tanrıkulu – Gesang
Jörg Hochapfel – Piano, Gitarre

Für sein aktuelles Projekt hat Max Andrzejewski seine "Hütte", sein Quartett, verstärkt, hat die Sängerin Ayse Cansu Tanrikulu und den Pianisten und Gitarristen Jörg Hochapfel hinzugeholt. Zu sechst verbreiten sie von der Bühne herab einen kräftigen Sound, der mal jazzmäßig gewohnt akustisch klingt, mal (oder sogar überwiegend) von Elektronik geprägt ist. Psychedelische Klangwelten tun sich aus, wenn die Instrumente elektronisch verfremdet werden, ihre Klänge sich überlagern, vervielfachen, verzerrt und verfremdet werden.

Hinzu kommt die begeisternde Sängerin Ayse Cansu Tanrikulu, die mit eindringlicher Stimme singt, vor sich ebenfalls ein Effektgerät, das zusätzliche Akzente setzt, Echos, Wiederholungen, Überlagerungen. Der Verwendung von Effektgeräten für die Stimme stehe ich zwar meist eher skeptisch gegenüber. Hier jedoch passen sie zu Cansu Tanrikulu, fügen ihrem kräftigen Gesang, manchmal sind es auch nur laut herausgeschrieene Worte, erst so richtig in die gewaltigen Klänge der Band ein. Dann wieder (wie bei "Cuckoo Madame") singt sie sehr sanft, bildet einen leisen Kontrast zu den interessanten Toneffekten der Band. Wenn ihre Stimme in solchen Stellen klar und einfach neben dem Saxophon zu hören ist, während die Sängerin im fahlen, blassblauen Bühnenlicht steht, dann hat das etwas sehr berührendes.

Freitag, 21. Juni 2019

Vorschau September

Im Juli und August macht Jazz in der Kammer Sommerpause. Danach geht es am Montag dem 16. September um 20 Uhr weiter. Dann steht Max Andrzejewskis HÜTTE auf dem Programm.
Tobias Hoffmann – Gitarre
Andreas Lang – Bass
Max Andrzejewski – Schlagzeug
Johannes Schleiermacher – Saxofon

Auf der Bandwebseite gibt es ein Video der Band: diesmal kommen wieder der Freunde des klassischen Jazz auf ihre Kosten!

Aus der Ankündigung:
Mit Spielfreude und trotziger Verschrobenheit pflegt diese Truppe aus starken Individuen einen leidenschaftlichen musikalischen Wahnwitz von höchster Güte. Avantgardistischer Swing, sanghafte Melodien und expressive Freiheit… die HÜTTE brennt.

„Kaum eine andere junge Jazzband hat in den letzten Jahren in Deutschland so viel Aufsehen erregt wie Max Andrzejewski’s HÜTTE”, sagt der begeisterte Musikjournalist Wolf Kampmann. HÜTTE hat 2013 den „Neuen Deutschen Jazzpreis“ gewonnen, drei Alben veröffentlicht – teilweise durch Vokalensemble verstärkt – und in den letzten Jahren internationale Touren gespielt, so z.B. beim Südtirol Jazzfestival (IT), Enjoy Jazz Festival Heidelberg, Umbria Jazz (IT), April Jazz National Concert Hall Dublin (IR), J.O.E. Festival Essen, Just Music Festival Wiesbaden, Jazz Units Berlin, Jazztage Regensburg, NueJazz Festival Nürnberg, KLAENG Festival Köln uvm.