Donnerstag, 23. Juni 2022

Vorschau September: Phil Minton und Lu Hübsch

 Am Montag dem 19. September geht es nach der Sommerpause weiter mit Jazz in der Kammer: 

Phil Minton (Gesang)
Lu Hübsch (Tuba)


Wieder eine interessante Kombination aus Stimme und (nur einem) Instrument. Ich bin gespannt!

Die Stimme: eine Röhre und darin schwingende Bänder.
Die Tuba: eine Röhre und daran schwingende Lippen.

Phil Minton und Carl Ludwig Hübsch sind als Improvisatoren unterwegs um Tag für Tag aufs neue den Schritt ins Unbekannte zu wagen, in eine neue Musik, die sich von selbst zusammensetzt. Derartigem Klingen liegt blindes Einverständnis der Musiker zu Grunde. Gespielt wird, was nötig ist. Die Musik ist der Chef. Und so entsteht von Augenblick zu Augenblick Feines, Wildes, Spannendes und Magisches vor den Ohren der lauschenden Hörerinnen und Hörer.

Hübsch über Hübsch:
"Meine Konzerte befassen sich mit dem Aspekt der Musik als Struktur in der Zeit.
 Der Fokus liegt auf dem Moment des Entstehens. Emphase oder Dramaturgie werden immer wieder spielend gebrochen und in neuen Impulsen fortgeführt, wobei die „Selbstbestimmtheit“ des musikalischen Laufs konstanter Bezugspunkt ist.
 Die Verwendung moderner und selbstentwickelter Spieltechniken geht weit über das verbreitete Blasmusikklischee hinaus, mit dem die Tuba immer wieder in Verbindung gebracht wird.
 Ein innovatives Klangfeld breitet sich aus, die Tuba wird aus einer neuen Perspektive dargestellt und das Publikum hört sich hören.“

Montag, 20. Juni 2022

Kira Linn und Katharina Koch

Heute gab es bei Jazz in der Kammer ein Konzert mit Stimme und Saxophon:

Katharina Koch – Gesang
Kira Linn – Baritonsaxophon

Mit warmer sanfter Stimme interpretiert Katharina Koch Jazz-Standards und Pop-Titel, begleitet von Kira Linn an ihrem großen Bariton-Saxophon, dass sie einer eben so warmen Stimme spielt. Viele der Stücke spielen sie  in einer sehr ruhigen und melancholischen Art, Langsam und gedehnt, wie in Zeitlupe, eröffnen sich neue Sichtweisen auf bekannte Melodien, erlauben den Hörern, den Strukturen der Musik nachzuspüren, bis in die kleinsten Wechselwirkungen zwischen Stimme, Saxophon und Klavier.

Freitag, 20. Mai 2022

Vorschau Juni: Kira Linn und Katharina Koch

Am Montag dem 20. Juni um 20 Uhr gibt es bei Jazz in der Kammer ein Konzert mit Stimme und Saxophon:

Katharina Koch – Gesang
Kira Linn – Baritonsaxophon

Eine ungewöhnliche und doch – hört man in das Video rein – naheligende Kombination, Kira Linns großes Saxophon mit dem warmen Klang und dazu die zarte Stimme von Katharina Koch. Das macht neugierig. 


Aus der Ankündigung: 

Katharina Koch und Kira Linn erforschen die Möglichkeiten einer ungewöhnlichen Duo-Konstellation: Stimme und Baritonsaxophon. Die Musikerinnen kennen sich aus der gemeinsamen Zeit beim Bundesjazzorchester und haben in Köln während der Pandemie stärker zueinander gefunden. Während vielen kreativen Stunden im Proberaum haben Sie Arrangements Ihrer Lieblingsstücke erarbeitet. Die Beiden nehmen das Publikum in einer intimen Atmosphäre mit auf eine Reise durch verschiedene Musikgenres, von klassischen Jazzstandards, bis hin zu schönen Popsongs.


Montag, 16. Mai 2022

Almut Kühne und Jordina Millà

Heute kamen Improvisation mit der menschlichen Stimme und Improvisation am Klavier zusammen. Ein Programm voller Gefühl und Dynamik. 

Almut Kühne – Gesang
Jordina Millà
– Klavier

Die menschliche Stimme steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Konzerte. Ursprünglich hatte Almut Kühne ihr Konzert gemeinsam mit Jan Heinke geplant, der mit seinem riesigen Stahl-Cello nach Magdeburg gekommen wäre (so stand es noch im Jahresprogramm). Voll Trauer musste sie mitteilen, dass Jan Heinke an einer schweren Krankheit verstorben ist. "Morgen ist die Trauerfeier für ihn", sagte sie, "und ich darf jetzt gar nicht daran denken, sonst kann ich nicht singen". Das Konzert widmete sie dem Andenken an Jan Heinke, der ihr, wie sie sagte ein musikalischer Freund war, mit dem sie wunderbar improvisieren und sich über Musik austauschen konnte.

Leise Klaviertöne von Jordina Millà standen am Beginn des Konzertes. Als Almut Kühn zu singen beginnt, ist das eine leise Mischung aus Melodiestimme und Sprechgesang. Dabei liegt ihrem Gesang eigentlich gar kein Text zugrunde, Silben und Worte sind Mittel des Ausdrucks, der Emotion, Grundlage auch für Assoziation beim Hörer. Ihre sehr ausdrucksvolle und wandelbare Stimme, die gerade im ersten Teil des Konzertes dem Hörer ein melancholisches Gefühl spüren lässt. Eine Stimme, die auch unverstärkt durch den Raum trägt – wie man merkt, wenn sie sich singend vom Mikrophon entfernt.

Jordina Millà spielt das Klavier nicht einfach nur mit den Tasten, sie greift auch in den Körper des Instruments, streicht die Saiten an, schlägt sie mit Klanghölzern an, setzt Klangschalen aus Messing auf die Saiten. Dazu kommen einige elektronische Verfremdungen dieses an sich schon eigenartigen Klanges. Und das alles mit einer leisen Konzentriertheit, die die Ohren für jede noch so kleine Nuance schärft. 

Freitag, 29. April 2022

Vorschau Mai: Almut Kühne und Jordina Millà

Am Montag dem 16. Mai (Beginn  20 Uhr) kommen bei Jazz in der Kammer Stimme und Klavier zusammen:

Jordina Millà – Klavier
Almut Kühne – Gesang

Almut Kühne war hier bei Jazz in der Kammer bereits zu hören (im April 2015), mit traditionellem Jazzgesang ebenso wie experimentellem Sprechgesang. Mit der ebenso experimentell improvisierenden Pianistin Jordina Millà zusammen wird es ein interessanter Abend werden. 

Aus der Ankündigung: 

Die Berliner Jazzsängerin Almut Kühne hat sich stimmlich immer wieder auf die Suche nach neuen Klangfarben begeben, diese aus dem Kontext ihrer Tradition herausgelöst, um ihre ganz eigene musikalische Sprache zu entwickeln. Sie ist Solo improvisierend und als Sängerin in verschiedenen Ensembles zu erleben. Kühne komponiert und arbeitet auch an den Schnittstellen zur Bildenden Kunst, Poesie und Musiktheater.

Die klassisch ausgebildete Pianistin Jordina Millà entwickelte während ihrer Laufbahn das künstlerische Bedürfnis andere musikalische Herangehensweisen zu erkunden. Sie begegnete dem spanischen Pianisten Agustí Fernández, der sie auf die Pfade der Improvisation führte. Seitdem setzt sie ihre musikalischen Forschungen fort, auch in Verbindung mit Tanzprojekten. Heute sind frei improvisierte Musik und zeitgenössische Sprache ihre Hauptinteressen.

Sonntag, 24. April 2022

Abschluss der Jazztage und Ausblick

Die Organisatoren der Jazztage, Warnfried Altmann als künstlerischer Leiter, Norbert Pohlmann vom Forum Gestaltung und Carsten Gerth vom Gesellschaftshaus konnten heute auf vier Tage voller neuer und interessanter Musik zurückblicken. 

Warnfried Altmann (links) und Norbert Pohlmann

Die vier Tage zusammenzufassen übernahm Norbert Pohlmann. Dabei sparte er auch nicht den Vergleich zur den heutigen Wahl des Magdeburger Oberbürgermeisters aus: "Das Interesse für die Jazztage war größer als die Wahlbeteiligung" (diese lang am Beginn des Abends bei irgendwas um 30 Prozent). Und auch der Fußball, der Mageburger FCM war grad heute aus der dritten Liga aufgestiegen, wurde erwähnt, "Magdeburg ist nun wieder zweitklassig, aber die Musik hier war erstklassig". Viel wichtiger war ihm aber die verbindende Wirkung der Kunst, gerade angesichts des Krieges in der Ukraine muss die Kultur die Menschen zusammenbringen. Und so waren die Konzerte eben auch international besetzt. 

Ein großer Dank galt auch den Sponsoren, die die Konzerte ermöglichten: dem Ratswaage-Hotel Magdeburg, Lotto Sachsen-Anhalt, dem Kulturbüro der Stadt Magdeburg. Und dem ehrenamtlichen Engagement  vieler Helfer und Spender. 

Warnfried Altmann schloss sich dem an und dankte auch seinen Musikerfreunden, wie Mohi Buschendorf, der seinen Bass, und Göran Eggert und Hirschi, die ihre Schlagzeuge zur Verfügung stellten. Ebenso den beiden Mikro Lange und Wolfgang: "Jazzmusiker sind immer kompliziert, die wollen so klingen, als ob keine Tontechnik da wäre. Die beiden haben das geschafft".

Und schließlich ging der Dank an das Publikum, das nicht nur aus Magdeburg, sondern auch von viel weiter her zu den Magdeburger Jazztagen kam. Einige der Konzerte waren ausverkauft (es wurden aber noch Stühle herangeholt, so dass keiner weggeschickt werden mussste). Und ausverkauft bei voller Platzkapazität ohne dioe bisherigen coronabedingten Abstände. Dieses Interesse ist dann zugleich ein Ausblick auf die 6. Magdeburger Jazztage, die es im kommenden Jahr ganz gewiss wieder geben wird.