Freitag, 22. Februar 2019

Vorschau Magdeburger Jazztage

Vor dem Beginn  des Februar-Konzertes kamen Norbert Pohlmann und Warnfried Altmann auf die Bühne, um die Magdeburger Jazztage anzukündigen.


Im Jahresprogramm waren die Jazztage bereits angekündigt, nun endlich sind auch die Konzerte fest vereinbart. Vom 11. bis zum 14. April gibt es von Donnerstag bis Sonntag vier Tage voll improvisierter Musik, mit Jazz vom Feinsten. Dabei war es auch in diesem Jahr wieder eine schwierige Aufgabe, die Finanzierung hinzubekommen, Geldgeber zur Unterstützung der Konzerte zu finden. "Wir haben alle unsere Hosentaschen umgedreht", sagte Norbert Pohlmann, "und die Finanzierung in letzter Minute hinbekommen".

Warnfried Altmann freute sich sehr darüber, dass dieses Projekt auch in diesem Jahr Wirklichkeit werden kann. Nicht selbstverständlich heutzutage! Nun aber ist alles fertig. "Ich freue mich über die vier Tage im Gesellschaftshaus und im Forum Gestaltung", sagte Altmann und wies auch auf die Unterstützung von Carsten Geerth vom Gesellschaftshaus hin, das ebenfalls Mitveranstalter ist. "Dort findet dann auch das Eröffnungskonzert statt, mit einer begeisternden bulgarischen Band".  Der Freitag gehört dann dem Clubabend im Forum Gestaltung. "Da hören wir dann drei Konzerte hintereinander, alles mit sehr kräftiger Musik. Sonnabend und Sonntag geht es dann wieder im Gesellschaftshaus weiter".

Neu ist diesmal ein Konzert speziell für Kinder, am Sonnabend vormittag, und eine Lesung mit Musikbegleitung, zur Matinee-Zeit am Sonntag vormittag.

Der Sonnabend-Abend steht unter dem Titel "Das Schlagwerk" und präsentiert drei Konzerte unterschiedlichster Musiker. Auch das Abschlusskonzert am Sonntag Abend kommt von einem Schlagzeug-Großmeister: Günter "Baby" Sommer und dem "Quartetto Trionfale". In einer Besetzung, auf die ich mich schon sehr freue.

Auch 2019 gibt es wieder eine limitierte Anzahl von Festival-Tickets. Für nur 80 Euro ist damit der Eintritt in alle Konzerte der Magdeburger Jazztage möglich. Die Karten gibt es im Vorverkauf im Forum Gestaltung.

Das komplette Programm:

Donnerstag, 11.04.2019 im Gesellschaftshaus Magdeburg
ab 20.00 Uhr  Der Eröffnungsabend

Ivo Papasov and his Wedding Band (Bulgarien)
Salif Ali  – Drums
Ivo Papasov – Clarinet
Maria Karafizieva – Vocals
Matyo Dobrev – Kaval (Flute)
Ateshghan Yuseinov – El.guitar
Nesho Neshev – Accordion
Vasil Mitev – Keyboards, Gadulka (Violin)

Eintritt: 20 € / ermäßigt 15 €

Freitag, 12.04.2019 im Forum Gestaltung
ab 19.00 Uhr  Der Klubabend

Jan Klares 2000 (USA, D, B, NL)
Michael Vatcher – Drums
Jan Klare – Saxophon
Steve Swell – Posaune
Bart Maris – Trompete
Elisabeth Coudoux – Cello
Wilbert de Joode – Bass

Smith & Mateen (USA)
Warren Smith – Drums, Percussion
Sabir Mateen – Sax

Kugel, Mc Phee, Edwards (D, USA, UK)
Klaus Kugel – Drums
Joe Mc Phee – Sax, Trompete
John Edwards – Bass

Eintritt: 30 € / ermäßigt 25 €, für alle 3 Konzerte des Abends

Samstag, 13.04.2019 im Gesellschaftshaus Magdeburg

11.00 Uhr Das Familienkonzert

Jollis wilde Welt der Worte
Jorinde Jelen Band

Eintritt: 11 € / Kinder bis 14 Jahre 5 € / ermäßigt 8,50 €

ab 19.00 Uhr Das Schlagwerk

PUNKT.VRT.PLASTIK (D, SLO, S)
Christian Lillinger – Schlagzeug
Kaja Draksler – Piano,
Petter Eldh – Bass

Lechner/Couturier (D, F)
Anja Lechner – Violoncello
Francois Couturier – Piano

Karolina Strassmayer & Drori Mondlak – KLARO! (USA, A, D)
Drori Mondlak – Schlagzeug
Karolina Strassmayer – Altsaxophon
David Friedman – Vibraphon
Thomas Stabenow – Bass

Eintritt: 30 € / ermäßigt 25 €, für alle 3 Konzerte des Abends

Sonntag, 14.04.2019 im Gesellschaftshaus Magdeburg
11.00 Uhr  Die Matinee

Lyrik & Jazz: „PENG PENG PENG“
Nora Gomringer – Lesung,
Philipp Scholz – Schlagzeug

Eintritt: 15 € / ermäßigt 12 €

20.00 Uhr im Gesellschaftshaus Magdeburg
Das Abschlusskonzert

Baby Sommers Quartetto Trionfale, special guest Anatoly Vapirov (D, F, I, BG)

Günter „Baby“ Sommer – Schlagzeug/Perkussion
Michel Godard – Tuba, Serpent
Gianluigi Trovesi – Klarinette
Antonio Borghini – Bass
Anatoly Vapirov – Saxophon

Eintritt: 20 € / ermäßigt 15 €

Vorschau März: Tabla und Sax

Beim nächsten Termin von Jazz in der Kammer, am Montag, dem 18. März im 20.00 Uhr erwartet uns eine wunderbare Kombination von Saxophon und indisch geprägter Percussion.
Ramesh Shotham – Perkussion
Roger Hanschel – Saxophon

Im Video gibt es einen längeren Mitschnitt eines Konzertes der beiden Musiker beim WDR-Jazzfest. Hört rein, lasst Euch neugierig  machen und kommt zum Live-Konzert nach Magdeburg. Denn auch hier ist live natürlich viel besser als alle Youtube-Videos.

Roger Hanschel und Ramesh Shotham sind beide Preisträger des WDR Jazzpreises 2018.
In der Kategorie „Improvisation“ gewann Hanschel als Solo-Saxophonist. Laut Jury ist er „der Traum eines virtuosen Stilisten, einer der sein Ding macht, dieses Ding stetig fortentwickelt, perfektioniert und einmal angekommen, direkt wieder um die nächste Ecke verschwindet, um sich eine weitere musikalische Welt zu erschließen“.
Der Perkussionisten Shotham wurde in der Kategorie „Musikkulturen“ vom WDR ausgezeichnet. Der Autodidakt schafft es mit seinem ungewöhnlichen Stil Kulturen zu verbinden. Seine Karriere begann als Schlagzeuger in einer Rockband und wurde u. a. von den Beatles und den Rolling Stones beeinflusst. Einen Kontrast dazu bildet das Studium der indischen Tempelmusik und Schlaginstrumente.

ROGER HANSCHEL,
ist ein deutscher Saxophonist und Komponist, der vor allem im Bereich des Creative Jazz arbeitet.
Hanschel studierte erst Saxophon an der Musikhochschule in Köln. Dort gründete er 1983 die Gruppe NANA (Hans Lüdemann-p, Rainer Linke-b, Klaus Mages-dr) aus der die Gruppe BLAU FRONTAL entstand. Seit dieser Zeit ist neben dem Saxophon das Komponieren ein Schwerpunkt seiner Arbeit. 1986 studierte er an der „school for fine arts“ in Banff/Canada bei Dave Liebman, Dave Holland, Richie Beirach u.a.
Seit 1987 ist Roger Hanschel Mitglied in der ausgezeichneten KÖLNER SAXOPHON MAFIA (Steffen Schorn, Joachim Ullrich, Wollie Kaiser).
Nach etlichen Projekten und Kooperationen arbeitet er seit 2010 mit größeren Ensembles zusammen und ist Lehrbeauftragter für Saxophon an der Musikhochschule in Köln.

RAMESH SHOTHAM,
ist ein indischer Perkussionist und Schlagzeuger des World- und Fusionjazz.
Nach einem Zoologiestudium wurde er Schlagzeuger der indischen Rockband Human Bondage. Mitte der 1970er Jahre studierte er in Madras die Tavil, eine in Südindien und Sri Lanka verbreitete Tempelmusik-Trommel und später am Karnataka College of Percussion unter Leitung des Meisters T. A. S. Mani die klassischen Schlaginstrumente Ghatam, Mridangam, Kanjira und Morsing. Ende der 70er Jahre lernte Shotham die deutschen Ethno-Pioniere Embryo kennen und arbeitete mit Louis Banks. 1980 kam er mit der Indo-Jazz-Fusion-Band Jazz Yatra Septet für eine Tournee nach Europa.
Mitte der 80er Jahre lehrte er in Deutschland Seit 1995 ist er Mitglied von Sigi Schwabs Percussion Project und dem Duo Mandala mit Sigi Schwab. Er arbeitete mit dem Bundesjazzorchester und gründete weitere Formationen. Seit mehr als 20 Jahren lebt Ramesh Shotham in Köln.

Montag, 18. Februar 2019

Paradox Dreambox

In seinem Projekt Paradox Dreambox brachte der Schlagzeuger Peter Gall Jazz auf die Bühne, der oft kräftigen und wild daherkam, aber auch viele harmonische Momente hatte.  
Peter Gall – Schlagzeug
Wanja Slavin – Altsaxophon
Reinier Baas – Gitarre
Rainer Böhm – Piano
Felix Henkelhausen – Bass

Eine Mischung aus leicht gespielten Gitarrenriffs und langsamen Klavierakkorden bestimmt den Beginn des Konzertes, diese werden bald vom Saxophon überlagert, das Wanka Slavin ausdrucksvoll spielt, sich immer weiter in seine Klänge hinein steigernd, bis der Raum diffus von den Bläserklängen gefüllt ist. Als Slavin sein Spiel plötzlich abbricht, hört man ebenso plötzlich wieder die anderen Instrumente mit großer Klarheit heraus, die kräftigen Akkorde am Klavier, den gezupften Bass und das Schlagzeug.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Vorschau Februar

Am Montag, dem 18.02.19 ist um 20.00 Uhr  „Paradox Dreambox“ bei Jazz in der Kammer zu hören.
Peter Gall – Schlagzeug
Wanja Slavin – Altsaxophon
Reinier Baas – Gitarre
Rainer Böhm – Piano
Matthias Pichler – Bass
Im Video-Trailer bekommt man eine Kostprobe auf Musik, die von schnell gespielter Fingerpicking-Gitarre ebenso wie vom Klavier und von warmen Bläserklängen geprägt ist. Da sollten auch die Jazz-Fans auf ihre Kosten kommen, denen die experimentellen Freejazz-Klänge zu experimentell und wild sind.



Montag, 21. Januar 2019

Quartett 3εll

Boris Bell verknüpft in seinem Quartett 3εll hochkomplexe Musik mit Improvisation.
Boris Bell – Schlagzeug
Nikolaus Neuser – Trompete
Silke Eberhard – Altsaxophon
Antonis Anissegos – Piano

Das Quartett um Boris Bell (das „3εll“ wird übrigens ganz einfach wie der Name des Schlagzeugers ausgesprochen) spielte eine hochkomplexe Musik, weit entfernt von jedem easy-listening-Jazz. Musik, Töne, Klänge, in die man sich erst einmal einhören muss. In den ersten zehn Minuten gibt es nichts eingängiges, das sofort beim ersten Hören vertraut klingt, weder vom Rhythmus noch von den Melodien her. Das Ohr muss sich neu orientieren, die Zusammenhänge erkennen. „Vergesst was ihr kennt“, scheinen die Musiker zu signalisieren. Bell gibt an seinem Schlagzeug einen Rhythmus vor, Silke Eberhard und Nikolaus Neuser setzen einzelne Bläsertöne dazu und Antonis Anissegos sparsame Akkorde, zu denen er auch mal in den Flügel greift und mit der Hand die Saiten zupft. Erst nach diesem extremen Beginn werden die Strukturen im Zusammenspiel von Klavier, Schlagzeug und Bläsern deutlicher, gewinnt das Zusammenspiel an drive.

Mittwoch, 16. Januar 2019

Konzert zum Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs

Heute war der Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945. Eine der Gedenkveranstaltungen war die im Forum Gestaltung, bei der Warnfried Altmann und Hermann Naehring unter dem Titel "Ein wahres Elend, der verdammte Krieg" eine von Norbert Pohlmann zusammengestellte Filmcollage begleiteten. Der syrische Autor Mohamad Issa trug Verse über den Krieg vor, den er in Syrien erlebte.


Schon vor Beginn des Konzertes waren Antikriegslieder zu hören, etwa das von Hannes Wader gesungene "Wo sind all die Blumen hin". Denen, die am Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs in das Forum Gestaltung kamen, war die Antwort wohl klar. Auch was die Gäste erwarten durften, war bekannt. Norbert Pohlmanns stumme Collage alter Schwarzweißfilme aus der Zeit vor dem Krieg und aus dem Krieg wurde bereits viele Male von Musikern begleitet, mal von Altmann und Naehring, mal vom Neuen Magdeburger Kammerchor. Jeder hat da seine eigene Interpretation, bei Altmann und Naehring ist sie, da frei improvisiert, auch jedes mal ein wenig anders. Nur eines steht für Pohlmann immer im Vordergrund: "die Deutung der Vorgänge dürfen wir nicht den Rechten überlassen".