Donnerstag, 30. Januar 2020

Vorschau Februar

Am Montag, dem 17. Februar 2020 gibt es ein Konzert mit Fabian Dudek und seinem Quartett. Junger Jazz aus Köln. Beginn ist 20.00 Uhr

Fabian Dudek – sax, comp
Felix Hauptmann – p, synth
David Helm – b
Fabian Arends – perc
Hört man in Tonbeispiele der Band rein, zum Beispiel in das unten verlinkte Video, dann erlebt man eine strukturierte, konzentriert gespielte Musik. Bestimmt wird sie von kräftigen Klängen der einzelnen Instrumente die Musik, die jedes für sich klare Akzente setzen.

Aus der Ankündigung:
Seit jeher zerren zwei Kräfte am Jazz. Da ist auf der einen Seite die Macht des Geistes, wie sie sich in ausgefuchsten Kompositionen niederschlägt. Doch von Anfang an gibt es auch das Andere, die ungestüme, wild forschende und nimmersatte Gewalt der Improvisation, die sich über das Regelwerk des notierten Werkes hinwegsetzen möchte. In der Musik des Fabian Dudek Quartetts manifestiert sich dieses prinzipielle Ringen um die gestalterische Oberhand.

Vorschau 2020 / Jahreskarte

Warnfried Altmann hat das Saxophon zum Thema des Jahresprogrammes 2020 gemacht. Einen ersten Eindruck gab es bereits beim ersten Konzert des Jahres am 20. Januar.



Jedoch mussten er und Norbert Pohlmann vor dem Beginn des Konzertes mitteilen, dass das Jahresprogramm wegen der bisher noch nicht feststehenden Finanzierung noch nicht bis zu Ende geplant werden konnte. "Ich denke, wir sind uns hier alle einige, dass wir diese Mischung der inspirierenden Musik haben wollen, dass wir sie brauchen", sagte Norbert Pohlmann dem Publikum. "In diesem Jahr wurden uns die Fördergelder halbiert, es reicht nur für ein halbes Jahr". Nach einiger Überlegung, was man in dieser Situation macht, entstand erst einmal ein Programm bis Mai. "Schließlich können wir bei einer Kulturhauptstadt-Bewerbung unter dem Titel 'Heraus aus der Leere' keine Leere hinterlassen", so Pohlmann, der zu versuchen versprach, die verbliebene Lücke zu füllen, auch noch eine Lösung für das zweite Halbjahr zu finden. Dazu können Sie später etwas an dieser Stelle und auf der Webseite des Forum Gestaltung lesen.

Dem Programm des Jahres 2020 sieht man die finanzielle Lage der Reihe nicht an, es kann sich mehr als sehen lassen. In den ersten sechs Monaten des Jahres gibt es wunderbare Musik, teils von jungen Musikern, teils von All-Stars der Szene. Hinzu kommen die Magdeburger Jazztage im April. Seien Sie also neugierig, kommen Sie zahlreich und sagen Sie es weiter!

Übrigens gibt es für die bereits feststehenden Konzerte eine (Halb)Jahreskarte, zum Preis von 60 (erm. 40) Euro. Auch für den Besuch der noch bevorstehenden fünf Konzert lohnt sich der Kauf dieser Karte noch.

Montag, 20. Januar 2020 // 20.00 Uhr
Subsystem & Gäste
Bauhauskapellentraum
Das Bauhaus wurde 100, und die Band Subsystem aus der Berliner Jazzszene hat sich von der sagenumwobenen „Bauhauskapelle“, die bei den legendären Bauhaus-Festen spielte, inspirieren lassen.
Almut Schlichting – bars,  comp
Sven Hinse – b, comp
Jacobien Vlasman – voc
Christian Kögel – git

Montag, 17. Februar 2020 // 20.00 Uhr
Fabian Dudek Quartett – Junger Jazz aus Köln
Ein Ringen zwischen der Macht des Geistes, wie sie sich in ausgefuchsten Kompositionen niederschlägt, und der ungestümen, wild forschenden und nimmersatten Gewalt der Improvisation.
Fabian Dudek – sax, comp
Felix Hauptmann – p, synth
David Helm – b
Fabian Arends – perc

Montag, 16. März 2020 // 20.00 Uhr
Timo Vollbrechts Fly Magic
Timo Vollbrecht lebt seit Jahren in New York und Berlin und genießt die Vorzüge beider Metropolen. Sein Projekt „Fly Magic“ hat er in der US-Jazzmetropole gegründet; er verbindet darin Modern Jazz mit Indie-Rock, Minimal Music, Pop und klassischen Klängen.
Timo Vollbrecht –  sax
Keisuke Matsuno – git
Bernhard Meyer – eb
Sebastian Merk – perc

16. bis 19. April 2020
Magdeburger Jazztage "Jetzt"
Dazu wird es ein gesondertes Programm geben. Bitte schauen Sie dem nächst an dieser Stelle nochmals nach.


Freitag, 22. Mai 2020 // 20.00 Uhr
Jazz in der Kammer spezial
große Besetzung und spezieller Termin

Jürgen Friedrich & Large Ensemble
Semisong

Jürgen Friedrich ist Pianist, Komponist, Dirigent und Hochschullehrer für Jazz, Improvisation und zeitgenössische Musik. An diesem Abend steht er er als Dirigent vor einem exquisiten Jazzensemble.
Johannes Ludwig – sax
Leo Huhn – sax
Sebastian Gille – sax
Uli Kempendorff – sax
Steffen Schorn – sax
Lorenzo Ludemann – trp
John-Dennis Renken – trp
Matthias Bergmann – trp
Nils Wogram – pos
Shannon Barnett – pos
Moritz Wesp – pos
Jan Schreiner – pos
Pablo Held – p
David Helm – b
Fabian Arends –  perc)
Jürgen Friedrich – leader

Montag, 15. Juni 2020 // 20.00 Uhr
Jazzlegende Gunter Hampel
Berlin-New-York Quartett

Gunter Hampel hat internationale Jazzgeschichte geschrieben, damals in den 60ern und 70ern in den USA. Er gehört zum Urgestein der absoluten Weltklasse, wie Marion Brown, Jeanne Lee und Anthony Braxton, mit denen er u. a. spielte.
Gunter Hampel – bcl, vib, fl
Johannes Schleiermacher – ts, music easel
Cavana Lee-Hampel – voc
Bernd Oezsevim – perc


Montag, 20. Januar 2020

Subsystem: Bauhauskapellentraum

Mit Anlehnungen an die verrückten Kunstvorstellungen des Bauhauses: die Berliner Band SUBSYSTEM mit ihrem Projekt Bauhauskapellentraum:
Almut Schlichting – Baritonsaxophon, Komposition
Sven Hinse – Kontrabass, Komposition
Jacobien Vlasman – Gesang
Christian Kögel – Gitarre

Die Band beginnt mit Sprechgesang, mit irgendwelchen verrückten Versen und Wortspielereien von den „Bauhaus-Bananas“, und einer Musik, in der „ausgerechnet Bananen“ steckt oder auch Zabadak, der erste Titel des Konzertes hatte zugleich etwas von komplizierter Rhythmik wie von lässig gesungener easy Strandmusik, wozu sicher auch die später hinzukommende Hawaii-Gitarre von Christian Kögel gehört. Neben der Stimme prägten vor allem der Bass und die Gitarre die Musik, Almut Schlichtings riesiges Baritonsaxophon summte ab und an wie ein brummendes Insekt darüber. Später entwickelten die Musiker ein Duett von Saxophon und Gitarre, erst langsam und dann, als der Bass dazu kommt, immer schneller werdend, eine Mischung aus dadaistischen Klängen und brasilianischen Rhythmen.

"Das entsprach auch dem Gefühl der damaligen Bauhauskapelle", sagte Almut Schlichting, "das war eine bunte und wilde Truppe, eine Tanzkapelle, die viel experimentiert hat, entstanden im Thüringer Jazz-Milieu". Aufnahmen gibt es nicht, erklärte sie weiter, "aber wir haben einiges zur Musik gefunden und zu eigenen Collagen verarbeitet". Eines davon, den Bauhausmarsch "Itten Mucha Mazdaznan", ist den ersten Bauhaus-Lehrern Johannes Itten und Georg Muche gewidmet. Und das damalige Erkennungszeichen der Bauhäusler, der Bauhaus-Pfiff ist darin verarbeitet. Auch wenn nicht viel überliefert ist, gibt es doch Berichte von Zeitzeugen, die von der Musik, die damals sehr wild gewirkt haben muss, überaus begeistert waren.

Donnerstag, 16. Januar 2020

Zum Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs vor 75 Jahren

Heute jährte sich die Zerstörung der Stadt Magdeburg in der Bombennacht des 16. Januar 1945 zum 75. Mal. Wie in den Jahren zuvor fand zum Gedenken an dieses schreckliche Ereignis im Forum Gestaltung ein Konzert unter dem Titel "Ein wahres Elend, der verdammte Krieg" statt.
Warnfried Altmann – Saxophon
Hermann Naehring – Schlagwerk
Mohamad Issa – Text
Norbert Pohlmann – Text, Filmcollage

Norbert Pohlmann dachte vor Beginn des Konzertes, an das Publikum gewandt, über das Gedenken an Krieg und Zerstörung nach. "Wenn die Menschheit jeden Tag einen neuen Gedenktag der Zerstörung hinzubekommt, macht es da noch Sinn zu gedenken? Mit Gedenkkonzerten darauf reflektieren?". Und antwortet auf seine Fragen, auf seine eigene Ratlosigkeit: "Wir denken ein 'Dennoch' mit. Denn noch ist es nicht zu spät. Immer noch sind aufhaltsame Aufstiege zu verhindern. Und Apfelbäume werden immer wieder, selbst auf verbrannter Erde zu pflanzen sein." Und er erinnert an eine andere Gegend, in der auch heute immer noch Krieg herrscht, Städte zerbombt werden. "So wie die Weltkulturerbestadt Aleppo, einer der ältesten Städte der Welt." Aleppo in Syrien, von wo Mohamad Issa kommt, der im Forum Gestaltung eine kulturelle Heimat gefunden hat und der in Gedichten über Krieg und Zerstör ung, aber auch über die Schönheit des Lebens schreibt. "Übrigens hat Aleppo auch eine biblische Bedeutung", fügt Pohlmann hinzu, "ein anderer Name der Stadt war 'Halab-asch-schahba', 'der Ort, an dem Abraham die Kuh gemolken hat', um die Milch an die Armen zu verteilen. Eine wahrhaft friedliche Geste aus dem Alten Testament, in dem aber auch die Klagelieder des Jeremia stehen, die die Zerstörung Jerusalems bildhaft beschreiben."

Mohamad Issa beginnt zu rezitieren, unterstreicht seine Gedichte mit Gesten, seine melodischen arabischen Worte gibt Norbert Pohlmann anschließend in einer deutschen Übersetzung wieder. Vom Irrsinn des Krieges ist die Rede, der über die Menschen gekommen ist. Und von der Heimat, die verloren ist und zerstört. Während Issa noch spricht, lässt Hermann Naehring aus seinem Schlagwerk, auf Becken und Trommeln, ein leises, bedrohliches trommeln hören, ein leises Dröhnen.

Zum Text – und nun auch zur Musik von Hermann Naehring und Warnfried Altmann laufen die von Norbert Pohlmann als Collage zusammengestellten Filmausschnitte. Alte Schwarzweiß-Filme, beginnend mit einem harmlosen heiteren Himmel, in den sich aber bald startende Kriegs-Flugzeuge schieben, abgelöst von Aufnahmen aus Magdeburger Rüstungsbetrieben, in denen Kanonen geschmiedet und Bomben und Granaten hergestellt werden. Panzer laufen vom Band, Räder müssen rollen für den Krieg.