In diesem Jahr steht die Posaune im Mittelpunkt der Konzertreihe "Jazz in der Kammer". Deshalb galt der dritte Tag der Magdeburger Jazztage vorrangig der Posaune. Am Beginn der Konzerte stand Conny Bauer, der ein Solokonzert für Posaune gab.
Leise, wie um sich an den Raum, die Akustik und das Publikum heranzutasten, beginnt Conny Bauer zu spielen, mit verhaltenen Tönen, die er erst allmählich kräftiger werden lässt. Posaune solo ist sicher etwas ungewöhnliches, egal ob in der Klassik oder im Jazz. Und kaum hat man überlegt, wie Conny Bauer wohl eine Stunde Konzert füllen wird, da tritt er mit den Fußspitzen auf Pedale und nimmt mit einer Loop-Station seine Töne auf, speichert sie und spielt sie in mehrfacher Überlagerung wieder ab, bläst neue Töne über die aus dem elektronischen Speicher. Conny Bauer erzeugt so ein ganzes Posaunenorchester, steht in einer Klangwolke, die er immer mehr erweitert. "Ich möchte die Zuhörer an die Hand nehmen und durch meine musikalische Landschaft führen", sagt er nach dem Konzert über seine Musik.
In den Tönen der Posaune, die Bauer auf eine sehr ruhige Art spielt, ohne große Verzerrungen, nur gelegentlich durch seine Stimme überlagert, klingt gelegentlich eine Erinnerung an Alphörner an – nur dass die Posaune eben um ein vielfaches wandelbarer ist als ihre "ein"-tönigen Brüder. Und noch etwas fällt auf: Conny Bauers Posaune ist nicht die von Jericchow, die Mauern zum Einsturz bringt, sondern eine friedvoll brummende, melodische.
Samstag, 21. April 2018
Freitag, 20. April 2018
Volkov Trio
Im dritten und letzten Set des Clubabend der Jazztage war das Volkov Trio zu hören: Jazz-Avantgarde aus Russland.
Als die drei St. Petersburger Musiker zu spielen beginnen, wild, kräftig, da sitzt man als Zuhörer erst einmal staunend da. Und wohl auch ein wenig ratlos: was ist das, was es da zu hören gibt? Die Musiker spielen völlig konfus durcheinander, zugleich mit deutlich sichtbarem Vergnügen an ihrer Art zu musizieren. Kräftige Klänge von allen Instrumenten gibt es zu Beginn, ein Kontrastprogramm zu den bisherigen Teilen des Club-Abends, Jazz-Punk, Jazz-Avantgarde, auf eine interessante Weise verrückt.
Später wird Volkovs Bass melodischer, gibt es Folk-Elemente, kurze Melodiestücke werden angedeutet, Glockentöne werden gespielt. Slava Kurashov antwortet auf seiner Gitarre mit wilden und elektronisch verstärkten und verzerrten Klängen. Höre ich da tatsächlich eine – wenn, dann sehr schräge – Version von Nirvanas "Teen Spirit" heraus? Oder später Anklänge an die Europa-Hymne? Zu den Wirkung solcher völlig frei improvisierten Musik, völlig abseits gängiger Konventionen, gehört, dass sich bei den Hörern eigene Assoziationen bilden. Die Gedanken schweifen von den gehörten Tönen ab und suchen nach Bekanntem. Vielleicht hört dann deshalb schon der Nachbar etwas ganz anderes aus der Musik heraus.
Bei all der Wildheit ist immer wieder zu hören: die drei spielen nicht nur wild drauf los, sie sind Profis auf ihren Instrumenten. Schlagzeuger Denis Sladkevitch holt später eine nach Spielzeug aussehende Trommel hervor ("haben wir auf dem Flohmarkt gekauft", sagt Vladimir Volkov dazu), die sich Kennern aber als Schlitztrommel erweist, und spielt darauf nach Afrika klingenden Percussion-Melodien, dazu sind von Volkov ruhige Bass-Klänge zu hören. Diese ruhigen Stellen holen die Ohren der Zuhörer dann wieder auf den Boden zurück, geben ihnen Orientierung. Am Ende nochmal völlige Wildheit der Musik. Irgendwie großartig, aber schwer auf irgendetwas festzulegen.
Vladimir Volkov – Bass
Slava Kurashov – Gitarre
Denis Sladkevitch – Schlagzeug
Als die drei St. Petersburger Musiker zu spielen beginnen, wild, kräftig, da sitzt man als Zuhörer erst einmal staunend da. Und wohl auch ein wenig ratlos: was ist das, was es da zu hören gibt? Die Musiker spielen völlig konfus durcheinander, zugleich mit deutlich sichtbarem Vergnügen an ihrer Art zu musizieren. Kräftige Klänge von allen Instrumenten gibt es zu Beginn, ein Kontrastprogramm zu den bisherigen Teilen des Club-Abends, Jazz-Punk, Jazz-Avantgarde, auf eine interessante Weise verrückt.
Später wird Volkovs Bass melodischer, gibt es Folk-Elemente, kurze Melodiestücke werden angedeutet, Glockentöne werden gespielt. Slava Kurashov antwortet auf seiner Gitarre mit wilden und elektronisch verstärkten und verzerrten Klängen. Höre ich da tatsächlich eine – wenn, dann sehr schräge – Version von Nirvanas "Teen Spirit" heraus? Oder später Anklänge an die Europa-Hymne? Zu den Wirkung solcher völlig frei improvisierten Musik, völlig abseits gängiger Konventionen, gehört, dass sich bei den Hörern eigene Assoziationen bilden. Die Gedanken schweifen von den gehörten Tönen ab und suchen nach Bekanntem. Vielleicht hört dann deshalb schon der Nachbar etwas ganz anderes aus der Musik heraus.
Bei all der Wildheit ist immer wieder zu hören: die drei spielen nicht nur wild drauf los, sie sind Profis auf ihren Instrumenten. Schlagzeuger Denis Sladkevitch holt später eine nach Spielzeug aussehende Trommel hervor ("haben wir auf dem Flohmarkt gekauft", sagt Vladimir Volkov dazu), die sich Kennern aber als Schlitztrommel erweist, und spielt darauf nach Afrika klingenden Percussion-Melodien, dazu sind von Volkov ruhige Bass-Klänge zu hören. Diese ruhigen Stellen holen die Ohren der Zuhörer dann wieder auf den Boden zurück, geben ihnen Orientierung. Am Ende nochmal völlige Wildheit der Musik. Irgendwie großartig, aber schwer auf irgendetwas festzulegen.
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Masha Bijlsma & Bones
Masha Bijlsma & Bones standen bei den Magdeburger Jazztagen im zweiten Set des Club-Abends auf der Bühne des Forum Gestaltung. Jazzgesang mit einer kräftigen Stimme!
Mascha Bijlsma war bereits einige Mal in Magdeburg bei Jazz in der Kammer zu Gast (etwas darüber ist auch hier im Blog nachzulesen). Das erste Mal muss es im Jahr 1995 gewesen sein, erinnerte sich Warnfried Altmann in seiner Begrüßung. Und fügte hinzu, "und ich hole sie immer wieder gern auf die Bühne". Diesmal mit den "Bones", was sich vom englischen Wort "trombone" für Posaune ableitet.
Zu Beginn des Konzertes singt Masha Bijlsma auf die Bühne und singt Blues. Sie singt nicht nur – sie hat auch den Blues, sie verkörpert das Gefühl mit voller Seele. Singt im Wechselgesang mit den Posaunen und das was Warnfried vorab ankündigte ist auch tatsächlich so: sie und die beiden Posaunisten harmonieren von der Stimmführung so miteinander, dass Masha Bijlsma zuweilen durchaus als drittes Instrument zählen könnte. Schon die wenigen Musiker bringen den Sound einer Big Band auf die Bühne, so kraftvoll klingt die Musik. Das wird dann so richtig dem Titel des Konzertabends ("Club-Abend") gerecht. Masha Bijlsma singt Lieder von Jazz-Größen wie Abbey Lincoln, von der sie unter anderem "Brother where are you" neu interpretiert und dazu anmerkt, wie aktuell das Lied angesichts der vielen Flüchtlinge ist.
Neben kräftigem Jazz-Gesang gibt es auch gefühlvolle Balladen, bei denen sie sich nur zurückhaltend von Bass und Klavier begleiten lässt. Was auch immer sie singt – die Freude an der Musik ist immer zu spüren und sie überträgt sich auch auf ihr Publikum.
Masha Bijlsma – Gesang
Bart van Lier – Posaune
Adrian Mears – Posaune
Martin Sasse – Piano
Martin Gjanokovski – Bass
Dries Bijlsma – Schlagzeug
Mascha Bijlsma war bereits einige Mal in Magdeburg bei Jazz in der Kammer zu Gast (etwas darüber ist auch hier im Blog nachzulesen). Das erste Mal muss es im Jahr 1995 gewesen sein, erinnerte sich Warnfried Altmann in seiner Begrüßung. Und fügte hinzu, "und ich hole sie immer wieder gern auf die Bühne". Diesmal mit den "Bones", was sich vom englischen Wort "trombone" für Posaune ableitet.
Zu Beginn des Konzertes singt Masha Bijlsma auf die Bühne und singt Blues. Sie singt nicht nur – sie hat auch den Blues, sie verkörpert das Gefühl mit voller Seele. Singt im Wechselgesang mit den Posaunen und das was Warnfried vorab ankündigte ist auch tatsächlich so: sie und die beiden Posaunisten harmonieren von der Stimmführung so miteinander, dass Masha Bijlsma zuweilen durchaus als drittes Instrument zählen könnte. Schon die wenigen Musiker bringen den Sound einer Big Band auf die Bühne, so kraftvoll klingt die Musik. Das wird dann so richtig dem Titel des Konzertabends ("Club-Abend") gerecht. Masha Bijlsma singt Lieder von Jazz-Größen wie Abbey Lincoln, von der sie unter anderem "Brother where are you" neu interpretiert und dazu anmerkt, wie aktuell das Lied angesichts der vielen Flüchtlinge ist.
Neben kräftigem Jazz-Gesang gibt es auch gefühlvolle Balladen, bei denen sie sich nur zurückhaltend von Bass und Klavier begleiten lässt. Was auch immer sie singt – die Freude an der Musik ist immer zu spüren und sie überträgt sich auch auf ihr Publikum.
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Julie Sassoon Quartett
Das Julie Sassoon Quartett eröffnete heute im Forum Gestaltung den Club-Abend der Magdeburger Jazztage: kräftige und experimentelle Klavierklänge, bei denen Harmonie auf Kraft trifft.
Zu Beginn des Konzertes greift Julie Sassoon nicht in die Tasten, sondern direkt in die Saiten des Klaviers. Die experimentellen Klänge der die aus Manchester stammenden und jetzt in Berlin lebenden Pianistin werden von Schlagzeuger Rudi Fischerlehner aufgegriffen, der sein Blech zum Klingen und zum Klingeln bringt. Klänge für anspruchsvolle Ohren, die sich am Easy-Listening-Einerlei der Kultursender satt gehört haben und auf Neues warten. Das Quartett liefert Musik, die man nicht nicht einfach nur hören, sondern live erleben sollte. Wenn das Klavier vom immer kräftiger werdenden Schlagzeug übertönt wird, bis sich am Ende aus dem lauten, bunten Rauschen der Musik leise eine klare Melodie erhebt ("Clouds"), dann macht es Spaß vor der Bühne zu sitzen und zu lauschen. "Das waren dann aber auch die einzigen Wolken für heute", sagte Julie Sassoon angesichts des heißen Frühsommertages und der Hitze im Forum Gestaltung.
Julie Sassoon – Piano
Lothar Ohlmeier – Bassklarinette
Meinrad Kneer – Bass
Rudi Fischerlehner – Schlagzeug
Zu Beginn des Konzertes greift Julie Sassoon nicht in die Tasten, sondern direkt in die Saiten des Klaviers. Die experimentellen Klänge der die aus Manchester stammenden und jetzt in Berlin lebenden Pianistin werden von Schlagzeuger Rudi Fischerlehner aufgegriffen, der sein Blech zum Klingen und zum Klingeln bringt. Klänge für anspruchsvolle Ohren, die sich am Easy-Listening-Einerlei der Kultursender satt gehört haben und auf Neues warten. Das Quartett liefert Musik, die man nicht nicht einfach nur hören, sondern live erleben sollte. Wenn das Klavier vom immer kräftiger werdenden Schlagzeug übertönt wird, bis sich am Ende aus dem lauten, bunten Rauschen der Musik leise eine klare Melodie erhebt ("Clouds"), dann macht es Spaß vor der Bühne zu sitzen und zu lauschen. "Das waren dann aber auch die einzigen Wolken für heute", sagte Julie Sassoon angesichts des heißen Frühsommertages und der Hitze im Forum Gestaltung.
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Donnerstag, 19. April 2018
Nomade Orquestra
Zur Eröffnung der 3. Magdeburger Jazz-Tage spielte das Nomade Orquestra. Zu kräftiger Musik gewordenes Brasilianisches Lebensgefühl!
Die zehn brasilianischen Musiker entführten das Magdeburger Jazz-Publikum in eine Welt, die ein ganzes Stück abseits des herkömmlichen Jazz liegt – irgendwo zwischen Jazz, Funk, Fusion, Rock, Blues und Groove. Zwischen den Welten, "Entre Mundos", wie dann auch die aktuelle CD des Nomade Orquestra heißt. Und dies mit südamerikanischen Gefühl für die Musik und vor allem mit einer ungeheuren Kraft.
Der erste Set begann ohne den Pianisten der Band (der wegen der Tücken der Einreise aus nicht-Schengen-Staaten in Madrid seinen Flug nach Deutschland nicht schaffte und erst zum zweiten Set eintraf) und war entsprechend sehr Bass-betont. Bass und Schlagzeug kamen mit großer Kraft zum Einsatz und ließen die Lautsprecherboxen bis zum Äußersten vibrieren. Am beeindruckendsten aber waren die Bläser der Band. Gleich zu Beginn spielten Posaune, Trompete und Saxophon eine Eröffnungsmelodie an, die in Variationen immer wieder im Konzert auftauchte. Eine einfache, aber äußerst kräftige Folge weniger Akkorde, die zum Erkennungszeichen des Nomade Orquestras wurden. Zu diesen schon sehr kräftigen Bläsern kamen gleich darauf Gitarre, Baß und Schlagzeug. Diese kräftigen Töne gingen in die Ohren, in den Bauch, erfassten den ganzen Körper. Musikgefühl pur!
Im Konzert trafen brasilianische Spielfreude auf Elektronik, akustische Trommelklänge und Percussion auf verzerrte Gitarre. Dabei entstand Musik, wie in der Hitze Südamerikas geschmolzen und in Deutschlands Kühle kondensiert. Egal ob Flötentöne und Gitarrenriffs, ob psychedelisch sanft oder bedrohlich laut, Töne aus dem Regenwald oder brodelnder Vulkan – wie auch immer, es war eine Freude, das zu erleben.
Guilherme Nakata – Drums
Ruy Rascassi – Bass
Fabio Prior – Percussion
Luiz Eduardo Galvao – Guitar
Marcos Mauricio – Keyb
Beto Malfatti – Sax, Flute
Bio Bonato – Bar.Sax
Marco Stoppa – Trumpet
Andre Calixto – Sax, Flute
Victor Fao – Trombone
Die zehn brasilianischen Musiker entführten das Magdeburger Jazz-Publikum in eine Welt, die ein ganzes Stück abseits des herkömmlichen Jazz liegt – irgendwo zwischen Jazz, Funk, Fusion, Rock, Blues und Groove. Zwischen den Welten, "Entre Mundos", wie dann auch die aktuelle CD des Nomade Orquestra heißt. Und dies mit südamerikanischen Gefühl für die Musik und vor allem mit einer ungeheuren Kraft.
Der erste Set begann ohne den Pianisten der Band (der wegen der Tücken der Einreise aus nicht-Schengen-Staaten in Madrid seinen Flug nach Deutschland nicht schaffte und erst zum zweiten Set eintraf) und war entsprechend sehr Bass-betont. Bass und Schlagzeug kamen mit großer Kraft zum Einsatz und ließen die Lautsprecherboxen bis zum Äußersten vibrieren. Am beeindruckendsten aber waren die Bläser der Band. Gleich zu Beginn spielten Posaune, Trompete und Saxophon eine Eröffnungsmelodie an, die in Variationen immer wieder im Konzert auftauchte. Eine einfache, aber äußerst kräftige Folge weniger Akkorde, die zum Erkennungszeichen des Nomade Orquestras wurden. Zu diesen schon sehr kräftigen Bläsern kamen gleich darauf Gitarre, Baß und Schlagzeug. Diese kräftigen Töne gingen in die Ohren, in den Bauch, erfassten den ganzen Körper. Musikgefühl pur!
Im Konzert trafen brasilianische Spielfreude auf Elektronik, akustische Trommelklänge und Percussion auf verzerrte Gitarre. Dabei entstand Musik, wie in der Hitze Südamerikas geschmolzen und in Deutschlands Kühle kondensiert. Egal ob Flötentöne und Gitarrenriffs, ob psychedelisch sanft oder bedrohlich laut, Töne aus dem Regenwald oder brodelnder Vulkan – wie auch immer, es war eine Freude, das zu erleben.
Eröffnung der Jazztage
Donnerstag Abend im Gesellschaftshaus Magdeburg: es ist wieder so weit – bereits zum dritten Mal wurden die Magdeburger Jazz-Tage eröffnet. Jedes Jahr im April laden sie zu vier Tagen aktueller Musik ein.
Der große Saal im Magdeburger Gesellschaftshaus ist nahezu bis zum letzten Platz besetzt. Zeichen dafür, dass die Jazztage angekommen sind. Angekommen bei den Musikliebhabern und auch angekommen in Magdeburg. Und das "in einem Ort der Hochkultur", wie Norbert Pohlmann zur Eröffnung über das Gesellschaftshaus als Ort des Festival-Auftaktes sagt. "Aber da gehört der Jazz schließlich auch hin", fügt er hinzu.
Norbert Pohlmann ist Leiter des Forum Gestaltung, des zweiten Veranstaltungsortes der Jazztage. Er spricht über Magdeburg als "weltoffene Stadt" und meint das auch wörtlich so. Die Kultur, heute natürlich ganz besonders die Musik, sieht er dabei als Beispiel und in ihrer Rolle als Vermittler. "Wir haben hier Theater, haben Künstler und Musiker aus aller Welt", sagt er. Und fügt gleich ein weiteres Beispiel für die bis heute nachwirkende Kulturgeschichte an: einer der Musiker des brasilianischen Nomade Orquestra berichtete ihm, dass er in seiner Jugend an der Musikschule jede Menge Telemann spielen musste. "Er war dann ganz überrascht zu hören, dass Telemann aus Magdeburg stammt", sagte Pohlmann.
Warnfried Altmann dankte den Organisatoren des Festivals, den Sponsoren, die die vier Tage Musik möglich machten und den Konzertbesuchern. Und er wies auch auf weitere Unterstützer hin, auf Musiker aus Magdeburg und Umgebung, die Instrumente zur Verfügung stellten. Etwa Mohi Buschendorf, der seinen Bass auslieh oder Gören Eggert, der das Schlagzeug und die Congas mitbrachte.
Über das Festival sagt Warnfried Altmann, der das Programm dafür zusammenstellte, es ist "ein mutiges Festival". Mutig im Sinne davon, keinen doppelten Boden eingebaut zu haben. "Andere Jazz-Festivals haben immer auch etwas wie Dixiland oder Swing dabei, was für den Massengschmack taugt", sagte Altmann, "wir haben hier die Avantgarde, haben kräftige, freie Musik". Dass das Publikum dennoch kommt (oder sollte man besser 'genau deswegen kommt' sagen), ist ein gutes Zeichen. Ein Stückchen "doppelten Boden" gibt es aber dennoch: Am Sonntag steht Nils Landgren auf der Bühne. Das Konzert ist lange schon ausverkauft. Vorteil für Besitzer der Festival-Tickets: sie haben auch dieses Konzert sicher. Allen anderen bleibt nur, an der Abendkasse auf ein paar Restkarten zu hoffen.
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| Warnfried Altmann (links) und Norbert Pohlmann eröffnen die Magdeburger Jazztage |
Der große Saal im Magdeburger Gesellschaftshaus ist nahezu bis zum letzten Platz besetzt. Zeichen dafür, dass die Jazztage angekommen sind. Angekommen bei den Musikliebhabern und auch angekommen in Magdeburg. Und das "in einem Ort der Hochkultur", wie Norbert Pohlmann zur Eröffnung über das Gesellschaftshaus als Ort des Festival-Auftaktes sagt. "Aber da gehört der Jazz schließlich auch hin", fügt er hinzu.
Norbert Pohlmann ist Leiter des Forum Gestaltung, des zweiten Veranstaltungsortes der Jazztage. Er spricht über Magdeburg als "weltoffene Stadt" und meint das auch wörtlich so. Die Kultur, heute natürlich ganz besonders die Musik, sieht er dabei als Beispiel und in ihrer Rolle als Vermittler. "Wir haben hier Theater, haben Künstler und Musiker aus aller Welt", sagt er. Und fügt gleich ein weiteres Beispiel für die bis heute nachwirkende Kulturgeschichte an: einer der Musiker des brasilianischen Nomade Orquestra berichtete ihm, dass er in seiner Jugend an der Musikschule jede Menge Telemann spielen musste. "Er war dann ganz überrascht zu hören, dass Telemann aus Magdeburg stammt", sagte Pohlmann.
Warnfried Altmann dankte den Organisatoren des Festivals, den Sponsoren, die die vier Tage Musik möglich machten und den Konzertbesuchern. Und er wies auch auf weitere Unterstützer hin, auf Musiker aus Magdeburg und Umgebung, die Instrumente zur Verfügung stellten. Etwa Mohi Buschendorf, der seinen Bass auslieh oder Gören Eggert, der das Schlagzeug und die Congas mitbrachte.
Über das Festival sagt Warnfried Altmann, der das Programm dafür zusammenstellte, es ist "ein mutiges Festival". Mutig im Sinne davon, keinen doppelten Boden eingebaut zu haben. "Andere Jazz-Festivals haben immer auch etwas wie Dixiland oder Swing dabei, was für den Massengschmack taugt", sagte Altmann, "wir haben hier die Avantgarde, haben kräftige, freie Musik". Dass das Publikum dennoch kommt (oder sollte man besser 'genau deswegen kommt' sagen), ist ein gutes Zeichen. Ein Stückchen "doppelten Boden" gibt es aber dennoch: Am Sonntag steht Nils Landgren auf der Bühne. Das Konzert ist lange schon ausverkauft. Vorteil für Besitzer der Festival-Tickets: sie haben auch dieses Konzert sicher. Allen anderen bleibt nur, an der Abendkasse auf ein paar Restkarten zu hoffen.
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